Musterhaus für ein grenzenloses Europa

Von: ath
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Ein Prösterchen in Ehren: Die
Ein Prösterchen in Ehren: Die Eurodebürgermeister Christoph von den Driesch (l./Herzogenrath) und Jos Som (Kerkrade) freuen sich über grenzüberschreitende Erfolge. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Ein Dienstleistungszentrum mitten auf der Grenze, mit Gebäudeteilen in zwei Ländern, anderswo löst das immer noch Erstaunen aus. In Herzogenrath und Kerkrade ist das Eurode Business Center (EBC) nach zehn Jahren grenzüberschreitender Alltag.

Ein Erfolgsmodell, das zeigt, was geht, wenn zwei Nachbarstädte an einem Strang ziehen und Probleme pragmatisch angehen. Oder wie Kerkrades Bürgermeister Jos Som es formulierte: „Man muss ein bisschen ein Rebell sein, damit das geht.”

Bei einem Festakt blickte er mit seinem Herzogenrather Kollegen Christoph von den Driesch und zahlreichen Gästen und Wegbegleitern auf „10 Jahre EBC” zurück. Dabei erinnerte Bernd Thomas, der frühere Geschäftsführer der Agit, an Entwicklung und Umsetzung des EBC, an der er maßgeblich beteiligt war.

Die rechtlichen und planerischen Hürden (Baugenehmigungen, eine niederländische Telefonleitung auf deutschem Gebiet etc.) seien gemeinsam überwunden wurden. Das EBC sei heute „ein Musterhaus für ein grenzenloses Europa”. Das sei vor allem ein Verdienst der Menschen in Eurode: „Es war ein Glücksumstand, weil die Menschen es wollten.”

Christoph von den Driesch erläuterte die Entwicklung des Eurode-Zweckverbandes, zu dessen Vorzeigeprojekten das EBC gehört. Vieles wie die Eurode-Lernwerkstatt, die Grenzgänger-Sprechtage oder die binationale Polizeistation sind in den Gebäude am Ende der Neustraße/Nieuwstraat beheimatet. Für die Firmen im EBC bietet die Zweistaatlichkeit nach wie vor Standortvorteile, ist jedoch auch immer wieder für kuriose Probleme gut.

So gebe es schon mal Diskussionen bei der Zuständigkeit des Winterdienstes, wie von den Driesch schmunzelnd berichtete, oder bei der Postzustellung: „Alle Briefkästen hängen auf der deutschen Seite, weil die etwas breiter ist. Das überfordert gelegentlich den niederländischen Postzusteller.”

In der anschließenden Diskussion ging es Verbesserungswünsche und Zukunftsvisionen für das EBC. So richteten die Eurode-Bürgermeister den Wunsch an die anwesende Europaabgeordnete Sabine Verheyen, sich für eine dauerhafte Finanzierung eines „Grenz-Info-Punktes” stark zu machen. „Eine Grenzgängerberatung vor Ort kann unserer Erfahrung nach nicht durch Homepages ersetzt werden”, sagte von den Driesch. Sie sicherte zu, dies einzubringen.

Und wohin entwickelt sich das EBC? Erweiterungsüberlegungen gibt es - die Flächen sind zu 97 Prozent ausgelastet. Es bestehe also Bedarf. Aber für Erweiterungen müssten die Parkflächen genutzt werden. Um aber weiter Parkraum zu bieten, wäre nur eine aufgeständerte Lösung denkbar, was aufwändig und teuer wäre.

Für Jos Som kommt es darauf an, vor allem junge Menschen in Eurode zu gewinnen und ihre Chancen zu verbessern. Ganz wichtig seien dazu Mobilität und Unterricht. Packe man Dinge praktisch an, sei vieles machbar.
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