Nordkreis - Mit Michelangelo zum Musik-Pionier

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Mit Michelangelo zum Musik-Pionier

Von: Stefan Schaum
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Hier spielt die Musik: Per Keyboard und Computer hat Heiko Mürkens große Teile des „Michelangelo“-Albums produziert. Foto: Stefan Schaum

Nordkreis. Dass er mit diesem Album zum Pionier wird, hat Heiko Mürkens nicht erwartet. Als der gebürtige Baesweiler 2008 die ersten Ideen für Stücke entwarf, war progressiver Heavy-Metal die Absicht. Daraus wurde das wahrscheinlich erste deutschsprachige Heavy-Metal-Musical der Welt. „Michelangelo“ – ein Konzeptalbum rund um den italienischen Maler und Architekten. Metal, Michelangelo, Musical. „Schon lustig, wie sich das alles entwickelt hat“, sagt der 36-Jährige.

Als seine Eltern nach einer Italienreise von der Decke der Sixtinischen Kapelle schwärmten, ging alles los. Da hatte der Sohn gleich Großes im Kopf: Bombastische Chöre, Keyboardteppiche, viele Gitarren. „Ich bin halt musikbekloppt, bei mir schwirrt immer was im Kopf rum.“ Seine Brötchen verdient er tagsüber als Automatisierer in einer Motoren-Testfirma, doch anschließend hat ihn die Musik nicht selten bis in die Träume hinein im Griff.

„Es kommt oft vor, dass ich aufwache und Textfragmente auf einen Block kritzele“, sagt er. Oder er springt gleich aus dem Bett und geht ins Tonstudio im Keller. „Ein paar Minuten klimpern, Ideen aufnehmen, dann weiterschlafen.“ Seine Frau lässt ihn gewähren, „die weiß ja, was für einer ich bin“. Auch die kleine Tochter hat schon mitbekommen, dass ihr Papa ab und zu mal von der Spieledecke aufspringt und zum Klavier läuft.

So war das schon immer bei ihm. Auf dem Baesweiler Gymnasium, wo er die Schülerband „Quite Mom“ startete, oder aktuell in der Coverband „Pearls & Pigs“, mit der er an Wochenenden durch die Festzelte und Discotheken zieht. „Musik nimmt schon ‘ne Menge Platz in meinem Leben ein.“

Kein Wunder, dass auch in den Aufnahmen von „Michelangelo“ viel Arbeit steckt. Etliche Personen aus dem Leben des Malers tauchen in dem Album auf, entsprechend viele Sänger standen vor dem Mikro. Einige aus Aachen, auch aus ganz Deutschland. „Das Projekt ist rasch aus dem Keller hinausgewachsen und hat weite Kreise gezogen.“

Ein Sprecher sorgt für verbindende Elemente, es gibt viele Effekte vom Regenwetter bis zum Glockenläuten. Einiges ist am Computer entstanden, doch Gitarren und Bass sind „handgemacht, sonst wär‘s doch kein Metal“. Dass sein Album recht speziell ist, weiß er. Dass hartgesottene Metal-Fans gemeinhin wenig mit Musicals anfangen können, ist ihm auch klar. „Ich hatte ja nie vor, damit in den Charts zu landen“, sagt er, „das hab‘ ich vor allem für mich selbst gemacht.“

Anderen scheint es jedoch zu gefallen. Jüngst hat er einen Brief von der Deutschen Popstiftung bekommen: Sein Album wird am 8. Dezember in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen einen von drei ersten Preisen in der Kategorie Metal-Album erhalten. Also wird es vielleicht doch der Beginn einer Heavy-Metal-Musical-Karriere? Da schmunzelt Heiko Mürkens. „Glaub‘ nicht. Elfminütige Stücke mit etlichen Rhythmuswechseln sind nichts fürs Radio“. Musical hin, Musical her.

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