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Langeweile hat in den Ferien keinen Platz

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:

Würselen. Der siebenjährige Philipp ist sich sicher: Diesmal schafft er es. Er nimmt Anlauf, springt ab und macht einen Salto über die circa 80 Zentimeter hohe Stange auf die dicke blaue Matte. Schnell kommt er wieder auf die Beine, dreht sich um und vergewissert sich, dass die Stange noch hängt.

Bei solchen Aktionen sollte man nicht meinen, dass man in das Handballcamp der DJK Westwacht05 Weiden geraten ist. Und doch sind die 31 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren aus diesem Grund in der Sporthalle Parkstraße.

Handbälle sieht man allerdings nicht fliegen. Da wird Fangen gespielt, auf Matten und Bänken gerutscht, Salto geschlagen und mit dem Fußball gekickt. „Wir haben hier kein stures, handballspezifisches Training angesetzt”, erklärt Initiator Ernst Kuck. Vielmehr stehe der Spaß an Sport und Bewegung im Vordergrund.

Auf welche Art und Weise das geschehe, sei da vorerst zweitrangig. Soziale Kompetenz vermitteln und ein Angebot leisten „um die Kinder von der Straße zu holen”, wie der Vorsitzende der DJK Westwacht05 Weiden, Peter Kremer, es nennt, sei dem Verein außerdem wichtig. Denn besonders während der Herbstferien, wenn die meisten Kinder zu Hause sind und nicht verreisen, kommt schnell Langeweile auf.

Nachwuchstalente sichten

Natürlich wird nach den gemeinsamen Teamspielen auch Handball geübt, „sonst wäre es ja ein Sport- und kein Handballcamp”, sagt Ernst Kuck. Einige Nachwuchstalente hat der Verein auf diese Weise in den vergangenen Jahren werben können. Auch der siebenjährige Philipp ist angetan von dem schnellen Spiel, übt nach seinen Salti fleißig werfen und prellen. „Das ist viel cooler als Fußball”, meint er.

Nach all den vielen Spielen und Übungen ist die Truppe müde und hungrig. Gut, dass da die Ehrenamtler ein gemeinsames Mittagessen organisiert haben. „Darauf freuen sich die Kids immer ganz besonders”, erzählt Ernst Kuck. Heute gibt es Bratwurst mit Kartoffeln und Rotkohl. Zum Nachtisch steht frisches Obst auf dem Speiseplan. „Wir achten darauf, den Kindern ein ausgewogenes Mittagessen zur Verfügung zu stellen”, sagt Peter Kremer. So gut gestärkt könnte es eigentlich wieder in die Halle gehen, doch die ist jetzt den Älteren vorbehalten. Die zweite Gruppe des Handballcamps, 16 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, hat sich umgezogen, und läuft sich bereits für die Trainingseinheiten warm. „Hier wird jetzt tatsächlich Handball geübt, gespielt und Technik erlernt”, erzählt Peter Kremer.

Eine Herausforderung

Eine lange Reihe von Spielern hat sich vor dem Tor gebildet, um den Torwart vor eine Herausforderung zu stellen. Im Sekundentakt werfen sie die Bälle in Richtung Netz, die der Torwart abzuwehren versucht - häufig mit Erfolg. Die meisten Jugendlichen in dieser Gruppe sind bereits Handballspieler bei der Weidener Westwacht.

„Das ist allerdings kein zwingender Aspekt”, führt Peter Kremer fort, „im Gegenteil. Wir freuen uns immer sehr, wenn wir auch Kinder und Jugendliche für den Sport begeistern können, die noch nie damit in Berührung gekommen sind.” Das ist zumindest bei Philipp auf ganzer Linie gelungen. Der freut sich jetzt auch noch auf die anstehende Übernachtung in der Sporthalle. Ob in der Nacht noch Handball gespielt wird? Darauf ist der Siebenjährige schon ganz gespannt.
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