Lachen bleibt doch die beste Medizin

Von: Fenja Ermsch
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Kaum bringt Dorfapothekerin Josefa Schimmelreiter (Erna Waßmer, links) den von Bauer Florian Haberleitner (Rupert Pointvogel) georderten und als Jägertee getarnten Wundertrank ins Haus, gerät er direkt in die falschen Hände von Leni Sonnleitner (Heike Augsberger). Foto: F. Ermsch

Alsdorf. Sicher hat sich der ein oder andere schon mal ein „Wundertrankerl” für sich selbst gewünscht. Aber ob es dann wirklich so eins sein sollte, wie die Dorfapothekerin Josefa Schimmelreiter (Erna Waßmer) es an den Mann bringt? Das ist aber fraglich.

Der Dreiakter der aktuellen Spielzeit von dem aus dem Fernsehen bekannten Steiner´s Theater-Stadl „Das Wundertrankerl” handelt von ebendiesem und den Tücken, den die Einnahme des nach Jägertee schmeckenden Getränks mit sich bringt. Der Prototyp des bayerischen Volkstheaters begeistert mit seinem Ensemble seit mehr als 25 Jahren sein Publikum und versteht sich, wie im Eingangslied verbreitet, als Botschafter der guten Laune.

Bauer Florian Haberleitner (Rupert Pointvogel) hat ein schwerwiegendes und faules Problem: sein Sohn. Der an „Frühjahrsmüdigkeit” leidende Peter (Paul Sedlmeir) soll unter die Haube, damit endlich eine tüchtige Bäuerin auf den Hof kommt.

Ginge es nach Haberleitner Senior wäre das die attraktive Nichte der Leni Sonnleitner (Heike Augsberger), die vom faulen Hoferben zum Leidwesen der beiden „Alten” nichts wissen will.

Um die Verlobung doch noch hinzubiegen, verspricht sich Florian Haberleitner Abhilfe von einem 30 Jahre gereiften Rezept: ein Wundergetränk, mit dem das Bewusstsein des „Patienten” so verändert wird, wie man es ihm bei der Einnahme erzählt.

Doch das Konzept - wer hätte das gedacht? - geht tüchtig nach hinten los. Statt der reizenden Nichte Burgl (Désirée Siyum) steht plötzlich ein verkorkster und machomäßiger ,Mann in Lederhosen vor den Alten, Peter macht in Dirndl und blonder Zopfperücke eine nicht minder gute Figur.

In dem ganzen Liebesdurcheinander kommt dann auch noch Haberleitners Magd Zenzi (Gerda Steiner, üblich in Ringelsocken, Pantoffeln, Rock, Schürze, Weste und lustigen Zöpfen) hinzu, die zärtliche Gefühle für ihren Chef hegt.

Mit lustigen Irrungen und Verwechslungen spielen sich die Darsteller komisch und stadl-typisch durch das Stück. Die beim Publikum beliebte und auch aus TV-Serien bekannte Erna Waßmer überzeugte dabei ebenso wie Gerda Steiner mit bestechender Mimik und lautstarkem Sprechorgan, vorlauten Sprüchen und Trinkfestigkeit.

So will die Dorfapothekerin als Gegenleistung für ihren Trank auch nicht die versprochene Milchkuh des Bauern, sondern viel lieber „eine Bierkuh”.

„Lachen macht das Leben schön”, lautete das Lebensmotto des im vergangenen Jahr verstorbenen beliebten Volksschauspielers Peter Steiner. Seine Liebe zur Bühne und zum Publikum machte aus ihm einen einzigartigen Darsteller, der sein 1983 gegründetes Theater getreu seinem Lebensmotto bis zu seinem Tod leitete.

Ganz in diesem Sinne führen nun Tochter Gerda und die Kollegen das Theater weiter und bringen mit ihren Stücken humoristische Leichtigkeit und traditionelle Komik auf die Bühnen in ganz Deutschland.

Das Publikum in der Alsdorfer Stadthalle freute sich über die Aufführung. Das Ensemble inszenierte mit zwei Stunden bayerischem Dialekt und typischem Theater-Stadl-Humor einen turbulenten Schwank.
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