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Melisa Braun-Moreno ist die beste Fantasy-Stylistin in NRW

Von: Holger Bubel
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Hier legt eine Landessiegerin persönlich Hand an: Friseurmeister Thomas Groschupp ist begeistert vom Können seiner Auszubildenden Melisa Braun-Moreno im kosmetischen Fantasy-Style. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Klar, war sie nervös. „Und wie!” Aber am Ende, als sie auf dem Siegertreppchen stand, war sie „einfach nur glücklich”. Der Chef, Thomas Groschupp vom Friseursalon „Figaro” in Alsdorf-Hoengen, wurde sofort per SMS verständigt: „Ich bin Landesmeisterin!”

Auf NRW-Ebene hatte sich die Azubi im Friseurhandwerk, Melisa Braun-Moreno, gegen ihre Konkurrenten auf dem Fachgebiet „Lehrling: Kosmetik - Make up im Fantasy-Style” durchgesetzt. Sechs Wochen hatte sich die 20-Jährige auf dieses Verbands-Event in Köln vorbereitet.

„Zwei- bis dreimal in der Woche habe ich jeweils drei Stunden trainiert. Manchmal auch sonntags”, erinnert sich Melisa. 40 Minuten hatte sie unter den Augen der Fachjury Zeit, um auf dem Gesicht ihrer Freundin Giulia mit Schminke und Stift ein farbenprächtiges Pfauenmotiv zu zaubern.

„Frisur, Gesicht und Kleidung mussten ein harmonisches Bild abgeben. Wichtig waren Farbverlauf und Vielfalt des Motivs”, erklärt Melisa. Die Idee für ihre Umsetzung kam ihr beim Recherchieren im Internet. Dabei war sie auf einen Pfau mit geöffnetem, buntem Federkleid gestoßen. Der Rest war Training, Training, Training...

Ehrgeiziger Weg

Das Team um Friseurmeister Thomas Groschupp unterstützte den ehrgeizigen Weg der Auszubildenden - bis hin zum Erfolg: „Ich bin superstolz und habe mich riesig für Melisa gefreut. Sie hat hart gearbeitet und wurde dafür belohnt. Zweite Plätze hatten meine Mitarbeiterinnen schon, aber ein erster Platz, der fehlte noch”, sagt Groschupp.

Die Geschichte von Melisa Braun-Moreno ist nicht gerade die des Tellerwäschers in den USA, der sich durch Fleiß zum Millionär arbeitet, doch sie kann jungen Menschen, die ihren Weg noch nicht gefunden haben, durchaus Mut machen: Bei Einsatz, Engagement und Interesse am Beruf steht am Ende der Erfolg - im Fall der 20-jährigen Halbspanierin aus Alsdorf sogar ein besonderer mit dem Schritt aufs Siegertreppchen.

Mit dem Hauptschulabschluss hatte sie die Gustav-Heinemann-Gesamtschule verlassen. „Als Jugendlicher hat man schon mal andere Dinge im Kopf als Schule. Ich wusste zwar, dass ich gerne eine Friseurlehre machen würde, aber eine Ausbildungsstelle hatte ich noch nicht”, erinnert sie Melisa. Nach der Schule folgten zunächst zahlreiche Aushilfstätigkeiten: „Ich wollte nicht vom Arbeitslosengeld leben und habe mich daher mit Jobs im Einzelhandel und bei Cinram oder als Kosmetikerin über Wasser gehalten.”

Dass das aber auf Dauer nicht der richtige Weg sein würde, hatte Melisa schnell erkannt. Zehn Monate machte sie eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme beim Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW) in Alsdorf. „Diese Zeit hat mir sehr viel gebracht”, sagt sie heute. „VabW und auch das Arbeitsamt ermöglichten mir, durch Praktika in verschiedene Berufe hinein zu schnuppern.” Unter anderem wurde sie im Hotelgewerbe eingesetzt.

„Doch das sagte mir nicht so zu”, erinnert sie sich an die Zeit in Gastronomie und Küche. Friseur war und blieb „ihr Ding”. Mit den Bewerbungsunterlagen ausgerüstet - wie man das machte, hatte sie beim VabW ja gelernt - ging sie auf Lehrstellensuche in ihrem Wunschberuf. Und... wurde fündig. „Ich kann jedem nur empfehlen, es genauso zu machen. Einfach persönlich anfragen. Und wenn seitens des Arbeitgebers Interesse besteht, direkt die Bewerbung zur Hand zu haben.”

Allerdings hatte Melisa in ihrem ersten Ausbildungsbetrieb wenig Glück. „Die Chemie stimmte nicht.” Wiederum mit Hilfe des VabW und dessen Vermittlung gelang der Wechsel zu „Figaro”. Im Juni steht nun die Abschlussprüfung an. Und dann?

„Dann versuche ich demnächst über den Bundesentscheid den Weg zur Weltmeisterschaft im Fantasy Style. Leider fallen Gesellenprüfung und die deutschen Wettkämpfe in diesem Jahr zeitlich zusammen. Da gilt meine ganze Konzentration natürlich meinem Abschluss. Aber die WM ist in Las Vegas. Und da wollte ich immer schon mal hin...”
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