Musik, Tanz und viel Phantasie

Von: Lars Odenkirchen
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„Engeln gleicher” Tanz: Die großartige Leistung der Akteure ließ vergessen, dass es sich ausschließlich um Amateure handelt. Foto: Dagmar Meyer

Alsdorf. Auch wenn gerade erst die erste Kerze am Adventskranz brennt: Am Wochenende gab es in Alsdorf schon so etwas wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Bei zwei begeisternden Aufführungen beschenkten die Tänzerinnen und Tänzer der Ballett- und Gymnastikschule Harlekin ihr Publikum im beinahe ausverkauften Haus mit fast drei Stunden voller Musik, Tanz und vor allem Phantasie.

„Jule und der geheimnisvolle Adventskalender” hieß das Stück, in dem die namensgebende kleine Heldin Tag für Tag durch einen Gartenschuppen eine weihnachtliche Welt betritt. Dort erlebt sie gemeinsam mit dem Kobold Baltus und dem Hund Pfeffernuss zahlreiche Abenteuer, an deren Ende sich ihr größter Wunsch erfüllt: Jule bekommt endlich einen eigenen kleinen Hund. Diese märchenhafte Geschichte bot den Rahmen, in den sich die mehr als 20 Tänze des Abends wunderbar fügten.

Ob Bratapfel, Weihnachtsmann oder Lebkuchen: Allerlei weihnachtliche Themen hatten Heike Schrey und Uschi Vleek tänzerisch umgesetzt. Dabei kann man kaum einen einzelnen Tanz heraus heben: Zu breit war das Spektrum, das von Ballett über Step und Jazz bis hin zu Hip Hop reichte. Schillernd wie das „Lametta”, sinnlich wie die „Marionetten”, elegant wie die „Träumer” oder doch rasant wie die „Hutzelmännchen” - welcher Tanz der schönste war, lag wohl vor allem im Auge des Betrachters.

Ganz unabhängig von Geschmacksfragen überzeugte aber die generelle Qualität der Auftritte. Obwohl auf der Bühne ausschließlich Amateure am Werk waren, waren die Tänze alles andere als amateurhaft: Vom fünfjährigen Anfänger bis zur fünfzigjährigen routinierten Tänzerin gab jeder sein Bestes, kaum ein Fehler schlich sich ein.

Besonderen Applaus ernteten zu Recht die Hauptdarsteller: Der Erzähler Manni Grouls und Jules Mutter (samstags gespielt von Kyra Dieteren, sonntags von Heike Simunec) überzeugten in ihren Sprechrollen, der verspielte Hund Pfeffernuss (Liona Schwedt, Jule Reuters), der herrlich abgedrehte Kobold Baltus (Eva Vleek, Johanna Ansey) und die Hauptakteurin (Carla Schunk, Anne Gombert) wussten auch als Tänzerinnen zu gefallen.

Wie sehr sich die lange Vorbereitung gelohnt hatte, wurde den 300 Akteuren am Ende nicht nur durch die stehenden Ovationen des Publikums deutlich gemacht. Ob die Akteure nach der Aufführung von ihren stolzen Eltern, der glücklichen Oma oder dem beeindruckten Ehemann in Empfang genommen wurden: Das kleine Leuchten in den Augen der Zuschauer dürfte den Tänzern die schönste Belohnung gewesen sein.
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