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Kunden sollen in Kohlscheids Zentrum gelenkt werden

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:

Herzogenrath. Tausende Fahrzeuge passieren die Roermonder Straße täglich einmal hin und einmal her. So viel Laufkundschaft macht die Strecke zwischen TPH und Mühlenbachstraße natürlich besonders attraktiv für die Ansiedlung von Handelsbetrieben. Aber dem sind nun Grenzen gesetzt.

Denn die Ortsmitte Kohlscheids soll als „eigenständiges und vitales Zentrum auf Stadtteilebene” gefördert werden - ganz gemäß dem im September 2008 novellierten Einzelhandelserlass der Landesregierung. Das den Kommunen hier auferlegte Einzelhandelskonzept zur „Abgrenzung der zentralen Versorgungsbereiche” hatte Herzogenrath schon parallel auf den Weg gebracht - abgeleitet vom Städteregionalen Einzelhandelskonzept Aachen (STRIKT).

„Schon weit im Graben”

Konkrete Bebauungspläne sollen nun Fakten schaffen. Bewusst, so legt die Verwaltung dar, habe die Stadt während des mehrjährigen Neuformulierungsprozesses der landesplanerischen Ziele keine Satzungsbeschlüsse gefasst. So können zurzeit denn auch ein Schuh-, ein Drogerie- und ein Bekleidungsmarkt am Standort Honigmannstraße eine Heimat bekommen.

Was eine weitere Entwicklung in diese Richtung anging, war zwischenzeitlich Eile geboten, da eine konkrete Bauvoranfrage für einen Lebensmitteldiscounter samt Parkplatz auf Höhe der Roermonder Straße 180 vorliegt, die vorbehaltlich der Behördenbeteiligungen ebenfalls hätte genehmigt werden müssen. Dass hier „der Karren schon relativ weit im Graben” gewesen sei, kritisierte FDP-Ratsherr Björn Bock und versagte im Umwelt- und Planungsausschuss als einziger die Zustimmung zum entsprechenden Bebauungsplan-Dringlichkeitsentscheid samt Veränderungssperre.

Einstimmig erfolgten hingegen die Aufstellungsbeschlüsse für die Bebauungspläne Bahnstraße und Industriestraße. Damit steht hier fest, dass „zusätzliche Nahversorgungsangebote” ausschließlich auf das Zentrum Kohlscheids sowie Standorte „mit Wohngebietsbezug” beschränkt werden. Zudem soll großflächiger Einzelhandel mit „nicht-zentrenrelevanten Kernsortimenten” auf „städtbaulich geeignete” Flächen konzentriert werden.

Fürs Handwerk reservieren

„Grundsätzlich muss der ganze Bereich Roermonder Straße so geplant werden, dass wir uns wiederfinden”, fordert CDU-Fraktionschef Reimund Billmann. Die Ansiedlung von Handwerksbetrieben schwebt der Verwaltung vor. Doch letztlich, so verdeutlicht der Technische Dezernent Rüdiger Staron im AZ-Gespräch, laufe alles auf einen Kompromiss hinaus zwischen „städtebaulich Idealisiertem” und dem, was für den Grundstückseigner wirtschaftlich darstellbar sei.

Bestes Beispiel: der Neubau des Autohauses an der Weiher-/Banker Straße. Das Grundstück, einst in Besitz von Evonik, über Jahre liegen zu lassen, habe nun ein gutes Ergebnis gezeitigt. Im Bereich Halde Wilsberg hingegen waren Planungen und Wirtschaftlichkeit nicht in Einklang zu bringen, „weswegen wir mit dem Eigentümer nun neu überlegen müssen”, sagt Staron.
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