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MZ stellt sich auf einen langen Streik ein

Von: Udo Kals
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Einen Apfel für die Pause: Die Belegschaft der MZ-Service-Gesellschaft bringt vor der Bardenberger Grundschule, die sie mit Essen beliefert, Obst unter die Schüler und erklärt die Gründe für ihren Streik. Foto: Daniel Gerhards

Nordkreis. Inzwischen haben sich die Angestellten, aber auch schon so mancher Besucher an den Anblick gewöhnt: Wer das Medizinische Zentrum (MZ) der Städteregion in Würselen-Marienhöhe betreten will, der sieht als erstes weder Arzt noch Pflegepersonal, sondern wird bereits an der Einfahrt von Streikenden begrüßt.

Die Mitarbeiter der MZ-Servicegesellschaft wollen mehr Geld. Dafür kämpfen sie mit der Gewerkschaft Verdi und legen die Arbeit nieder. Wie lange das noch so gehen wird, weiß niemand so genau. „Wir haben uns auf einen längerfristigen Streik eingestellt”, sagt Robert Dahmen, Geschäftsführer der Service GmbH, und betont: „Die Streiks sind im Haus schon eine Belastung, die wir spüren. Aber bislang ist die medizinische Versorgung oder die mit Essen nicht beeinträchtigt gewesen.”

Kräfte aus Fremdfirmen seien für streikende Mitarbeiter der Servicegesellschaft eingesetzt worden, die für die Zubereitung des Essens für Patienten und auswärtige Kunden, Schulen und Kindergärten, oder für die Reinigung von OP-Sälen zuständig sind. Dahmen hofft, dass die Situation bis zu den Sommerferien geklärt ist.

Eine Frage der Zuständigkeit

Das hängt davon ab, wie und wann die Tarifpartner zueinander finden. Seit Dezember gibt es keine Gespräche mehr. Und inzwischen ist der Konflikt auch eine Frage der Zuständigkeit. „Es muss zunächst die Frage geklärt werden, wer die Tarifpartner sind”, sagt MZ-Geschäftsführer Falko Rapp. Denn: Die Servicegesellschaft ist Ende vergangenen Jahres dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga beigetreten. Und für den Arbeitgeberverband kommt nur die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) als Verhandlungspartner infrage.

Doch Verdi sieht das anders, sieht sich als rechtmäßiger Ansprechpartner. Auf eine baldige Klärung hofft Rapp, der nach der Schlichtung im Tarifstreit des Öffentlichen Dienstes (ÖD) noch mit einem anderen ungelösten Tarifkonflikt kalkulieren muss: der mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund. „Da geht es jetzt in die entscheidende Phase.”

Welche Auswirkungen die ÖD-Abschlüsse auf das Würselener Haus haben, kann er noch nicht sagen. Detailregelungen etwa zu Altersteilzeit oder zur Übernahme von Azubis fehlten. Nur so viel: „Es macht das Leben nicht einfacher, aber wird das Haus auch nicht finanziell in den Abgrund stürzen.” Ein Haus, das im abgelaufenen Jahr und in schwierigen Zeiten ein Plus von rund 250.000 Euro erwirtschaftet habe.

Dabei wird in diesem Jahr noch viel mehr Geld für die Erweiterung des MZ-Betriebsteils Marienhöhe in die Hand genommen: Rund 15 bis 20 Millionen Euro teuer wird der erste Bauabschnitt, für den im Herbst der erste Spaten in den Boden gerammt werden soll. Das ist zwar ein wenig später als ursprünglich geplant, aber Rapp betont: „Aus meiner Sicht steht die Finanzierung. Da kann nichts mehr passieren.” Insgesamt sollen rund 38 Millionen in die Modernisierung und Erweiterung des Hauses investiert hielten - ein Schritt, den mit Städteregion und Bundesknappschaft beide Träger „für unabdingbar halten”, sagt Rapp.

So soll im ersten Bauabschnitt bis Mitte 2012 ein siebengeschossiger Neubau hochgezogen werden, der an die rückwärtige Seite des Altbaus angeschlossen und auf dessen Dach ein Hubschrauberlandeplatz gebaut wird. Danach sollen die Zimmer im bestehenden Bettenhaus modernisiert werden, so dass am Ende alle Räume aktuellen Standards genügen. Das heißt: Jedes Zimmer - zumeist mit zwei Betten - wird unter anderem ein Badezimmer mit WC erhalten.
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