Mit Singer-Höfen noch mehr Kaufkraft in Würselen binden

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:

Würselen. Still war es in den vergangenen Monaten geworden um die Realisierung der Singer-Höfe durch den niederländischen Investor Albert C. Blok. Was aber nicht bedeutet, dass sich hinter den „Kulissen“ nichts getan hat. Was der in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vorgelegte Sachstandbericht auch belegte.

Technischer Beigeordneter Till von Hoegen dazu: „Wir haben uns fast jeden Freitag mit dem Investor im Rathaus getroffen und viele offene Fragen aktiv bearbeitet.“ Nicht zuletzt seien die Gutachten, die auf Beschluss des Ausschusses nunmehr bis Ende Oktober vorgelegt werden sollen, vorbereitet worden. Soll doch im ersten Quartal 2014 die Offenlage des Bebauungsplans erfolgen. Dennoch meinte von Hoegen: „Auch wenn das Verfahren schon eine geraume Zeit andauert, sollte im derzeitigen Verfahrensstand dem Investor die erforderliche Zeit eingeräumt werden, um Vermarktungsgespräche führen zu können.“ Dazu Ausschussvorsitzender Hans Carduck: „Dass es Vermarktungsprobleme gibt, dafür haben wir Verständnis. Da müssen wir den Investoren entgegenkommen. Wenn wir Neu-Bürger in die Stadt holen wollen, müssen wir die gewünschten Einkaufsmöglichkeiten schaffen.“ Dass das Projekt mit Albert C. Blok umgesetzt werde, davon sei er überzeugt.

Keine Hanghäuser mehr

Leicht überarbeitet worden ist das im März vorgestellte städtebauliche Konzept. Die notwendigen Stellplätze sollen nun nicht mehr nur im Keller- und Erdgeschoss, sondern auch im 1. Obergeschoss angelegt werden. Wie Blok in der Sitzung betonte, wird es neben dem Anker-Frischmarkt Einzelhandel – nicht über 10.000 Quadratmeter, eher darunter – Eigentums- und Mietwohnungen als wichtigen Bestandteil der Singer Höfe und einen Branchenmix geben. Von den Hanghäusern („Sie waren zu weit in den Kalkberg hinein geplant“) habe er sich verabschiedet, womit er nicht nur bei der UWG, sondern auch bei den Grünen offene Türen einrannte. „Wir brauchen bei diesem großen Projekt Zeit“, warb der Investor um Verständnis.

Warum es bei der Vermarktung hakt, das erklärte die Geschäftsführerin der beauftragten Maniura Immobilien (Düsseldorf), Anne Maniura, in der Sitzung. „Ein Anker muss her, dann fallen alle übrigen Bausteine wie beim Domino.“ Die Rückmeldungen seien schleppend, angesichts der konjunkturellen Lage würden Entscheidungen bei potenziellen Investoren („Wenn Du kommst, komme ich auch“) auf die lange Bank geschoben. Was nichts mit dem Gelände zu tun habe. „Wir finden momentan nicht die besten Rahmenbedingungen vor.“

Für seine Fraktion lobte SPD-Sprecher Christoph Küppers das Engagement und den Fleiß, die vom Investor auch in jüngster Zeit in das Projekt gesteckt worden seien. „Wir wollen nicht, dass an der Bahnhofstraße nur ein Supermarkt mit Freiflächen rundherum entsteht“, betonte er. Ziel müsse es nach wie vor sein, über die Singer-Höfe die Kaiserstraße attraktiver zu machen, dass in Zukunft mehr Kaufkraft in Würselen gebunden werden könne.

Vertrauen ausgesprochen

Wichtig sei es, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen und „in angemessener Eile“ das Projekt weiter zu verfolgen. „Wenn die Gutachten vorliegen, dann haben wir eine Herkulesaufgabe gelöst.“ Angesichts der besorgten Äußerungen von Martina Dubois (UWG) war CDU-Sprecher Balthasar Tirtey davon überzeugt, dass die vorgegebenen Eckdaten bei der Gestaltung des Bebauungsplans eingehalten werden. Zusätzlichen „Drive“ werde das Projekt erfahren, wenn die Gutachten bis zum von ihm vorgegebenen Termin erstellt würden. „Sie sind wichtige Parameter“, pflichtete ihm UWG-Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich bei. Mit einem kleinen „Aber“ – wie hätte es bei ihm auch anders sein können – versicherte er dem Investor: „Sie haben auch unser Vertrauen!“

Viel Erfolg wünschte die Bündnisgrünen-Fraktionsvorsitzende Dr. Renate Knauf dem Investor und der Vermarkterin. Keine Sorge braucht sich der Investor zu machen, dass die Singer-Höfe zu einem Wahlkampf-Thema werden könnte. Das versicherten sich die Fraktionen angesichts des großen städtebaulichen Vorhabens gegenseitig.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert