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Literarische Leckerbissen aus weiblicher Feder

Von: clg
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Würselen. Literarische Leckerbissen von und über starke Frauen - aber auch über ein paar Männer - gab es anlässlich des Internationalen Frauentages auch in Würselen. Serviert wurden sie von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Silke Tamm-Kanj.

Neben der unlängst in den Ruhestand verabschiedeten Leiterin der Stadtbücherei, Angela Ortmanns-Dohrmann, und Ulrike Strüder von den Katholischen Frauen machten auch zwei Aussiedlerinnen aus Russland Station im Alten Rathaus.

Zum einen Ella Shvemmer, die Begründerin des Erzählcafés, zum anderen Margarita Ruppert, die sich Ljudmila Ulitzkaja, der neuen Stimme Moskaus widmete.

Für Angela Ortmanns-Dohrmann war es Ehrensache, zwei Bücher vorzustellen, die ihr von Frauen zu ihrem Abschied geschenkt worden waren. „Sie müssen heute vorgestellt werden, weil sie ganz meinen Geschmack getroffen haben”, griff sie zum Buch „Schöne Frauen lesen” von Ulrike Draesner.

Bis zur Gegenwart

In dieser literarischen Sammlung macht der Leser Bekanntschaft mit verschiedenen Autorinnen jüngerer Vergangenheit bis zur Gegenwart. Porträtiert hat Draesner unter anderem Annette Droste-Hülshoff, Ingeborg Bachmann, Virginia Wolf und Antonia S. Beyatts.

Mit „Denken aus Leidenschaft” von Ingeborg Gleichauf stieß Ortmanns-Dohrmann die Tür weit auf zu acht Philosophinnen, wobei der Bogen vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart gespannt wurde. Erst in den 80er Jahren war Christine de Pizan aus ihrem Jahrhunderte langen Dornröschen Schlaf geweckt worden.

In Venedig zur Welt gekommen, lebte und „dachte” sie späterhin in Frankreich. Noch zu Lebzeiten von Jeanne d´Arc, der Jungfrau von Orleans, verfasste sie Gedichte über diese streitbare Frau.

Dass in Gleichaufs Werk die Frauenrechtlerin schlechthin, Simone de Beauvoir, verewigt wurde, verstand sich. Auch die Denkerinnen Edith Stein und Simone Weil kamen zu Ehren. Ein wunderschönes Buch über die britische Queen hatte Ulrike Strüder zur Hand: „Die souveräne Leserin”, verfasst von Alan Benett.

„Das ist eine richtige Liebeserklärung an die Königin”, sagte die Vortragende, „köstlich und kurzweilig zugleich”.

Weltumseglerin

Ein Werk der Weltumseglerin Milda Drüke gehörte ebenfalls zum Pensum. In ihrem Buch „Solomon Blue”, aus dem Ulrike Strüder ein paar Kostproben zum Besten gab, schildert die Autorin, wie die Menschen Ozeaniens zum Idealisieren verführen.

Der Vorleserin Ella Shvemmer hatte es Judith Hermann, eine von Reich-Ranicki hoch gelobte junge Autorin, angetan. „Nicht zuletzt wegen ihrer einfachen Sprache”, sagte die Leserin, die des Deutschen „noch nicht so mächtig” war. Ihre Zuhörerinnen gewann sie dennoch für sich.

Zur „Reise in den siebten Himmel” aus der Feder von Ljudmila Ulitzkaja lud Magarita Ruppert ein. In dem Buch dreht sich alles um einen Arzt, der über einen Röntgenblick verfügt, den er immer dann verliert, wenn er sich verliebt. Abschließend gab es einen Abstecher zu Ulitzkajas Roman-Collage „Daniel Stein”.
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