Nordkreis - Mit dem Klimaschutz vor Ort beginnen

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Mit dem Klimaschutz vor Ort beginnen

Von: Sigi Malinowski
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Energie intelligent nutzen: Städteregion und Kommunen arbeiten an einem „Integrativen Klimaschutzkonzept“. Foto: Stefan Klassen
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Konzepte für den Klimaschutz: Im Energeticon diskutierten auch (v.r.) Ingenieur Andreas Hübner, Umweltdezernent Uwe Zink und Moderator Robert Esser. Foto: mas

Nordkreis. Klimaschutz beginnt (auch) an der offenen Pfanne. Deshalb verzichtet Uwe Zink gerne mal aufs Steak. Warum, das erklärte der Umweltdezernent der Städteregion frank und frei. Denn der Verzicht – nur einmal wöchentlich – würde im Jahresmittel betrachtet eine Einsparung von 138 Kilo Kohlendioxid bedeuten. Bewegt sich jeder Mensch der mehr als 500000 Bewohner der Städteregion an 220 Tagen im Jahr nur jeweils 1000 Meter gehend statt mit dem Auto fahrend fort, käme eine Einsparung von 55 Kilo Kohlendioxid-Ausstoß pro Person dazu.

Oder: Eine Abschaltung der Stand-by-Funktionen an Elektrogeräten sowie die doppelte Nutzung von beschreibbaren Papieren machen in der Summe 145000 Tonnen weniger Kohlendioxid aus, das in die Atmosphäre geblasen wird. „Das kostet nichts und bringt eine Riesenersparnis“, wandte sich Zink schon fast appellartig an die Konferenz.

Im Alsdorfer Energeticon erfolgte die Auftaktveranstaltung „Inte-griertes Klimaschutzkonzept (IKSK) in der Städteregion Aachen“. Es geht um Klimaschutzkonzepte für die Städte Alsdorf, Baesweiler und Herzogenrath. Diese Auftaktkonferenz wurde pa-rallel auch in Eicherscheid für Roetgen, Simmerath und Monschau ausgerichtet. Moderiert wurde die Alsdorfer Konferenz von Robert Esser, Redakteur dieser Zeitung. Er holte neben den Bürgermeistern Alfred Sonders (Alsdorf), Dr. Willi Linkens (Baesweiler) und Christoph von den Driesch (Herzogenrath) auch Uwe Zink und den Essener Diplom-Ingenieur Andreas Hübner ans Rednerpult und bat anschließend zur Diskussion.

Zwischen den einzelnen Beiträgen der Bürgermeister, die die Bedeutung des Klimaschutzes und beabsichtigte Maßnahmen für ihre Städte erörterten, betonte Uwe Zink, die Städteregion sei fest entschlossen, die Kohlendioxid-Emissionen zu senken und sie langfristig neutral zu gestalten. Ein kommunales Klimaschutzmanagement solle die Kräfte bündeln und die schon vorhandenen Potenziale weiter entwickeln.

Dazu habe man eigens eine „Stabsstelle Modellregion Klima“ mit zwei zusätzlichen Mitarbeiterinnen gegründet. Zink unterstrich auch: „Wir haben erneuerbare Energien im Überfluss. Wir müssen sie aber auch genügend einfangen.“ Zwei bis vier Grad Temperaturerwärmung würden bis zum Ende des Jahrhunderts nicht nur Dürre, Überschwemmungen, Hitzeperioden und Unwetter mit sich bringen. Auch die extreme Ausbreitung von Pollen und Zecken sei damit verbunden. Nur die Elektromobilität als Antwort auf den Klimawandel „wird nicht funktionieren“, meinte Zink. Es müsse nun ein Zeitplan für jede Kommune erarbeitet werden, um die Kohlendioxid-Emissionen zu senken.

In einem Diagramm zeigte er die „Verursacher“ auf: Mobilität und Haushalte kommen auf jeweils 30 Prozent, Industrie und Gewerbe sind mit 40 Prozent beteiligt. Bis zum Jahr 2020, das habe sich die Städteregion vorgenommen, will man eine Million Tonnen (40 Prozent) Kohlendioxid-Ausstoß einsparen. Man wolle mit dem Projekt IKSK „eine Kampagne auslösen“, verdeutlichte Uwe Zink. „Dieser Prozess muss sich verselbstständigen, und dazu müssen wir die Bürger nachdenklich machen.“

Ingenieur Andreas Hübner, der sich mit Uwe Zink gemeinsam der Diskussion stellte, kündigte an, „Klimaschutzkonzepte für die Kommunen zu erstellen“. Denn: „Aus der globalen Entwicklung heraus gibt es eine Verantwortung vor Ort.“ Alle Bürgermeister erklärten sich bereit, gerne mitzumachen, um die Zukunftsfähigkeit ihrer Städte zu erhalten. Zur Stärkung des Stadtbildes gehöre auch, das unterstrich Hübner, „die von uns aufgezeigten Handlungsmöglichkeiten einzubinden“. Dazu werde es neben Strategiegesprächen und Kommunalsteckbriefen auch Stärke-/Schwächeanalysen geben, es sollen Kohlendioxid-Bilanzen aufgestellt und lokal spezifische Maßnahmenprogramme erarbeitet werden – mit einer Erfolgskontrolle inklusive.

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