Luisenbad: Kosten werden deutlich gesenkt

Von: Holger Bubel
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Einzelkarten werden teurer. Ab
Einzelkarten werden teurer. Aber mit der Familien-Abo-Karte lohnt sich ein Besuch im Alsdorfer Luisenbad auch ab dem 1. Januar 2013 immer noch. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Der Auftrag der Politik an die Verwaltung war unmissverständlich formuliert: Erstellen Sie ein Konzept mit einer 100 000 -Euro-Einsparung jährlich für das Luisenbad, damit es noch zukunftsfähig ist. Keine leichte Aufgabe für den Fachbereich Regiebetrieb Sport mit Hubert Sieprath an der Spitze, der für die Umsetzung dieser Aufforderung verantwortlich zeichnet.

Bei der jüngsten Ausschusssitzung für Schulen, Sport und Kultur präsentierte der Verwaltungsmann dann die Ergebnisse und stellte ein neues, kostenreduzierendes Konzept vor.

Hubert Sieprath schickte seinen Ausführungen voraus: „Wir haben die Möglichkeiten, das Hallenbad und die Sauna zu privatisieren intensiv geprüft. Aber ohne Erfolg.” Somit war klar: Weitere Optionen zur Kostensenkung des Betriebs mussten auf den Prüfstand, Schwimmbad- und Sauna-Nutzer werden tiefer in die Tasche greifen müssen.

„Wir haben die Preise so moderat erhöht, wie es ging”, konstatierte Hubert Sieprath. Auch an den Öffnungszeiten wurden die Stellschrauben wesentlich gedreht (Infobox unten). „Dadurch können wir Personal- und Betriebskosten einsparen”, erklärte der Verwaltungsbeamte den Ausschussmitgliedern.

Unter dem Strich würde das neue Konzept auf der Ertragsseite rund 40 000 Euro Mehreinnahmen generieren und auf der Aufwandsseite rund 80 000 Euro einsparen - macht insgesamt 120 000 Euro, womit das Konzept noch über die geforderte Summe Kosten reduzieren würde. Möglich wurde das unter anderem durch die Privatisierung des Massageangebots, wodurch die Personalstelle Masseur eingespart werden konnte. Zudem wurde ein Schwimmmeister, der aus dem Dienst ausgeschieden ist, nicht mehr mit einer vollen Stelle ersetzt.

Auch um eine weitere „halbe Stelle” bei den Badewärterinnen wurde reduziert. „Dafür ist der Einsatz von drei geringfügig beschäftigten Badewärterinnen vorgesehen”, erklärte Sieparth und erntete von den Grünen dafür Kritik. Sieprath rechtfertigte sein Vorhaben: „Seit zwei Jahren haben wir zwei Mitarbeiter, die dauerhaft krank sind. Ich brauche flexible Kräfte, die einspringen, wo Not am Mann ist.”

Die an diesem Abend unausgesprochene Folge dieses dauerhaften Krankenstandes im Luisenbad ist den meisten Ausschussmitgliedern wohl kaum bekannt (zeigte sich doch etwa eine politische Fach-Vertreterin sogar gänzlich darüber uninformiert, dass es im Luisenbad ein Frauenschwimmen gibt...): Ehrenamtler der DLRG müssen gegen Aufwandsentschädigung die Schwimmaufsicht übernehmen, Überstunden häufen sich bei den Festangestellten an, zusätzliche Wochenenddienste kommen hinzu, geplante Urlaube können nicht wahrgenommen werden, - Überlastungen und weitere Krankheitsfälle sind nicht die Ausnahme im Luisenbad.

Weitere Kosten sollen bei der Reinigung des Bades, hier besonders die Sanitär- und Umkleideräume, eingespart werden. Die Alsdorfer Schwimmvereine, die die Halle als Trainings- und Wettkampfstätte nutzen, werden verstärkt in die Pflicht genommen. Auch die Öffnungszeiten werden reduziert, um 6,5 Stunden für die Schwimmhalle und um 4 Stunden für die Sauna. Durch alle Schritte gemeinsam kommen so die avisierten 80 000 Euro zusammen, erklärte Sieprath.

Durch zusätzliche Maßnahmen, „eine moderate Anpassung der Eintrittspreise” und ein erweitertes Kursangebot - hierzu gehören etwa Senioren-Schwimmkurse und Aqua-Fitness -, sollen Mehreinnahmen erwirtschaftet werden. Auch in das ganz neue Angebot, der „Jahreskarte auf Monatsbasis” sowohl für den Schwimm- als auch den Sauna-Bereich, als Anreiz des regelmäßigen Besuchs setzt Hubert Sieprath große Hoffnung. Bei der „Club-Karte” handelt es sich im Prinzip um eine Jahres Karte, die monatlich bezahlt wird.

Für den Besuch des Bades sollen dies 25 Euro und für Sauna in Kombination mit Schwimmhalle 35 Euro sein. Die Karte gilt für zwei Erwachsene und drei Kinder. „Wer nachrechnet, findet schnell heraus, dass der regelmäßige Besucher durch die Karte sogar Geld spart”, sagte Sieprath. Wer etwa dreimal im Monat die Sauna besucht, hat gegenüber dem Einzelpreis bereits einen Euro gespart.

„Der Vorteil - egal ob für Familien oder Einzelbesucher - liegt darin, dass sie den Preis für eine Jahreskarte nicht komplett auf einmal bezahlen müssen und sie sogar noch sparen können”, betonte Sieprath. Damit folge man dem allgemeinen Bezahl-Trend, wie er etwa in Vereinen oder Fitnessclubs bereits schon lange Usus sei.

Mit zwei Enthaltungen wurde das „Konzept zur Optimierung des Betriebes des Hallenbades und der Sauna” dem Rat der Stadt zur Zustimmung empfohlen. Dieser wird dann mit aller Wahrscheinlichkeit entscheiden, dass das Sieprathsche Gedankengerüst umgesetzt wird.

Gute Nachricht für Frühschwimmer: Auch zukünftig können diese von dienstags bis freitags von 6.30 bis 8 Uhr in die Halle.

Reduziert werden die Stunden vornehmlich am Abend: Dienstags wird das Familienbad von 14.30 bis 21 Uhr angeboten (vormals 22 Uhr), mittwochs von 16.30 bis 21.30 Uhr (22 Uhr). Freitags entfällt das Angebot (vormals 14.30 bis 17 Uhr). An diesem Nachmittag sollen weitere Kurse angeboten werden.

An den Wochenenden(samstags, sonntags) ist das Luisenbad für den Publikumsverkehr ab dem Stichtag 1. Januar 2013 von 8 bis 13 Uhr (vormals bis 14 Uhr) geöffnet.

Auch für die Sauna werden sich die Öffnungszeiten ändern: Montags und dienstags (Frauen) schließt die Sauna bereits um 20 Uhr, beziehungsweise 21.30 Uhr. Auch die Männer bekommen mittwochs eine halbe Stunde abgeknapst. Dann schließt die Sauna bereits um 21.30 Uhr.

Die Gemischtsauna freitags schließt eine volle Stunde früher, um 20 Uhr und samstags bereits um 13.30 Uhr.

Geöffnet wird die Sauna mit Ausnahme von montags (12 Uhr) und samstags (8.30 Uhr) täglich auch weiterhin um 9 Uhr.

Auch bei den Preisen wird sich für die Freizeitschwimmer einiges ändern. Um einen Euro wird die Einzelkarte von 3 auf 4 Euro für Vollzahler angehoben. Auch Kinder bis 15 Jahre müssen einen Euro mehr zahlen. Zehnerkarten und Halbjahreskarten fallen weg. Ermäßigte zahlen 50 Cent pro Ticket mehr.

Auch Familienkarten werden um 1,50 Euro teurer (von 7,50 auf 9 Euro, beziehungsweise von 5,50 auf 7 Euro). Zehner-, Monats-, Halbjahres- und Jahreskarten entfallen.

Die neue Kartenregelung soll auch für die Sauna gelten. Hier wird das Einzelticket zukünftig um 2,50 Euro auf 12 Euro angehoben. Zehner-, Monats-, Halbjahres- und Jahreskarten soll es auch für die Sauna nicht mehr geben.

Aufgefangen werden sollen diese Angebote durch „Jahreskarten auf Monatsbasis”. Hierbei zahlen Familien (zwei Erwachsene, drei Kinder) für den Besuch des Bades monatlich 25 Euro. 35 Euro kosten die Karten im Monat für die Saunanutzung.

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