Musikkabarettist Hans Georgi hält ein etwas anderes Verkaufsseminar

Von: ehg
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Satire mit Hans Georgi: Der Musikkabarettist kam bei seinem Heimspiel Würselen gut an. Foto: W. Sevenich

Würselen. Mit seinem Erich Kästner-Programm unter dem Titel „Rund ist die Welt“ hat der Musikkabarettist Hans Georgi bei seinem nach langen Jahren ersten Heimspiel vor zwölf Monaten bereits einen Volltreffer gelandet. Nicht minder war es der Fall, als er sich jetzt ein zweites Mal in den Dienst des Förderkreises Orgelbau stellte.

Diesmal tat er es als „Der kleine Maschmeier“ mit „Ich will dein Geld“, indem er mit viel Esprit ein Verkaufsseminar aufzog und dabei die verschiedensten Strategien eines Verkäufers – bis hin zum Seelenverkäufer – mit kabettistisch-spitzer Zunge aufbereitete. Es durfte geschmunzelt, aber auch herzhaft gelacht werden.

Georgi schoss atemberaubend schnell seine Giftpfeile auf erfolgssüchtige Manager, Werbeagenten, „sensationsgeile“ Journalisten und nicht zuletzt auch karrieresüchtige Politiker ab. Wie zig andere Kandidaten bekamen dabei vorab schon Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und Ex-Bundespräsident Christian Wulff („Sie haben gemeinsam, dass sie aus ärmlichen Verhältnissen stammen.“) ihr Fett weg. Nicht verschont blieben die Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt („Er ist nicht einmal in der Lage, die eigene Stromrechnung zu lesen.“) und Helmut Kohl. Nicht ganz ernst zu nehmenden Empfehlungen unterbreitete der Seminarleiter zur Ankurbelung der Volkswirtschaft.

Das „sensible“ Publikum amüsierte sich köstlich. Es musste allerdings höllisch aufpassen, dass keine der herrlich witzigen Pointen, die Georgi im schnell Redefluss (mit etwas Hall auf dem Mikrofon) abfeuerte, verpasste. Das Bestreben des kleinen Maschmeier lag darin, möglichst gute Verkäufer auszubilden. Dabei zeigte er auf, welchem Wandel Verkaufsstrategien unterliegen. Keine Frage: „Es war noch nie einfach, an das Geld anderer Leute zu kommen.“ Da zeigte die Werbung „Letzte Bank vor der Autobahn“ Wirkung. Sie wurde in kurzer Zeit dreimal hintereinander überfallen. Ob das so gewollt war, darauf durfte sich das Publikum selbst seinen satirischen Reim machen.

Der Angebeteten ein eigenes Liedchen zu schreiben, gab der Seminarleiter seinen Seminaristen mit auf den Weg. Er griff zum Akkordeon und lieferte ein einschmeichelndes Beispiel. Stellte aber auch noch mit anderen „Chansons“ - vom Tango bis zur Ballade - seine Musikalität unter Beweis. Eine willkommene, vom Publikum mit spontanem Applaus honorierte Abwechslung in einem sowieso schon facettenreichen Programm. Sie deckten schließlich noch die letzte Wahrheit über das Verkaufen auf.

„Sie gehen jetzt mit einem neuen Lebensgefühl nach Hause, da macht es auch nichts, dass es in diesen schweren Zeit schon lange keine Kunden mehr gibt“, verabschiedete sich der wandlungsfähige Seminarleiter von seinen Teilnehmern, die begeistert applaudierten. Es bestand kein Zweifel daran, dass er seine Produkte gut an den Mann beziehungsweise Frau gebracht hatte.

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