Herzogenrath - Marcus Jeroch begeistert im Klösterchen

Marcus Jeroch begeistert im Klösterchen

Von: nina
Letzte Aktualisierung:
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Sehens- und hörenswert: Marcus Jeroch begeisterte das Publikum im Klösterchen.

Herzogenrath. Poetische, lustige und nachdenklich stimmende Beiträge treffen auf kreischende Klänge: Kabarettist und Wortakrobat Marcus Jeroch überraschte im Klösterchen mit einem mehr als vielseitigen Programm. Tatsächlich handelte es sich um ein Wortspektakel, zu dem es nicht anzuraten ist, den Geist an der Garderobe abzugeben.

Der 1964 in Hamburg geborene Jeroch ist mehr als ein Kabarettist. Er ist auch Clown und Jongleur und bearbeitet nach eigenen Angaben die „Baustelle Wort”. Das gleichnamige Programm ist seine vierte Solo-Tournee. In Herzogenrath begegnete er einem Publikum, das leichte Unterhaltung liebt, aber dennoch anspruchsvoll ist.

Mit seiner Mischung aus Lesung, Varieté und Komik, die allen intellektuellen Bedürfnissen gerecht wird, traf er deshalb voll ins Schwarze. „Niemand dreht die Zeit zurück”, auch solche und ähnliche Lebensweisheiten ließ Jeroch hören. In verblüffendem Tempo wechselt er Themen und Tonlage, unterlegt Worte mit Körperbewegungen. Sprachrhythmus und Artistik verschmelzen in seiner Show zu einem Gesamtkunstwerk. „Was wäre eigentlich, wenn wir statt den üblichen 26 nur noch 25 Buchstaben verwenden?”, fragte der hintersinnige Jeroch weiter. Wäre die Sprache „aners”, nur weil ein „d” fehlt, oder gar „frem”? „Keine Sorge, ich glaube, es kann auch mit 25 Buchstaben weitergelebt werden”, stellte Jeroch fest.

Nicht nur das Spiel mit Worten und Buchstaben, auch die musikalischen Künste von Begleiter „Schröder” begeisterten die Zuhörer. Ein Ohrenschmaus war „Schröders” Staubwedel-Schlagzeugsolo.

Körper- und Sprachkunst

„Klüger werden, das bedeutet auch älter zu werden - es schließt aber nicht aus, dümmer zu werden”, sagte Jeroch, der Anspruch und Spaß, Sinn und Unsinn, Witz und Wahn als Grenzgänger verbindet. Körper- und Sprachkunst sind sein Metier, Buchstabendreher und Silbentauscher reihen sich aneinander. Auch forderte er da Publikum auf, sich von seinen Plätzen zu erheben. „Allen die den Mut haben aufzustehen, bin ich zu Dank verpflichtet, denn Sie sind ein Publikum, das sich wiedersetzt”, betonte Jeroch den Unterschied zu einem Publikum, das sich widersetzt.

Und die Geschichte von der Frau, die ein Stück vom Himmel ihr Eigen nannte und trotzdem nicht glücklich wurde, stimmte nachdenklich. Dabei verdrehte er aber nicht nur den Wortsinn, sondern auch seinen Körper auf kunstvolle Weise und zauberte vom Ball bis zum Hut mit allerlei Gegenständen.

Auf das Vergnüglichste jonglierte Jeroch, der fernseherfahrene Vielfachpreisträger der deutschen Kleinkunst und bekannte Mitbegründer des Rockzirkus Gosh, mit Wort und Sinn.
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