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Künstler schätzt auch die Lücken und Mängel

Von: bk
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Vernissage der Ausstellung „Leeren, Lücken, Mängel und Poröses“ mit Museumsleiter Prof. Dr. Fritz G. Rohde, Kunsthistorikerin Renate Puvogel und Künstler Jochen Mura (v.l.). Foto: Birgit Küchen

Herzogenrath. Architektur spielt eine große Rolle in der Ausstellung „Leeren, Lücken, Mängel und Poröses“ des Aachener Künstlers Jochen Mura, die vom Herzogenrather Forum für Kunst und Kultur im Eurodebahnhof präsentiert wird.

Obwohl bei den insgesamt 16 ausgestellten Objekten keine Bauzeichnungen und Entwürfe, Skizzen oder Modelle für realisierende Bauten zu finden sind, ist die Architektur das bestimmende Element. Hier begegnen dem Besucher stattdessen farbige Wandzeichnungen, 3D-Skulpturen und ruinöse Architekturmodelle unter Glas, zusammengestellte Fotografien sowie Collagen aus bearbeiteten historischen Entwürfen.

Viele Materialien

Für seine Werke verwendet Mura Materialien wie Holz, Glas, Karton, Farbe, Drucke, Dämmstoffplatten und Topfpflanzen, die er teilweise zweckentfremdet einsetzt. Dennoch lässt er sich bei seinen Arbeiten durch die Realität und den urbanen Raum inspirieren. „Mit einer Kamera bewaffnet durchstreift er als kritischer Beobachter die Stadt. Dabei interessierte ihn nicht etwa der architektonisch herausragende Solitär, vielmehr stößt er sich an den Bruch- und Leerstellen. Das Durchschnittliche reizt ihn oder aber die kuriosen, abnormen Auswüchse zeitgenössischen Bauens. Ausdrücklich betont er, keine Kritik üben zu wollen, und dennoch zeugen seine Arbeiten von einer wachen Aufmerksamkeit und kritischen Stellungnahme“, betonte Kunsthistorikerin Renate Puvogel bei der Vernissage.

Jochen Muras Wandobjekt „Displace“ beispielsweise lässt von weitem auf ein konstruktives Gemälde vermuten. Tatsächlich sind jedoch auf Glas und Karton Partien gemalt, die hintereinander gestaffelt oder schräg gestellt wurden. Diese einzelnen Komponenten ergeben ein kompliziertes, raumhaltiges Gebilde zwischen Collage, Relief und Skulptur. Als ein weiteres abstraktes Objekt gelten die „Geschossbauten“, die in mehreren Erscheinungsformen in dieser Ausstellung gezeigt werden. So gibt es zum einen die Farbzeichnung und zum anderen Plastiken, die horizontal und vertikal aufgestellt aufgestellt sind und eher an Wolkenkratzer als an gigantische Wohnungsbauten erinnern.

Permanente Präsenz

„Mit meinen Arbeiten thematisiere ich so das Andere der permanenten räumlichen Präsenz, nämlich die Leere, die Lücke, den Mangel als das, was der Raum mutmaßlich umschließt, was er birgt, worauf er verweist, auf die Leerstelle, die ihm möglicherweise innewohnt“, erklärte der Künstler.

Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Dezember dienstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr im Forum für Kunst und Kultur im Eurodebahnhof, Bahnhofstraße 15, in Herzogenrath zu sehen. Infos im Internet unter www.forum-herzogenrath.eu.

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