Baesweiler - „Kultur nach 8”: Jürgen Beckers kann auch ohne Harry

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„Kultur nach 8”: Jürgen Beckers kann auch ohne Harry

Von: eb
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Franz Brandt (l.) und sein Qua
Franz Brandt (l.) und sein Quartett gestalteten Baesweilers „Kultur nach 8” mit: Jürgen Beckers freute sich über den Besuch seines Alsdorfer Musikerkollegen. Foto: eb

Baesweiler. Es ist wie immer im April. Harry kommt nicht. Im vergangenen Jahr schlenderte Beckers-Musicus Harald Claßen mit seinen „Puten” durch Domburg. Jürgen Beckers musste nun seinen Bandleader erneut entschuldigen.

„Er ist zu einer Kommelijon in Ulm”, erklärte der Chef dem Publikum die urlaubsbedingte Absage des „Tastengottes”. Das Publikum bedauerte zutiefst und ließ ein langgezogenes „Oooooohhhhhh” durch die Alte Scheune ziehen. Aber ohne Harry wollte Beckers seinen Abend mit dem Titel „Dia(leck)t mi am Oka” nun doch nicht beginnen lassen.

Also wurde es - ganz im Stile der großen TV-Events - mit einer Liveschaltung per Handy probiert. Aber Harald hatte nachösterlich abgeschaltet. Die Mailbox lief. Dass es auch ohne Einblenden des sympathischen Würseleners ein - gewohnt - hochklassiger Abend wurde, lag an mehreren Komponenten. Beckers „mullte” wie jewohnt auf hohem heimatlich dialektischem Niveau und präsentierte Ehrengäste feinster rheinischer Coleur aus den beiden A-Städten Alsdorf und Aachen. Gitta Haller und das Franz Brandt Jazz-Quartett gestalteten den Abend der Mundart mit.

Beckers gehört der Auftakt, und da durchstreift er Hoengen, lässt ein Original wie Quadens „Scheep” einfließen. So erfrischend, dass man selbst in Baesweiler eine genaue Vorstellung hat. Der Künstler erwandert sprachlich seinen Heimatort Mariadorf und holt ganz locker die Kirchenputzfrau Straußfelds Lisa heraus. Hier, in Mariadorf pflegt man halt eine ganz andere Sprache als in Loverich oder Setterich. Aber wenn der Hausmann mit einem Strauß Rosen aus dem Blumenladen kommt, dann weiß man allerorten, „ach, der Beckers maaht at wörm enne Schmu”! Die Leute verbiegen sich, als er vom Restaurant Arnold in Mariadorf erzählt, in dem der mit leicht französischem Akzent arbeitende Kellner nicht wusste, was es mit Rammenassen in der Bestellung auf sich hat.

Beckers in der Burg Baesweiler, das passt wie die schwarz-gelbe Borussia in den Westfalenpark hinein. Sein Programm bekommt noch ein paar zusätzliche Sahnehäubchen, als die Aachenerin Gitta Haller - fast 84-jährig - Öcher Leedscher singt und das Franz-Brandt-Quartett jazzt. Eins ist nach dem pfeffernden Heimatabend im Rahmen der „Kultur nach 8” sicher: Zum Arzt geht nun keiner mehr, um sich die Diagnose „isch han der Moka” bestätigen zu lassen. Das schafft allein der „Dr.” Jürgen...
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