Masterplan für Medizinisches Zentrum geändert

Von: Karl Stüber
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Finanzierung gesichert, „Masterplan 2018“ modifiziert: Vollzug meldeten jetzt (v.l.) Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Christoph Kosinki, Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Betriebsratsvorsitzender André Alzer und MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar. Foto: Karl Stüber

Würselen. Zwei Nachrichten haben die Verantwortlichen des Medizinischen Zentrums (MZ) in Würselen der Belegschaft, Patienten und der interessierten Öffentlichkeit kurz vor der Bescherung unter den Weihnachtsbaum gelegt.

Zum einen haben Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung dem „Masterplan 2018“ endgültig zugestimmt, nachdem zuvor der Städteregionstag seinen Part erfüllt hatte. Zum anderen ist der Masterplan noch einmal in letzter Minute geändert worden – und das in durchaus wichtigen Teilen. Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Etschenberg berichtete von dem zugrunde liegenden Gutachten der „Hanseatische Healthcare Invest GmbH“ (HHI), Hamburg, welche die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Masterplans unter die Lupe genommen hat – als Voraussetzung für die Vergabe des zinsgünstigen Kredits, den die Knappschaft Bahn-See – neben der Städteregion Gesellschafter des MZ – nun dem MZ gewährt.

Während die Städteregion mit einer Bürgschaft in Höhe von 8,5 Millionen Euro für die Investitionen gerade steht, steuert die Knappschaft ein Gesellschafterdarlehen in gleicher Höhe bei, das aber natürlich zurückgezahlt werden muss. Etschenberg verwies darauf, dass diese Entscheidung einstimmig gefallen sei. Keine Selbstverständlichkeit, habe es doch in der Diskussion bis dahin durchaus „eine ernsthafte Krise zwischen den beiden Gesellschaftern“ gegeben. Um so mehr freut er sich jetzt, dass die Finanzierung des Masterplans und damit die Zukunft des MZ gesichert ist.

Der Empfehlung des Gutachters HHI folgend, wird nun doch die Gynäkologie nebst Geburtshilfe in Marienhöhe verbleiben. Laut MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar arbeitet man dort mit annährend 500 Geburten im Jahr durchaus wirtschaftlich. Dafür soll am Standort Bardenberg ein Schmerztherapie- bzw. Palliativzentrum entstehen, wie der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Christoph Kosinski ausführte. Im ehemaligen Knappschaftskrankenhaus Bardenberg vorhandene OP-Bereiche werden für nicht so komplizierte bzw. ambulante Operationen („Kurzliegestation“) genutzt. Die Akutversorgung wird ganz auf den Standort Marienhöhe konzentriert. Neben der Rettungsmedizinischen Versorgung geht es dabei auch um die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), die zur Zeit noch in Bardenberg angesiedelt ist. Hierfür muss in Verhandlungen mit der KV noch eine Lösung gefunden werden.

Unterm Strich werden letztlich in Bardenberg 123 Betten und in Marienhöhe 556 Betten für Patienten zur Verfügung stehen. Laut Städteregionsrat müssen noch die Kosten für die Verlagerung des Amtes 54 (Altenhilfe) und der Kranken- und Altenpflegeschule ermittelt werden. Außerdem wird, so Etschenberg, im Jahre 2016 oder 2017 über eine weitere Investition in Höhe von rund 7 Millionen Euro an Marienhöhe zu entscheiden sein. Dabei geht es unter anderem um die Neugestaltung des Eingangsbereich und einen neuen Zentral-OP.

Hoffnung für die Apotheke

Nachdem eigentlich schon mit dem geplanten Abriss des Personaltraktes in Bardenberg auch das Ende der eigenständigen MZ-Apotheke besiegelt war, scheint sich laut Geschäftsführer Bostelaar doch noch Raum vor Ort zu finden. Die Überlegungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Vermarktung frei werdender Flächen in Bardenberg (22.000 Quadratmeter) machen Fortschritte. Mit der Stadt Würselen, der S-Immo sowie interessierten Investoren wird gesprochen. Betriebsratsvorsitzender André Alzer zeigte sich vom Masterplan angetan, zumal der angestrebte Abbau von 70 bis 80 Stellen ohne Kündigungen erfolgen soll.

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