„Menschen für Menschen”: Kraftakt für die Kinder ist erfolgreich

Von: ath
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Präsentieren stolz das Herzog
Präsentieren stolz das Herzogenrather Endergebnis von 24 449 Euro: (v.l.) Bernhard Ruhl (Projekt „Tellerrand”), Melanie Koehler („Menschen für Menschen”), Bürgermeister Christoph von den Driesch, Wilfried Hammers und Hermann Knopik („Tellerrand”). Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. „Die Summe ist der Wahnsinn”, freut sich Melanie Koehler von „Menschen für Menschen” und hält die Tafel mit dem Herzogenrather Ergebnis hoch: „24.449 Euro”. So viel haben die Herzogenrather im Rahmen der Städtewette für die Äthiopienhilfe von Karlheinz und Almaz Böhm gespendet.

Mit dieser Summe liegt die Rodastadt am Ende um fast 10.000 Euro über „einem Euro von jedem dritten Bürger”, um den der Bürgermeister gewettet hatte. Darauf und auf den achten Rang unter 24 Städten und zwei Sonderwetten (MS Europa und Schwäbischen Zeitung) ist Christoph von den Driesch sichtlich stolz.

Dabei war kurz vor Schluss gar nicht sicher, ob Herzogenraths Erster Bürger gewinnen würde. Die Herzogenrather haben einen Hang zum Nervenkitzel. „Bis zum Burgfest war ich noch gelassen. Meine Rechnung war: Wenn wir Besucherzahlen wie in den Vorjahren haben und jeder Zehnte spendet, dann reicht es. War aber nicht so. Da ist mir dann doch etwas mulmig geworden”, schildert von den Driesch den Endspurt. Da half nur noch eines: telefonieren und Charme spielen lassen. Mit Erfolg, dank einiger größerer Spenden aus Herzogenrather Unternehmen und auch von Bürgern, die die Spenden-Hotline noch einmal zum Glühen brachten, klappte es dann doch.

Auch „Tellerrand” fiebert mit

„Ein Kraftakt, der sich gelohnt hat für die Kinder”, sagt der Bürgermeister. Froh über das Ergebnis ist auch das Team des Straßer Mittagstisch-Projekts „Tellerrand”, das die ganze Geschichte angezettelt hatte. „Das Positive ist: Die Aktion ist durch die Breite der Bevölkerung gegangen. Wenn Menschen die Sinnhaftigkeit eines Projekts erkennen, spenden sie auch”, fasst Mitinitiator Wilfried Hammers zusammen. Nicht nur im Rathaus und beim „Tellerrand” wurde gefiebert, auch Melanie Koehler litt mit. Stündlich hat sie sich den Spendenstand übermitteln lassen. „Ich war sicher, dass meine Städte es schaffen!”

Bei allem Spaß und sportlichen Ehrgeiz, der mit der Aktion (insgesamt kamen über drei Millionen Euro zusammen) verbunden war: Die eigentlichen Gewinner sind die Kinder in Äthiopien. Der Erlös aus der Herzogenrather Wette fließt in den Bau der Anano Mitae Higher Primary School in der Region Jarso Woreda in Ost-Äthiopien. Für 1064 Kinder bedeutet dies eine Chance auf Bildung und damit auf eine hoffnungsvolle Zukunft.

„Menschen für Menschen” zeige seit 30 Jahren, was gehe, „wenn Menschen Menschen die Hand reichten”, sagt Melanie Koehler und erzählt von einem jungen Arzt, der nach seinem Studium nun in sein Heimatland Äthiopien zurückkehre, um dort mit 27 Jahren die Leitung einer Klinik zu übernehmen. Das sei das Geheimnis von „Menschen für Menschen”: Es sei eine äthiopische Organisation. Aber auch eine Hilfsorganisation, die Transparenz mit ganz großen Buchstaben schreibe: „Spenden kommen nicht in einen Topf und werden dann verteilt - hier wissen die Menschen vor Ort, wo die Menschen herkommen, die ihnen helfen und umgekehrt.” Melanie Koehler hat versprochen, die Herzogenrather über den Schulbau auf dem Laufenden zu halten.

Almaz Böhm kündigt Besuch an

„Danke” im Namen der Kinder sagen auch Karlheinz und Almaz Böhm, die nun ihre „Wettschulden”, die Ausrichtung eines äthiopischen Kulturfestes, einlösen müssen. Almaz Böhm möchte dies persönlich tun und alle Gewinnerstädte besuchen. Zurzeit arbeitet sie mit dem Welttheaterprojekt „Theater Salomon” an einem Theaterstück über „Menschen für Menschen”. Ende des Jahres soll es soweit sein: Dann werden auch die Herzogenrather von Christoph von den Driesch und dem Team des „Tellerrand” bekocht. Nicht als Wettschuld, sondern als dickes Dankeschön an alle Spender und Unterstützer.
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