Herzogenrath - Kursprogramm „Jugend, Arbeit, Zukunft" neu aufgelegt

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Kursprogramm „Jugend, Arbeit, Zukunft" neu aufgelegt

Von: Markus Bienwald
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Ludwina Hupfauer (2.v.l. gehört zum JAZ-Team wie Tanja Esters (4.v.l.), Pia Okon-Prioglu (2.v.l.) und Bettina Michels (5.v.r.) sowie Marie Keus (5.v.l.) und Matthias Bitzer (6.v.l.). Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Ein bisschen aufgeregt ist Lukas Koroll schon. Denn schließlich soll der 14-Jährige aus Krefeld am Abend seine erste Sendung moderieren. Live und ohne doppelten Boden, versteht sich. Aber das Ganze ist am Ende kein Problem, denn Lukas entpuppt sich schnell als wahres Moderatoren-Naturtalent.

Dafür, dass er überhaupt in den Genuss kam, einmal vor der Kamera eine aktuelle Nachrichtensendung zu moderieren, sorgte JAZ. Die Abkürzung steht für Jugend, Arbeit, Zukunft und beschreibt ein umfassendes Kursprogramm, das gemeinsam von der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) und dem Nell-Breuning-Haus (NBH) in Roda aufgelegt wurde.

Neu ist das nicht, allerdings ist das gemeinsame Label neu und auch die Inhalte werden ständig den Anforderungen angepasst. „JAZ steht für eine persönlichkeits- und politisch orientierte Erwerbs- und Lebensweltorientierung für Jugendliche im Bistum Aachen und darüber hinaus“, sagt Ludwina Hupfauer vom NBH.

Unter der komplexen Beschreibung findet sich zum Beispiel das Angebot des Bauernhofseminars am Gut Paulinenwäldchen, an dem auch Lukas teilnimmt. In diesem fünftägigen Seminar wählen die 15 Teilnehmer ab 14 Jahren, was sie gerne machen möchten. Es gibt eine Gartengruppe, die beispielsweise auf dem Feld arbeitet oder das Unkrautjäten übernimmt, eine Küchengruppe, die sich um die tägliche, selbst frisch zubereitete Versorgung kümmert und eine Holzgruppe, die Bänke für das gemütliche Beisammensein am Lagerfeuer baut.

Und natürlich gibt es auch die Dokumentationsgruppe, bei der Lukas aktiv ist. In einem kurzen Videoblog ist er als Nachrichtensprecher der Gruppe zu sehen, der darüber berichtet, was den ganzen Tag über gemacht wurde. Auch das Essen für den nächsten Tag wird verraten und beim Wetter gibt es, entgegen der üblichen Gewohnheiten, eine Rückschau.

„Naja, wir mussten ja schon für den ersten Abend ein paar Nachrichten haben, und da wir das Wetter von Morgen noch nicht hatten, haben wir eben gesagt, wie es heute war“, sagt Lukas achselzuckend. Und er lacht dabei, genauso wie Monique Boden.

Die 14-Jährige aus Hückelhoven war bis zu ihrem kleinen Fehltritt im Beet bei der Gartengruppe. Nun liegt sie mit dickem Knöchel in der Schubkarre und genießt es, wenn sie jemand von einer zur nächsten Station schiebt. „Schön ist, dass man trotz der Arbeit viel Spaß hat“, findet sie und freut sich auch darüber, dass die Teamarbeit so gut klappt.

„Das A und O sind hier Improvisation, Flexibilität und das Durchhalten“, unterstreicht auch Tanja Esters, die als pädagogische Mitarbeiterin der CAJ das Projekt vor Ort betreut. Das Bauernhofseminar, das tagsüber die Idylle des Gutes nutzt und abends die Ruhe und Ausstattung des NBH bietet, steht auch sinnbildlich für das umfassende Programm, das CAJ und NBH seit 30 Jahren teilen.

„Die vielfältigen Seminare und Bausteine zur Berufswahl und zum Berufseinstieg sind mit bewährten Konzepten und Methoden ausgestattet“, umschreibt Ludwina Hupfauer die Palette.

Es werden beispielsweise gesellschaftliche Schlüsselqualifikationen vermittelt, Berufsorientierungscamps geboten, gezeigt, wie Bewerbung richtig gut geht und auch die Kompetenz getestet. Natürlich bietet diese Mischung auch ein ideales Betätigungsfeld für nebenberufliche Mitarbeiter an.

Dieses 15- bis 20-köpfige Team kommt aus verschiedensten Berufsrichtungen und Lebenslagen, ergänzt mit einer Altersspanne von 20 bis 53 Jahren ideal das JAZ-Angebot. „Ich kann hier sehr gut erfahren, was Jugendliche anspricht und beschäftigt“, sagt beispielsweise die 26-jährige Marie Keus, die Teil dieses Teams ist. Herauszufinden, was bei jungen Menschen gerade wichtig ist, ist ein anderer Punkt, der ihr an der Mitarbeit hier so viel Spaß macht.

„Weil es immer wieder schön ist mit anderen Schülern zu immer wieder anderen Ergebnissen zu kommen“, sagt auch Matthias Bitzer, 26, der seit fünf Jahren zur JAZ-Mannschaft gehört. Pia Okon-Piroglu als pädagogische Mitarbeiterin des NBH findet, dass die heute immer wichtiger werdenden „Soft Skills“, also die gesellschaftlichen Schlüsselqualifikationen, über die Kurse bestens gelernt werden können.

„Teamfindung und Konfliktbereitschaft gehören unbedingt dazu“, sagt sie. „Und natürlich sind wir immer auf der Suche nach Teamern, die von uns in Seminaren gut herangeführt werden“, ergänzt Bettina Michels, pädagogische Mitarbeiterin der CAJ. Empathie und Lebenserfahrung sollten sie mitbringen, welchen Beruf sie haben, ist hingegen nicht so wichtig.

Denn relevant ist, wie sie sich in die Gruppe finden und dann bei Kindern wie Moderator Lukas verborgene Talente in spielerischem Umgang ans Tageslicht fördern können.

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