L47n und Sandwerke-Erweiterung: Skepsis überwiegt

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Aufmerksame Zuhörer: Die Orts
Aufmerksame Zuhörer: Die Ortsumgehung Alt-Merkstein und das Abbaugebiet Hochfeld trafen auf großes Interesse. Foto: Tom Vogel

Herzogenrath. Eine Umgehungsstraße soll Alt-Merkstein verkehrsseitig Entlastung verschaffen - irgendwann jedenfalls, belegt die L47n, so der Name der Wunschstraße, derzeit doch nur Dringlichkeitsstufe 2 im Landesstraßenbedarfsplan.

Das bedeutet: Erst einmal darf nur bis zur Linienabstimmung geplant werden. „Den Zeitrahmen für einen Baubeginn wage ich nicht zu prognostizieren”, sagte Bürgermeister Christoph von den Driesch bei der Bürgerinfoveranstaltung im Forum der Europaschule in Merkstein.

Fraglich ist jedoch, ob seitens der Stadt die Realisierung der Umgehung überhaupt weiter verfolgt wird. Darüber wird letztlich der Stadtrat entscheiden. Viele Faktoren werden die Ratsmitglieder abzuwägen haben - auch die Sorgen, Bedenken und Eingaben der Bürger. Diese zu sammeln war neben der Information über den Planungsstand Grund für die Veranstaltung.

Probebohrungen

Das zweite Projekt, zu dem der Dialog mit der Bevölkerung gesucht wurde, waren Expansionspläne der Nivelsteiner Sandwerke. Den Planungsstand zur Erweiterung des Abbaugebiets stellte Geschäftsführer Charles Russel vor. Der Großteil der entsprechenden Grundstücke, so war zu erfahren, befinden sich noch nicht im Besitz des Unternehmens.

Derzeit würden Probebohrungen im Labor analysiert. Nur wenn Quantität und Qualität der vorhandenen Sande im Boden bekannt seien, könne den Eigentümern ein adäquates Angebot unterbreitet werden, führte Russel aus.

Die größte Sorge der anwesenden Bürger drehte sich, wie die Wortmeldungen zeigten, um mögliche erhöhte Lärm- und Staubbelastung. Vor allem die Bewohner Auf der Haag, dem Wohngebiet, das der neuen Abbaufläche im Hochfeld am nächsten liegt, befürchten eine erhebliche Mehrbelastung in dieser Hinsicht.

Russel verwies darauf, dass die Nähe des Abbaus zur Siedlung davon abhänge, was genehmigungsfähig sei. Man habe sich an strengen Lärm- und Schallschutzrichtlinien zu orientieren, entsprechende Gutachten würden angefertigt. Die Sorge um eine Grundwasserabsenkung konnte der Geschäftsführer zerstreuen, diese werde es nicht geben. Dennoch wurde deutlich: Viele der Veranstaltungsbesucher stehen den Plänen des Unternehmens nach wie vor kritisch bis ablehnend gegenüber. Geplant ist der Abbau übrigens für 40 Jahre.

Das Projekt „Ortsumgehung Alt-Merkstein” befindet sich in der Linienfindungsphase. Hierzu wurden eine Verkehrsstudie und eine Umweltverträglichkeitsstudie vorgestellt. Demnach ergebe sich durch die L47n eine erhebliche verkehrstechnische Verbesserung für Alt-Merkstein. Einer Mehrbelastung der Bicherouxstraße stehe die Entlastung, neben einigen anderen Straßen vor allem der Hauptstraße entgegen - und zwar um ganze 65 Prozent.

Das kommt einem wesentlichen Anliegen der Anwohner entgegen, die bereits mehrfach auf die Gefährlichkeit dieser Straße, vor allem für Schulkinder, hingewiesen haben.

Kein Verständnis brachten Teile des Publikums dafür auf, dass nach eigenen Angaben bereits früher auf diesen Missstand hingewiesen worden, aber nichts geschehen sei. Die Bemühungen um eine Umgehung kämen „viel zu spät”. Auch das mit Daten von 2009 vielleicht in 15 oder 20 Jahren eine Straße gebaut werden soll, sei nicht hinnehmbar.

Frühzeitig hinweisen

Eine Kritik, die auch er teile, versicherte der Bürgermeister. Auf lokaler Ebene könne an den Planungs- und Umsetzungsregelungen jedoch nichts geändert werden. Denn die Genehmigungsverfahren sowohl für die Pläne der Nivelsteiner Sandwerke als auch bezüglich der L47n obliegen nicht der Stadt Herzogenrath.

So sei nach von den Driesch die Bürgerinformation zu einem solch frühen Zeitpunkt auch dazu gedacht, die Bevölkerung frühzeitig auf die Möglichkeit hinzuweisen bei den entsprechenden Stellen, also der Bezirksregierung Arnsberg bzw. Straßen NRW, insistieren zu können.
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