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Merzbrück: Start für Gewerbegebiet nicht vor 2011

Von: clg
Letzte Aktualisierung:
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Unmittelbar am Flugplatz Merzbrück wird sich in Zukunft einiges tun. Die Bagger für das neue Gewerbegebiet werden anrücken, wenn die K34 fertiggestellt und der Verkehrslandeplatz umgebaut ist. Foto: Stefan Klassen

Würselen. Auf einem 19 Hektar großen Areal soll nach dem mehrheitlichen Willen des Rates zwischen Kreisstraße 34 (Osttangente), Bundesstraße 264 und Flugplatz Merzbrück ein städtebaulich gestalteter hochwertiger Gewerbestandort entstehen. Bei einer Bürgerversammlung stellte Ajo Hinzen vom Aachener Büro BKR die Pläne vor.

Der Versammlungsleiter und Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Karl-Jürgen Schmitz, sprach hinsichtlich des Vorentwurfs für den Bebauungsplan 182a von einer Visitenkarte für die Städteregion Aachen und auch für die Stadt Würselen.

Das interkommunale Gewerbegebiet solle ein Anziehungspunkt für qualitätsbewusste flugplatzaffine Betriebe werden. Es handele sich nicht nur wegen der Verkehrsanbindung an die beiden Autobahnen, sondern vor allem wegen des angrenzenden Flugplatzes um einen äußerst günstigen Standort.

An das Straßennetz angeschlossen werden soll das Gewerbegebiet über zwei Kreisverkehre, einmal an der Osttangente und zum anderen an der B 264.

Dass das Gebiet wegen des Zuschnitts nicht leicht zu überplanen sei, gab Ajo Hinzen zu bedenken. Vor allem schränke die Nato-Kerosin-Pipeline mit ihrem Schutzstreifen, die das Gelände auf einer Länge von 570 Metern durchzieht, die gestalterische Flexibilität ein.

Wegen einer Verlegung, wodurch 3482 Quadratmeter gewonnen würden, sind erste Gespräche mit der Wehrbereichsleitung geführt worden.

Der Baudezernent des Kreises Aachen, Uwe Zink, nahm auch zu Fragen zum Flugplatz Stellung. Die Pläne für dessen Erweiterung und Verschwenkung würden öffentlich präsentiert, sobald alle erforderlichen Unterlagen vorlägen. Planer Hinzen rechnete unterdessen hoch, dass im neuen Gewerbegebiet Merzbrück rund 1500 neue Arbeitsplätze entstehen könnten.

Hoffnung auf 1500 Arbeitsplätze

Die bei der Versammlung anwesenden Anlieger stellten nicht nur Detailfragen zur Planung für das Gewerbegebiet. Vielmehr hinterfragten sie auch angesichts der Leerstände im Gewerbepark Aachener Kreuz dessen Bedarf. Ausschuss-Vorsitzender Schmitz räumte dafür zwar eine gewisse Fluktuation ein, sprach aber dennoch von einer „stabilen Auslastung”. Aus der Versammlung war zu vernehmen, dass es sich bei den Leerständen überwiegend um Mietobjekte handele, weniger um Gebäude, die von den Firmen für den eigenen Bedarf errichtet worden seien. Schmitz mit Blick auf die Zukunft der Stadt: „Wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass in dieser einmaligen Lage neue Arbeitsplätze entstehen können.” Und Zink betonte: „Jede Kommune muss für mögliche Investoren entsprechende freie Flächen vorhalten.”

Thematisiert wurde von den Anliegern auch der Lärmschutz an der Autobahn. Dass dieser realisiert werden soll, bekräftigte Fachbereichsleiter Manfred Schmitz-Gehrmann. Er teilte mit den Anliegern die Auffassung, dass die Park & Ride-Parkplätze fertig sein müssen, bevor sich in Merzbrück neue Gewerbetriebe ansiedeln. Inwieweit Lärm vom neuen Gewerbegebiet ausgehe, werde - so Planer Ajo Hinzen - nach dessen Besiedlung geprüft. Dazu müsse dann ein Gutachten erstellt werden. Nach der Abfolge der einzelnen Maßnahmen gefragt, legte Zink dar, dass erst die Kreisstraße 34 fertiggestellt (voraussichtlich Anfang 2011) und die Verschwenkung der Start- und Landebahn des Flugplatzes erfolgt sein müssten, ehe an die Realisierung des Gewerbegebietes herangegangen werden könne. „Die Erschließung und Vermarktung wird am Ende der drei Maßnahmen stehen”, so der Kreisbaudezernent.

Erneut überarbeiten

Ein Bebauungsplan ist nicht nur für das 19 Hektar große Areal in der Mache. Neben dem 182 a wird noch ein Plan 182b aufgestellt, damit sich der dort ansässige Landhandel nach Norden erweitern kann. Die Nutzung wird dahingehend eingeschränkt, dass sich dort nur Gebäude zur Be- und Verarbeitung land- und forstwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie zu deren Lagerung errichtet werden dürfen, eingeschlossen Betriebswohnungen.

Nach Anhörung der Anwohner werden die vorgetragenen Bedenken und Anregungen nun vom zuständigen Ausschuss gewichtet. Nach einer möglichen Überarbeitung der Bebauungspläne werden sie öffentlich ausgelegt. Dann können sich die Anwohner Broichweidens dazu noch einmal zu Wort melden.
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