Literarische Leckerbissen serviert

Von: ehg
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Stellten interessante Werke beim Frühstückscafé im Alten Rathaus vor: (v.l.) Margarita Ruppert, Ella Shvemmer, Ulrike Strüder und Angela Ortmanns-Dohrmann. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Literarische Leckerbissen von starken Frauen und über starke Frauen und auch Männer wurden in dem anlässlich des Internationalen Frauentages 2009 von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Silke Tamm-Kanj, inititierten Frühstückscafé serviert.

Neben der kürzlich in den Ruhestand verabschiedeten Leiterin der Stadtbücherei, Angela Ortmanns-Dohrmann, wirkten auch Ulrike Strüder von den katholischen Frauen mit sowie zwei Aussiedlerinnen aus Russland, Ella Shvemmer, die Begründerin des Erzählcafés, und Margarita Ruppert, die sich Lludmila Ulitzkaja, der neuen Stimme Moskaus widmete.

Für Angela Ortmanns-Dohrmann war es Ehrensache, zwei Bücher vorzustellen, die ihr von Frauen zu ihrem Abschied geschenkt worden waren. „Sie müssen heute vorgestellt werden, weil sie ganz meinen Geschmack getroffen haben”, griff sie zu „Schöne Frauen lesen” von Ulrike Draesner. In dieser literarischen Sammlung macht der Leser Bekanntschaft mit verschiedenen Autorinnen jüngerer Vergangenheit bis zur Gegenwart.

Von Ulrike Draesner werden porträtiert: Annette Droste-Hülshoff, Ingeborg Bachmann, Virginia Wolf und Antonia S. Beyatts. Mit „Denken aus Leidenschaft” von Ingeborg Gleichauf stieß Ortmanns-Dohrmann die Tür auf zu Philosophinnen, wobei der Bogen vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart gespannt wurde.

Ein wunderschönes Buch über die 80-jährige Queen hatte Ulrike Strüder „ausgegraben”, unter dem Titel „Die souveräne Leserin” verfasst von Alan Benett.

„Eine Liebeserklärung an die Königin”, kommt die Vortragende aus dem Schwärmen nicht heraus, köstlich und kurzweilig zugleich. Elisabeth II. vergisst über die Beschäftigung mit der Literatur ihre gesamte Arbeit.

Bei Empfängen und Besuchen gibt sie ihren Gästen Rätsel auf, weil sie nur noch mit Zitaten aus literarischen Werken antwortet. Der Hof ist fassungslos, wie sich bei der Königin die Schau von den Dingen geändert hat.

In ihrer Sehnsucht nach dem guten Leben verschlägt es die Weltumseglerin Milda Drüke nach Papua-Neuguinea. Dort wollte sie erleben, wie aus einem Baum ein Kanu wurde. In ihrem Buch „Solomon Blue”, aus dem Ulrike Strüder ebenfalls ein paar Kostproben zum Besten gab, schildert sie, wie die Menschen Ozeaniens, obwohl auch sie nicht im Paradies leben, zum Idealisieren verführen.

Ella Shvemmer, des Deutschen noch nicht so mächtig, hatte es Judith Hermann, eine von Reich-Ranicki hoch gelobte junge Autorin, angetan, nicht zuletzt auch wegen ihrer einfachen Sprache. Wie sie damit bei den Lesern „punktet”, das belegte Ella Shvemmer durch ihre Lesung. Sie war von diesem literarischen Werk so angetan, das sie sich auch in Hermanns zweites Buch „Nichts als Gespenster” verliebte.

Zur „Reise in den siebten Himmel”, aus der Feder von Ljudmila Ulitzkaja, lud Magarita Ruppert ein. In ihr dreht sich alles um einen Arzt, der über einen Röntgenblick verfügt, den er immer dann verliert, wenn er sich verliebt. Dann verabreichte sie mit einem „Abstecher” zu Ulitzkajas Roman-Collage „Daniel Stein” eine weit mehr als gut bekömmliche literarische Kost auf intellektuellem Niveau.

Eine große Rolle spielt in diesem Busch die Auseinandersetzung mit religiösen Fragen: Der Protagonist des Romans ist ein polnischer Jude, der zum Christentum konvertiert und Mönch wird, und der Schauplatz seines Wirkens ist Israel, wo man ohne Religion nicht auskommt.
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