Markt: So soll es nicht weiter gehen

Von: Georg Pinzek
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Nicht nur das Verkehrsschild auf der Sebastianusstraße ist nach einem Unfall in Schieflage: Die Verkehrsführung rund um den Markt muss dringend verbessert werden - das ist das Resultat einer Bürgeranhörung. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Wenn Stadtplaner ihrer Kreativität freien Lauf lassen, dann darf Geld keine Rolle spielen. Da werden Bäume verpflanzt, Stadtmöbel so richtig in Szene gesetzt. Da dürfen Konsumenten flanieren. Kinder haben Platz zum Spielen.

Ein ganzer Straßenzug wird kurzerhand untertunnelt, gebuddelt wird auch für eine Tiefgarage.

Im echten Leben ist das eben nicht vorhandene Geld aber ein ganz entscheidender Faktor. Das gilt auch für den vierten Bauabschnitt Markt. Bei einer Bürgerbeteiligung zur Verkehrsführung, routiniert vom neuen Vorsitzenden des Stadtplanungsausschusses Hans Carduck geleitet, waren sich die meisten offenkundig der finanziellen Lage bewusst.

Kaum einer sprach sich für unrealistische bauliche Varianten aus. Doch auch bei dieser Art „Wunschkonzert” hatten unterschiedliche „Musikliebhaber” im Ratssaal Platz genommen.

So unterschiedlich die Vorlieben der Menschen für Stilrichtungen aber eben sind, so unterschiedlich sind auch ihre Vorstellungen von einem stimmigen Stadtbild.

Für den einen sind „Einbahnstraßen schlecht, weil als Rennstrecken gefährlich” (Ulrich Bergmann). Für den anderen „sicher, weil besonders für Kinder überschaubarer” (Balthasar Tirtey). Da wird die Wasserrinne neben dem Zweirichtungsverkehr als Gefahrenstelle für spielende Kinder erkannt, aber jedes Fahrzeug, das an der nahen Grundschule Friedrichstraße vorbei umgeleitet werden soll, grundweg abgelehnt.

Technischer Beigeordneter Till von Hoegen und Fachbereichsleiter Manfred Schmitz-Gehrmann stellten den jüngsten Vorschlag der Verwaltung für eine neue Verkehrsführung vor.

Der weitere Ausbau der Straßen sollte dementsprechend erfolgen. Doch die Idee, auf dem Markt zwischen Neuhauser Straße und Tittelsstraße wieder die Einbahnstraße einzurichten, fand bislang keine Mehrheit im Rat.

Die übrige, aktuelle Verkehrsführung hat sich laut Verwaltung weitgehend bewährt. Das völlig unübersichtliche und unattraktive Erscheinungsbild (Schmitz-Gehrmann: „So kann und darf das nicht länger bleiben”) sollte aber durch einen Ausbau schnellstens beseitigt werden.

Völlige Übereinstimmung herrschte in der Bürgerversammlung dann auch lediglich in diesen Punkten: Die rotweißen Plastikklötze müssen schleunigst verschwinden, und außerdem die Findlinge - die finde niemand an dieser Stelle im Stadtbild hübsch.

Und nun zu den Differenzen: Mancher vermisst den Platzcharakter des für eine Million Euro umgebauten Markts gänzlich, der nächste wünscht sich Parkplätze.

Für Anwohner Jörg Tullius steht außer Frage: Nach den „Planungsfehlern” müsse das Beste daraus gemacht werden.

Während Eltern besonders besorgt die Sicherheitsaspekte rund um die Grundschule Mitte im Blick haben, sehen Anwohner jede stärkere Verkehrsbelastung vor ihren Haustüren kritisch.

Für die Interessengemeinschaft Markt/Kaiserstraße forderte Günter Dümont den Bau von Kreisverkehren auf dem Markt statt Stadtdach und für den Knoten Sebastianusstraße/Drischer Straße obendrein ein Geländer mit Blumenkästen neben der Wasserrinne.

„Die Brunnenanlage ist peinlich, nicht nur halb-, sondern viertelherzig geplant und gebaut”, ärgerte sich Inge Schulz. Ihr Vorschlag: „Verbreitern auf ein Meter und mit einer flachen Hecke zur Fahrbahn hin für Kinder sicher machen.”

Für von Hoegen war es „erfrischend, wie offen diskutiert worden ist”. Carduck resümierte: „Die Politik muss endlich zu einer klaren Entscheidung kommen. Aber alle Wünsche erfüllen, das können wir sicher nicht.”
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