Medizinisches Zentrum: „Wollen in Bardenberg präsent bleiben“

Von: Holger Bubel
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Bleibt von organisatorischen Umstrukturierungsmaßnahmen nicht ausgeschlossen: Das einstige Knappschaftskrankenhaus und jetzige MZ-Betriebsteil in Bardenberg. Foto: Holger Bubel
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Klare Aussage von MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar: „Das ehemalige Knappschaftskrankenhaus ist eine Marke.“

Nordkreis. Es zählt das geschriebene Wort: „Fragen zur Schließung eines Betriebsteils sind im Masterplan nicht vorgesehen und wurden in der Aufsichtsratssitzung nicht diskutiert“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der Geschäftsführung des Medizinischen Zentrums Städteregion Aachen GmbH vom 19. April, nur einen Tag nach besagter Aufsichtsratssitzung.

Warum gibt es diesen Zusatz, dass die Schließung eines Betriebsteils nicht Gegenstand des Masterplans ist? „Weil dieser absolute Blödsinn, den ich nie gesagt habe, nämlich dass Bardenberg aufgelöst wird, als Gerücht kursiert“, sagt MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar auf Anfrage.

Tatsächlich machten solche Sorgen, besonders in Bardenberg, die Runde, in Politik und Bevölkerung, wie Heinz Viehoff, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bardenberg, bestätigt: „Dass ein solch großer Anbau in Würselen hochgezogen wird, legt doch die Vermutung nahe, dass der gesamte Krankenhausbetrieb sich auch dort zentralisieren wird. Was wird dann aus dem alten Knappschaftskrankenhaus in Bardenberg“, fragt er besorgt und fügt an: „Man kann doch nicht mit dem Hammer herumgehen und alles kurz und klein schlagen.“

Genau das habe er auch nicht vor, sagt MZ-Geschäftsführer Bostelaar. „Wir sind nicht das einzige Krankenhaus in der Region, das in die Zukunft investiert“, verweist er auf das Uniklinikum Aachen, das Betlehem-Krankenhaus Stolberg und das St.-Antonius-Hospital Eschweiler.

„Wir müssen im Wettbewerb, den Markt- und Rahmenbedingungen eines unterfinanzierten Gesundheitssystems entsprechend reagieren, um unsere Position als immerhin zweitgrößtes Krankenhaus in der Städteregion zu festigen und auszubauen.“ Dazu brauche es eine weitreichende strategische und medizinische Planung. „Als Unternehmen müssen wir auf wirtschaftlich sicheren Füßen stehen und im Sinne einer optimalen medizinischen Versorgung für die Menschen in der Region uns auch medizinisch und baulich-strukturell positionieren“, erklärt Bostelaar die Investition von 22,4 Millionen Euro und damit „das größte Bauvolumen in der Städteregion“. Dies habe aber nichts mit der Schließung eines der beiden Häuser zu tun.

Allerdings, so räumt der Geschäftsführer ein, werde das MZ in der Zukunft anders aussehen müssen. Derzeit werde „alles doppelt gemacht“ und sei entsprechend „doppelt teuer“.

Die Kernaussage des Masterplans, den er der Öffentlichkeit und der Politik derzeit vorstelle, sehe den Weg weg vom „Doppelhaushalt“ vor. „Wir müssen die Stärken der beiden Betriebsteile herausstellen. Wo liegen sie in Würselen, wo in Bardenberg? Das müssen wir in den nächsten zwölf Monaten analysieren, denn bis dahin soll der Neubau fertiggestellt sein.“

Bürgerversammlung geplant

Dass bestimmte Abteilungen dann innerhalb der beiden Betriebsteile umverlegt werden, das lasse sich nicht ausschließen, sagt Bostelaar. „Aber“, betont er auch, „das alte Knappschaftskrankenhaus in Bardenberg hat eine lange Tradition, ist eine Marke. Daran wollen wir nicht rütteln. Und die Menschen in Bardenberg sind eng mit dem MZ verbunden. Das wissen und schätzen wir.“

Ganz so sieht das auch die Zen-trale der Knappschaft-Bahn-See, wie die Krankenversicherung heute heißt, in Bochum. Diese ist zu 50 Prozent Gesellschafterin des MZ und hat ein gehöriges Wörtchen mitzureden, was die Zukunftspläne des MZ anbelangt: „Mit der Knappschaft wird es eine Auflösung des Betriebsteils Bardenberg nicht geben. Schließlich ist es unser ältestes und damit traditionsreichstes Knappschafts-Krankenhaus“, lässt Sprecher Dr. Wolfgang Buschfahrt auf Anfrage von der Geschäftsführung ausrichten. „Es gibt derzeit am MZ organisatorische Umstrukturierungsmaßnahmen, aber das bedeutet für uns nicht, dass Bardenberg aufgegeben wird. Es mag andere Meinungen geben, aber wir wollen in der Region und in Bardenberg präsent bleiben.“

Mit den Ausführungen über den geplanten Masterplan des MZ-Geschäftsführers bei einem Besuch der SPD Würselen zeigt sich Heinz Viehoff wenig zufrieden. „So wie ich Herrn Bostelaar verstanden habe, soll alles Medizinische in Würselen zentriert werden. In Bardenberg bliebe nur noch die Schmerztherapie und Palliativmedizin.“ Der SPD-Vorsitzende plant, eine Bürgerversammlung einzuberufen, „damit Ruhe in der Bardenberger Bevölkerung einkehrt“. Dann solle sich auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg in seiner Funktion im Aufsichtrat zum Masterplan äußern, sagt Heinz Viehoff.

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