Meistergrad mit gerade mal zwölf Jahren

Von: Stefan Schaum
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Angriff abgewehrt: Auch beim Übungskampf mit Trainer Jürgen Drautmann packt Damien Becker viel Kraft in seine Tritte. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Papa Marcus hat mit Sport gar nichts am Hut. Der macht es sich lieber an einem Teich bequem und packt in Ruhe die Angel aus. Dieses Hobby teilt sein Sohn zwar mit ihm, doch das allein reicht dem zwölfjährigen Damien Becker nicht. Kampfsport, das ist sein Ding.

Seit sechs Jahren ist er Mitglied des Taekwondo-Clubs Alsdorf und längst nicht mehr zu bremsen. Jüngst hat er die Prüfung zum ersten Dan – dem 1. Poom, wie es bei Kindern heißt – gemeistert. Das schaffen in dem Alter nicht viele.

Seine Freunde haben es ihm auch prompt nicht geglaubt. „Die denken ohnehin, dass ich viel zu ruhig für einen Kampfsportler bin“, sagt Damien. Wie sollte er denn wohl sein? „Viele glauben doch, dass man so ein aggressiver Typ sein müsste. Stimmt aber nicht, im Gegenteil.“ Ihm ist sie nämlich wichtig, diese ganze Philosophie hinter der Kampfkunst. „Man lernt beim Training auch, gut in sich selbst hineinzuhorchen, sich kennenzulernen.“ Stärken, Schwächen, all diese Dinge. „Meinem Selbstbewusstsein hat das richtig gut getan.“ Dem Körper offenbar auch, schließlich hat er bei der Prüfung in Essen alle Anforderungen locker gepackt.

Seine Technik und das Kampfpotenzial haben die Juroren beäugt. Auch ein Bruchtest gehörte dazu, zwei Bretter hat er durchgetreten. Ob er stolz auf sich ist? Klar, doch blickt er schon wieder nach vorn. Ein Jahr lang muss er laut Prüfungsregeln warten, ehe er sich der Herausforderung des 2. Dans stellen darf. Die will er aber angehen. Unbedingt. Denn darum gehe es beim Kampfsport auch: Um den Willen, die nächste Herausforderung anzugehen. Noch höher zu treten, noch mehr Bretter zu durchschlagen. Die eigenen Grenzen zu finden – um sie dann zu überwinden. „Das macht richtig Spaß“, versichert der Zwölfjährige. Was ihn länger hat durchhalten lassen als andere Kinder, die nur selten den Schwarzgurt erreichen? „Weiß nicht. Ich hab zwischendurch auch schon mal daran gedacht, aufzuhören. Aber ich will einfach immer wissen, ob ich auch die nächste Stufe packen kann.“

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