Herzogenrath/Duisburg - Kunstpreis „Jugend interpretiert Kunst“: Gesamtschule ist dabei

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Kunstpreis „Jugend interpretiert Kunst“: Gesamtschule ist dabei

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Blick in die Kunst: Durch Löcher im Holzquader können Ausstellungsbesucher auch das Innenleben in Augenschein nehmen.
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Löcher und viele bunte Bretter: Den Würfel haben die Merksteiner Schüler im Duisburger Museum Küppersmühle präsentiert.

Herzogenrath/Duisburg. Von außen betrachtet ist es nur ein einfacher Würfel. Allerdings einer mit einer beachtlichen Kantenlänge von 1,60 x 1,60 Meter. Wo ein Spielwürfel seine Punkte hat, sind Löcher hineingeschnitten worden. So bieten sich faszinierende Einblicke in sein Innenleben.

Der Würfel ist ein Kunstwerk und dafür verantwortlich ist der Oberstufenkurs Kunst der Merksteiner Gesamtschule. Im Museum Küppersmühle konnten die rund 30 Schüler immer wieder kreativ werden, und zwar als Teilnehmer des bundesweit ausgeschriebenen Preises „Jugend interpretiert Kunst“.

Was die Jugendlichen geschaffen haben, kann sich sehen lassen. Unter den schlichten, unbehandelte Bauholzplatten – der Außenhaut des Würfels – finden sich vielfältige, farbenfrohe Objekte, die aus Holzbrettern gestaltet sind. Es ist gleichsam der Blick in eine andere Welt. Den gewinnt der Betrachter jedoch nur, wenn er sich die Mühe macht, mit dem Kopf ganz nahe heranzugehen und ihn besser noch hineinzustecken. Erst dann erschließt sich ihm das Verborgene des Objektes. „Bretter, die die Welt bedeuten“ hat der Kunstkurs das Objekt genannt, das er in seiner Interpretation der Werke des deutschen Malers und Grafikers A.R. Penck und der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven entwickelt hat.

Der Ausspruch „Bretter, die die Welt bedeuten“ ist als fester Begriff in der Bühnenwelt bekannt. In der Interpretation der Schülerinnen und Schüler sind es allerdings ungewöhnliche Bühnenbretter. Kleine oder größere Bretter, willkürlich bunt, nicht der Norm folgend – auf ihnen haben alle Kursteilnehmer persönliche Empfindungen, die für sie die Welt bedeuten, in Farbe umgesetzt und so ihre Seele auf die Bretter übertragen. Die Idee dahinter: Die Seele braucht besonderen Schutz, im Inneren des Würfels verborgen ist dies der Fall. Zugleich steht der Würfel mit seinen Zahlen dafür, dass man nie weiß, wie er eigentlich fällt und was das Leben noch für die jungen Menschen bereit halten wird.

Lehrer ist beeindruckt

Kunstlehrer Thomas Kleynen ist beeindruckt von der Leistung der Schüler. „Es ging hier um die Frage, welche Rolle Kunst allgemein im Leben der einzelnen Schüler hat und welche Bedeutung die Schule im Allgemeinen und der Kunstunterricht im Speziellen dabei hat.“ Konsens habe im Kurses darüber bestanden, dass Kunst ein Ausdrucksmedium sei, das aber jeder auf seine Art unterschiedlich nutzen kann, und dass der Kunstunterricht einen Rahmen biete, zugleich jedoch die Kunst des Einzelnen durch Vorgaben einschränke. „Jeder Schüler gestaltete hierzu in Anlehnung an A.R.Pencks quasi archetypische Symbolik ein Holzstück, das das individuelle biografische Kunstempfinden ausdrückt.“

Seit dem vergangenen Frühjahr hatten sich die zwanzig ausgewählten Teilnehmergruppen des Kunstpreises regelmäßig im Museum Küppersmühle getroffen. Nach der langen und umfangreichen Auseinandersetzung mit den dort ausgestellten Werken ist ein Gemeinschaftswerk entstanden. Die Entwicklung des eigenen Kunstobjektes war „nur“ der eine Teil, die lange Auseinandersetzung, der Schaffensprozess der ebenso wichtige andere Teil. Vorgabe der Jury war, dass am Ende jeder Einzelne eine persönliche Interpretation schaffen sollte, die dann aber zu einem ganzen, gemeinsamen Objekt zusammenwachsen sollte.

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