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Lieder und Lyrik im Alten Rathaus in Würselen präsentiert

Von: ehg
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Begeisterten das Publikum: Sängerin Zeynep Karatag und die Musiker präsentieren Lieder und Lyrik aus der Türkei. Foto: W. Sevenich

Würselen. Eine Premiere der besonderen Art erlebte das Alte Rathaus. Dort wurde auf hohem Niveau eine kulturelle Brücke zwischen dem Orient und dem Okzident, vornehmlich zwischen Deutschland und der Türkei, geschlagen. Musik und Literatur waren die tragenden Elemente.

Mit der Initiatorin der Veranstaltung, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Silke Tamm-Kanj, war Bürgermeister Arno Nelles hoch erfreut über die unerwartet große und außergewöhnliche Resonanz. Ein bunt gemischtes Publikum – fast zu gleichen Teilen türkische und deutsche Besucher – füllte den Saal.

Horizont erweitern

„Wer sich mit anderen Kulturen befasst, erweitert seinen Horizont“, betonte Nelles. Es sei wichtig in einer Welt, die „klein“ geworden sei, so wie an diesem Abend aufeinander zuzugehen. Dazu die Gleichstellungsbeauftragte: „Begegnung, Austausch und Kommunikation sind die Basis für das gegenseitige Kennenlernen und manchmal auch für eine Freundschaft.“ Silke Tamm-Kanj hatte die Initiative zu dem kulturellen Brückenschlag ergriffen, nachdem sie im Frauenplenum die türkische Sängerin Zeynep Karatag, die in Istanbul klassischen Gesang studiert hat, kennen gelernt hatte.

Aus dem Kontakt mit ihr und dank vielseitiger Hilfe sei der Abend „Lieder und Lyrik – aufgespannt zwischen Orient und Okzident“ entstanden. Besonders bedankte sich die Gleichstellungsbeauftragte beim Vorsitzenden der Kulturstiftung, Achim Großmann, und dem Vorsitzenden des Stiftungsrates, Dr. Erwin Schulz, für deren Unterstützung, „ohne die das Konzert in dieser Form nicht hätte stattfinden könnte.“

„Offen Begegnen“

Die charmante, 1974 in Istanbul geborene Sängerin, zog 1999 der Liebe wegen mit ihrer Familie nach Würselen. Nach einer Familienpause bot sie an diesem Abend einen Ausschnitt ihres neuen Repertoires mit neuen Liedern, die ihr Mann, der Musikproduzent Murat Karatag, modern arrangiert hat. Einfühlsam brachte sie die morgenländische Seele der Schnittstelle zwischen Orient und Okzident zum Schwingen, mal besinnlich und mal heiter beschwingt, aber immer mit einem Schuss Melancholie. Ob ihrer hohen Gesangskunst riss sie ihr Publikum zu Beifallsstürmen hin.

Hochkarätig war auch die instrumentale Begleitung. Sowohl solistisch als auch im Trio brillierten die freiberufliche, international tätige Geigerin Katharina Blasel, der Gitarrist Ralf Hollnack, der schon über eine langjährige Bühnenerfahrung verfügt, und die Flötistin Conny Weber-Hürter, die als Gesangspädagogin tätig ist. Auch ihre musikalischen Glanz-Leistungen wurden mit viel Beifall honoriert.

Bei der Auswahl der türkischen Gedichte, die die Schauspielerin und Sprecherin Anush Manukian im akzentfreien Deutsch und in ihrer Muttersprache subtil vortrug, wurde der Bogen über Generationen, von Nazim Hikmet im Jahre 1902 bis in die Moderne gespannt. Sehnsüchte, Hoffnungen und Wünsche – gerade auch von Frauen – klangen in ihnen an.

Die Sehnsucht nach Frieden und Heimat wurde immer aufs „Neue“ thematisiert, wie auch durch die Generationen im Okzident. Tief berührten die Elegien im Haus der Witwen, wo die Kinder wie Kätzchen Schutz bei ihrer Mutter suchen. Eine wunderbare bildhafte Sprache, wie sie für den Orient typisch ist, zog die Zuhörer in ihren Bann und ergriff das eine oder andere Herz.

Damit der Abend zu einem unbeschwerten Genuss werden konnte, wurde auf Eintritt verzichtet. Es wurde nach dem Konzert um eine Spende gebeten. Der Erlös ist bestimmt für die Gruppe „Offen Begegnen“. Hierbei handelt es sich um die Betreuung von jungen Müttern mit ihren Kindern, die noch nicht den Kindergarten besuchen können. Sie möchten schon länger mit ihren „Zöglingen“ einen Ausflug machen. Genüsslich klang der Abend bei türkischer und deutscher Fingerfood im Foyer des Alten Rathauses bei freundlichen unbekümmerten Gesprächen aus.

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