Würselen - Kurt Krömer: Von guter Kinderstube plötzlich keine Spur mehr

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Kurt Krömer: Von guter Kinderstube plötzlich keine Spur mehr

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
Frech von der Leber weg: Wenn
Frech von der Leber weg: Wenn Kurt Krömer loslegt, bleibt kaum ein Auge trocken. Foto: D. Gerhards

Würselen. Rumpöbeln mit Berliner Schnauze, das kann Kurt Krömer. Eine Kostprobe gab der Kabarettist bei mit seinem Programm „Der nackte Wahnsinn” auf Burg Wilhelmstein. So richtig nackt wurde der Wahnsinn aber erst zum Schluss.

Sozusagen als Zugabe ließ Krömer die Hüllen fallen. Dreimal kam er unter dem Applaus des Publikums zurück auf die Bühne. Zuerst ohne Hemd, dann in Boxershorts. Zuletzt ließ er kurz bevor er durch den Vorhang abtrat, seinen Tiger-Bademantel fallen.

Davor hatte Krömer - ordentlich angezogen - schon gut ausgeteilt. Etwa gegen die Telekom. „Die Mauer ist weg, aber die Stasi ist noch da. Die Stasi hat sich direkt nach der Wende aufgeteilt in Lidl, Deutsche Bahn und Telekom.” Und die große Telefongesellschaft sollte Krömer einen Anschluss legen.

Gar nicht so einfach, wie sich rausstellte. Um neun Uhr sollte der Service-Mitarbeiter kommen. Krömer war vorbereitet: „Ich stell mich um zehn vor neun vor die Tür. PUK und PIN mit Edding auf die Stirn geschrieben und Service-Unterlagen unter dem Arm.” Doch der Mitarbeiter kam und kam nicht. Aber ohne Telefonanschluss lebt es sich schließlich doch ganz ruhig und beschaulich ...

Als Krömer eine gute Stunde gespielt hatte, fiel ihm auf: „Ich hab noch nicht einmal was Hässliches über meine Frau gesagt.”

Vielleicht auch besser so, denn die hat bei den Krömers eindeutig das Sagen. „Ich gehöre zu der Minderheit der Männer, die zu Hause geschlagen werden.” Und das völlig ohne Grund - so sieht das zumindest Gatte Kurt. „Manchmal komme ich um fünf Uhr morgens nach Hause ... von „einer Besprechung” - ist doch klar. „Und zack: krieg ich die Bratpfanne in die Fresse.”

Wenn Krömer aufbraust, dann kommt die Berliner Schnauze so richtig durch. Dann ist von guter Kinderstube keine Spur. Da ist auch das Publikum nicht sicher. Als eine Flasche umfiel, fragte er: „Spielst Du da oben Murmeln oder ist Dir ein Glasauge rausgefallen?” Und sagen, lässt er sich schon gar nichts: „Keine Vorschriften Kollege, oder ich hau dir nen Spaten an den Hals.”

Und wie sieht der eigene Nachwuchs Papa Krömer? „Was werden meine Kinder mal über mich sagen?” Die Antwort liefert er gleich mit. „Er war ein Arsch, aber er hat immer pünktlich gezahlt.” Oder so viel: „Mein 13-jähriger Sohn ist letztens stecken geblieben. Der wollte unbedingt in die Baby-Klappe.”
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