Markt wird zur Einbahnstraße

Von: ro
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Würselen. Am Markt wird es künftig eine neue Verkehrsregelung geben: Der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung beschloss nahezu einstimmig, zwischen Neuhauser Straße und Sebastianusstraße eine Einbahnstraße einzurichten.

SPD und UWG hatten vor der Abstimmung die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante favorisiert, bei der die Parkplätze zwischen Pfarrhaus und Kirche weiterhin von der Sebastianusstraße erreichbar bleiben sollten. SPD-Sprecher Christoph Küppers signalisierte jedoch Kompromissbereitschaft: „Wir sollten heute einen Beschluss fassen, der lange Bestand hat.” Für CDU, FDP und Grüne sprach Balthasar Tirtey (CDU) und mahnte eine zügige Entscheidung an: „Was vor der Kirche abläuft, war nur als Übergangslösung gedacht und kann so auf keinen Fall bleiben.”

CDU, FDP und Grüne hätten „eine Lösung gefunden, die die meisten Kritikpunkte und Anregungen der Bürger aufgreift, die verkehrstechnischen Notwendigkeiten berücksichtigt und eine städtebaulich sinnvolle Lösung darstellt. Das Wichtigste: Diese Lösung ist praktisch sofort umsetzbar!”, so Tirtey. Nach Vorschlag der drei Parteien soll entsprechend dem Verwaltungsvorschlag kurzfristig auf dem Markt von der Neuhauser Straße bis zur Sebastianusstraße eine Einbahnstraße (außer für den Radverkehr) eingerichtet werden.

Die Zufahrt von der Sebastianusstraße zu den Parkplätzen zwischen Kank und Kirche soll jedoch - entgegen dem Verwaltungsvorschlag - unterbunden werden. „Die Parkplätze werden aus Richtung Markt angefahren”, so der Beschlussvorschlag. Die Gefahr sei sonst groß „dass etwa Ortsfremde, die sich mit einem Navigationssystem orientieren, oder Ortskundige, die aus alter Gewohnheit dort lang fahren, plötzlich vor einem Durchfahrtsverbot am Markt stehen”, präzisierte Tirtey. Da sei das Chaos wieder programmiert. Deshalb solle die Zufahrt von der Sebastianusstraße vollständig unterbunden werden.

Die Argumente der Verwaltung zur Vermeidung zusätzlichen Verkehrs vor der Grundschule und auf dem Markt nannte Tirtey „schwerwiegend”. Genauso wichtig sei die Frage, wie man gefahrlos über die Wilhelmstraße komme. Um diese Probleme langfristig zu entschärfen, seien zwei neue Kreisverkehre an der Friedrich-/Wilhelmstraße und an der Drischer Straße notwendig. Bis zu diesem Ausbau „gehen aber mindestens noch zwei Jahre ins Land”, deshalb müsse eine sofortige Verbesserung der Situation für die Fußgänger eintreten, die die Wilhelmstraße im Bereich Jugendheim überqueren wollen: Deshalb solle kurzfristig eine Querungshilfe anstelle der dortigen Fahrbahnverengung angelegt werden.

„Die Verwaltung wird beauftragt, die Querungshilfe in diesem dann begradigten Fahrbahnabschnitt umgehend zu planen und beidseitig mit Zebrastreifen auszubauen”, so der Beschluss. Bei der weiteren Planung für den Umbau der Sebastianusstraße, Drischer Straße, Wilhelmstraße (Jugendheim) ist nach Vorschlag von CDU, FDP und Grünen von einem Zweirichtungsverkehr auf diesem Straßenzug auszugehen. Am Kreuzungspunkt zwischen Friedrichstraße und Wilhelmstraße sowie am Zusammentreffen von Sebastianusstraße, Wilhelmstraße und Drischer Straße sind die Kreisverkehre vorzusehen. Die Verkehrsbedeutung einer Verbindung zwischen Poststraße und Wilhelmstraße ist nach diesem Vorschlag „hausintern” von der Verwaltung zu prüfen.

Die nachfolgende sachliche Diskussion offenbarte über Fraktionsgrenzen hinweg Gemeinsamkeiten. UWG-Sprecher Ralf Niederhäuser zeigte sich aber über die Wasserrinne am Marktplatz besorgt. Er sprach sich für eine Abgrenzung aus, um spielende Kinder nicht zu gefährden. Markus Carduck (FDP) zeigte sich sehr zufrieden über die Lösung: „Wir hatten große Bauchschmerzen mit dem Marktumbau. Mit diesem Antrag können wir leben.” Und die Forderung besorgter Eltern nach einem Zebrastreifen vor dem Jugendheim werde erfüllt.

„Wir hätten den Einbahnring bevorzugt, die Sorgen der Eltern haben uns aber überzeugt, dass wir mit einem Stückchen Zweirichtungsverkehr leben müssen”, sagte Dr. Ansgar Klein (Grüne). Und SPD-Sprecher Küppers hob hervor: „Es ist sinnvoll, dass wir eine dauerhafte Lösung beschließen.” Einstimmig stimmte der Stadtentwicklungsausschuss dem Beschlussvorschlag von CDU, Grünen und FDP zu. Lediglich in einem Punkt konnte sich die SPD nicht anschließen: der Errichtung eines zweiten Kreisverkehrs an der Drischer Straße.
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