Mountainbike-Anlage in Merkstein nimmt Formen an

Von: Oliver Krings
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Voller Tatendrang: Die jungen Biker können es kaum noch erwarten, die zugewiesene Strecke auf der ehemaligen Bergehalde in Angriff nehmen zu können. Foto: Beatrix Oprée
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Genau ausgearbeitet: Insgesamt 600 Meter messen die beiden Strecken, die bergab und wieder bergauf führen.
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Pink markiert die Grenze: Alle Bäume innerhalb werden fallen.

Herzogenrath. „Diese beiden Bäume müssen unbedingt stehen bleiben!“ Thomas Herff, beim Bauhof zuständig für die städtischen Grünflächen, zeigt auf zwei stattliche Stämme mitten im zugewachsenen Birkenhain. „Und in diesem Strauch hier ist ein Vogelnest, habt Ihr das gesehen? Also Finger weg!“

Die kleine Exkursion, die abendliche Spaziergänger jetzt auf der Nordseite der Merksteiner Bergehalde beobachten konnten, galt der Ausweisung einer neuen und diesmal ganz legalen Mountainbike-Strecke. Es hat eine Weile gedauert, doch nun sind alle Modalitäten mit der Stadt geklärt, die Wünsche der jungen Biker auf einen Nenner gebracht mit Belangen des Naturschutzes und der anderen Nutzer des idyllischen Freizeitressorts oberhalb des vom Verein Bergbaudenkmal Adolf betriebenen Besucherzentrums im Fördermaschinenhaus.

Ganz genau wird deswegen der Kurs abgesteckt, will heißen: die 300 Meter lange Downhill-Strecke, auf der die wagemutigen Biker über Rampen, Kurven und Plateaus ihr Talent auf zwei Rädern austesten, und der Pfad, auf dem sie nach rasanter Abfahrt sicher wieder nach oben gelangen können, ohne einem anderen Bike-Artisten in die Quere zu kommen.

Rettungswege ausgewiesen

Sicherheit wird groß geschrieben, weshalb sich auch Markus Albert, Brandoberinspektor bei der städtischen Feuerwehr, ein Bild von der Lage macht. Sollte es zu einem Notfall kommen, müssen die Rettungswege für Feuerwehr und Notarzt genau ausgewiesen sein. Ein Sicherheitsingenieur der Dekra hat die von den Jugendlichen entworfene Streckenführung auch auf diesen Aspekt hin unter die Lupe genommen.

Unter Anleitung von Jens Denk, Vater eines der begeisterten Jungbiker, erhielt der Plan, den Jugendpfleger Oliver Krings beim Ortstermin vor sich herträgt, dann den letzten Feinschliff.

Mit leuchtender Sprühfarbe sind die Grenzen des Parcours‘ deutlich markiert worden – bis hier und nicht weiter. Auch die Erholungssuchenden sollen durch die Aktionen der jungen Leute möglichst nicht gestört werden.

Viel Eigenleistung werden die Jungs aufbringen müssen, das ist eine der Bedingungen für die „Baugenehmigung“ im noch jungen Wald, der sich auf den Hinterlassenschaften der einstigen Kohleindustrie entwickelt hat.

Pünktlich mit dem Ende der Vogelbrutzeit will die Freerider-Truppe ab morgen mit Spaten, Beil, Hacke und Säge den Hang hinaufstapfen, um die avisierten Pfade zunächst vom Grünzeug zu befreien. Kein einfaches Unterfangen: Unmengen stachelige Brombeerranken müssen ausgerissen, Brennnesseln, Efeu und struppige Büsche entfernt werden. Erst dann rückt der Bauhof aus, um die markierten Bäume, im wesentlichen junge Birken, fachgerecht zu fällen.

Deren Holz bildet schließlich die Basis für die Rampen, die die Jungs dann wieder selbst errichten. Dass sie das in Perfektion beherrschen, hatten sie ja – damals noch unwissentlich illegal – im Noppenberger Wald schon einmal bewiesen. Diese, von Spaziergängern kaum bemerkte Anlage hatte die Stadt aus Gründen ihrer Verkehrssicherungspflicht abreißen müssen. Herzogenraths Jusos hatten daraufhin einen Bürgerantrag zur Errichtung einer Alternativ-Anlage gestellt, dem der Stadtrat einmütig zustimmte.

Über Monate werden die Jungs nun an ihrer neuen Strecke werkeln müssen. „Kein Problem“, verkünden sie unisono. Zu groß ist die Vorfreude, mit ihren Dirt- und Freeride-Bikes den Hügel herunterpreschen zu können. Pädagogisch begleitet wird ihr Projekt durch Julia Bleilevens von der Mobilen Jugendarbeit. Natürlich werden auch die wohlwollenden Politiker regelmäßig über den Sachstand unterrichtet. Im Ausgleich für das entfernte Grün ist übrigens ein Acker an der Ruifer Straße zur Aufforstung ausgewiesen worden.

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