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Literarisches und Leckeres beim Frühlingsfest des Kulturforums

Von: ehg
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Musikalische Begleitung beim Frühlingsfest: Konzertgeigerin und Sopranistin Delyara Schroeder sowie Elena Butsch am Klavier.

Würselen. Eine literarisch anspruchsvolle und kulinarisch schmackhafte Kost servierte der Vorstand des Kultuforums (KuFo) seinen Gästen beim Frühlingsfest im Restaurant „Zitadelle“. Da sprang der Hamster aus dem Rad, die Katzen tanzten im Ballett und ein Esel blies Posaune – so tierisch ging es zu.

Stand der gelungene Abend doch unter dem Motto „tierisch gut“. Und dieser Name war Programm. Bei einem viergängigen Menü wurden echt tierische Gedichte und Geschichten von den KuFo-Rezitatoren Gudrun und Dietrich Hoppe sowie Angela Ortmanns-Dohrmann mitreißend dargeboten. Durch das bunte Programm führte mit adäquaten Zitaten Vorsitzender Günter Kölling, dessen ambitionierter „Macher“.

„Vor 80 Jahren hätte es ein solches Fest nicht gegeben“, wagte Kölling einen ungewöhnlichen Einstieg in den Abend. Er sah es als seine literarische Verpflichtung an, an den unseligen Akt der Bücherverbrennung vom 10. bis 21. Mai 1933 durch die Nationalsozialisten zu erinnern. Doch dann wurde es fürwahr „tierisch gut“.

Der heilige Franziskus kam zu Wort, der mit den Tieren sprach und. Zum Schmunzeln Anlass gab die Antonius-Geschichte. Tiere als beste Freunde, lästige Quälgeister und ärgste Feinde zogen am geistigen Auge vorbei. Hopes Essay über den Floh war ein Volltreffer, was die Gefühlsbindung zwischen Mensch und Tier anbetrifft. Die Tierliebe gehe bei manchen Zeitgenossen so weit, dass sie kein Tierfleisch essen, bekam „die vegetarische Fraktion“ ihr Fett weg.

Es durfte von Herzen gelacht werden! Auf den Lenz mit seinen vielen Facetten wurde ein Loblied angestimmt. Das der Wunsch nach einem Partner in ihm ausgeprägter als zu anderen Jahreszeiten nicht nur bei Tieren ist, das spiegelte sich in den ausgewählten Gedichten und Geschichten wider. Bei Wilhelm Busch fanden sogar die schlaue Mieze und der Hund Molly auf sonderbare Weise zusammen.

Das Rätsel um das Hauptgericht wurde gelüftet, als sich die Rezitatoren der russischen Dichtung zuwandten, nicht nur der unerfüllten Liebe eines Alexander Puschkin. Vielmehr erzählten sie auch die Geschichte des Großfürsten Stroganoff, eines eifersüchtigen Gatten, „der in Omsk, gleich bei Imsk um die Ecke rum von Umsk ein großes Gut besaß“. Der Koch brachte „Filet á la Stroganoff“ auf den Tisch.

Danach verlangte Kölling seinem Publikum äußerste Konzentration für „eine wunderschöne Geschichte“ aus der Feder von Elke Heidenreich ab, und zwar „Nurejew und sein Hund“. Musikalisch umrahmt wurde das Programm von der Russin Elena Butsch am Klavier sowie von der aus Turkmenistan stammenden Konzertgeigerin und Sopranistin Delyara Schroeder.

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