Herzogenrath - Kulturagentenprogramm: Erstes Zwischenfazit fällt positiv aus

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Kulturagentenprogramm: Erstes Zwischenfazit fällt positiv aus

Von: Elisa Zander
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Perspektivenwechsel: In der Au
Perspektivenwechsel: In der Ausstellung „Eine Insel ohne Angst” bekommen die Betrachter Denkanstöße zu den Existenzen und Ängsten von in der Dritten Welt lebenden Menschen geliefert. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Nelio muss sich entscheiden: Entweder seinen Bruder erschießen, oder der Bandit neben ihm tötet sowohl ihn als auch seinen Bruder. In einer Kurzschlussreaktion schießt Nelio auf einen der Banditen und flüchtet, seinen Bruder fest an der Hand haltend.

Die Szene aus Henning Mankells „Chronist der Winde” ist eindringlich, laut, konfrontativ. Der Kurs „Darstellen und Gestalten” des neunten Jahrgangs unter der Leitung von Nicole Jacobi und Marc Ervens hat sich im vergangenen Schuljahr mit der Erzählung beschäftigt. Es ist eine von drei Konzeptionen, die als „Startgeld-Projekte” während eines Kulturnachmittags präsentiert werden.

Erarbeitet haben Schüler und Lehrer den „Chronist der Winde” im Rahmen des „Kulturagenten-Programms”, welches die Europaschule Herzogenrath seit vergangenem Jahr mit den Partnern Willy-Brandt-Gesamtschule Übach-Palenberg und Roda-Schule durchführt. Für vier Jahre ist Katrin Eickholt, Theaterpädagogin am Theater Aachen, die Kulturagentin für die drei Schulen.

Werkschau für Schüler

Um jene Schüler in die Ergebnisse einzubinden, die nicht an der Erarbeitung beteiligt waren, hat die Kulturbeauftragte der Schule, Imke Voigt, eine Werkschau organisiert, zu der auch einige Eltern gekommen sind. So spielen sich die einen Schüler in Mankells Werk in einzelnen Abschnitten ausdrucksvoll durch die Schule, schaffen so verschiedene Schauplätze und thematisieren dort Kinderarmut und das Überleben von Kindern in der Dritten Welt. „Meine Geschichte ist zu Ende - und sie beginnt immer wieder von vorne”, zieht der Erzähler das Resümee.

Während die Schulband spielt und der Duft von frischgebackenen Waffeln in die Nase steigt, streifen einige Schüler durch eine Ausstellung von Schülern der 7b. Sie haben im Kunstunterricht bei Thomas Kleynen zum Thema „Eine Insel ohne Angst” Objekte erstellt. Angeregt durch Unicef, das nach Projektideen gefragt hat, entwickelten die Schüler Gegenentwürfe zu (Existenz-)Ängsten von Kindern in der Dritten Welt. Eine Hütte, die Laura Schimpfössl (12) und Aceyla Cay (13) gebaut haben, bietet Schutz, erzählt die Geschichte von Menschen, die „anders” sind, erklären sie. Sogar ein Video haben sie gedreht.

„Mit der Möglichkeit, das Kulturangebot der Schule deutlich zu ergänzen”, wie der didaktische Leiter Jens Klein erläutert, wachse auch die Option, „einen größeren Teil von Schülern und Lehrern in die kulturelle Arbeit mit einzubeziehen.” Man habe festgestellt, dass aufgrund des vorhandenen Angebots auch ein immer größeres Bedürfnis von Schülern bestehe, selbst kulturell zu arbeiten. Unter diesen Voraussetzungen haben die Verantwortlichen für das laufende Schuljahr sieben Projekte initiiert, um möglichst viele einzubinden. Diese werden in den normalen Unterricht integriert - derzeit noch in diversen Kunstkursen, künftig sollen aber auch Deutsch- oder Musikunterricht als Rahmen dienen.

Kulturarbeit vorantreiben

Während derzeit die drei kooperierenden Schulen noch jeweils eigene Projekte realisieren, um die individuelle Kulturarbeit voran zu treiben, sollen zum nächsten Halbjahr Projekte beantragt werden, an denen zwei oder alle drei Schulen beteiligt sind.

Das dritte Projekt, das an diesem Kulturnachmittag vorgestellt wird, ist aus einem weiteren Kurs „Darstellen und Gestalten” des neunten Jahrgangs. Unter der Leitung von Stefanie Podufal zeigen die Schüler das Stück „70er Jahre Theater”. In dem gespielten Dialog geht es um Generationenkonflikte: Großeltern sprechen über das, was zu ihrer Jugend spannend war, und die Enkel versuchen zu vermitteln, wie es in ihrer Zeit heute aussieht. Tanzunterricht trifft gedanklich auf die Trendsportart „Parkour”. Und die gefühlten dramatischen Unterschiede erweisen sich im Laufe des Dialogs im Prinzip immer mehr als diverse Gemeinsamkeiten.
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