Nordkreis - Nach dem Abstieg gibt es viele Ladenhüter

Nach dem Abstieg gibt es viele Ladenhüter

Von: Isabelle Odarteifio
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Bleibt seit Alemannias tiefem Fall auf seinen Fanartikeln sitzen: Einzelhändler Dirk Niehus. Foto: I. Odarteifio

Nordkreis. DFB-Pokal-Finale, Europaliga, Bundesliga, 2. Liga, 3. Liga... Regionalliga. Der Fall der Alemannia ist tief. Und das in kürzester Zeit. Am Freitag startet der Neuanfang mit dem „Spitzenspiel“ gegen Fortuna Köln. An diesem Neuanfang nehmen die Verkäufer von Trikots und Merchandise-Artikeln aber erstmal nicht teil.

Der Frust dort sitzt tief, die meisten Einzelhändler mit Alemannia-Artikeln im Sortiment wollen sich zu diesem Thema auf Nachfrage erst gar nicht äußern. Es gibt eben auch nichts Neues, nur „altes Zeug“, das raus muss.

Und dennoch gibt es leisen Optimismus bei dem einen oder anderen Kaufmann: „Die Aachenfans sind gut drauf“, sagt Dirk Niehus. Er verkauft in seinem Geschäft in Alsdorf unter anderem Fanartikeln der Alemannia, aber auch deutscher Topmannschaften. Trotz der vielen Niederlagen, die der Verein nicht nur auf dem Platz wegstecken musste, sieht er die die Fans als große Stütze der Alemannen, auch wenn die schlechte Stimmung um den Verein herum spürbar ist.

„Mit dem Abstieg in die 3. Liga ist der Verkauf von Fanartikeln um 50 Prozent gesunken.“ Das berichtet Frank Rauscheid, Inhaber des Sportgeschäftes „Sportfreunde“ in Alsdorf. Seit dem Abstieg in die Regionalliga sei der Verkauf dieser Artikel soweit zurück gegangen, dass er überhaupt keine Trikots der Öcher in seinem Sortiment mehr hat.

Nicht nur ihm geht es so, auch Dirk Niehus sagt, dass er seit Herbst vergangenen Jahres kaum noch Fanartikel verkauft habe. Doch seiner Meinung nach habe das nicht nur mit den Abstiegen zu tun, sondern auch mit der allgemeinen finanziellen Lage des Vereins und dem stattfindenden Ausverkauf.

Die offizielle Online-Shopseite Alemannia Aachens sei abgeschaltet, so Dirk Niehus. Nicht nur das sind die Folgen der prekären Finanzsituation Aachens. Es werden erst gar keine neuen Artikel mehr produziert. Stattdessen werden in den offiziellen Alemannia-Fanshops in Aachen die Artikel um bis zur Hälfte des ursprünglichen Preises verscherbelt. Darunter leiden natürlich die Mitbewerber. Sie können den Preis nicht senken, da sie sonst den Einkaufspreis nicht mehr in die Kasse bekämen. Und: Kommt keine neue Ware hinzu, sinkt auch die Nachfrage an den Artikeln im Bestand.

Schwacher Trost für die Händler: Auch wenn die vorher noch sehr begehrten Fanartikel der Alemannia immer weiter vom Markt verschwinden, so werden zumindest die Artikel von Bayern München und Borussia Dortmund umso häufiger verkauft. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt: Vielleicht hat die Mannschaft heute beim ersten Regionalligaspiel gegen die Kölner wieder etwas mehr Glück, und das Spiel ist der Beginn einer Umkehrung der Ereignisse: Regionalliga, 3. Liga, 2. Liga...

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