KTC Alsdorf: Spagat zwischen Turnier und Tradition

Von: Elisa Zander
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Figuren und Tanzschritte sitzen: In der Karnevalssession tanzen (v.l.) Manuela Kretschmann, Samira Ritzerfeld und Monika Maischak (r.) in der Aktivengarde des KTC. Nina Hoffmeister und Sven Bednorz bilden das Juniorentanzpaar des KTC Alsdorf. Foto: Elisa Zander

Alsdorf. Die Hebefigur können Nina Hoffmeister und Sven Bednorz aus dem „Eff-Eff”. Ohne Aufwärmübungen stemmt der Zwölfjährige seine gleichaltrige Tanzpartnerin. „Einfach” finden sie diese Figur. Das, was dem Zuschauer offene Münder beschert, ist für die beiden nach über sieben Jahren Erfahrung im karnevalistischen Tanzsport Normalität.

Heben, hüpfen, in den Spagat und Räder schlagen - all das gehört zum Tanz, den die Mariechen und Tanzpaare in der fünften Jahreszeit präsentieren.

Nina und Sven sind das Juniorentanzpaar des Karnevalistischen Tanzsportclubs (KTC) Alsdorfer Tänzer 2007 e.V. In diesem Jahr erreichten sie bereits das Finale der Norddeutschen Meisterschaften des Bundes Deutscher Karneval (BDK), die in diesem März in Kassel ausgetragen werden, sowie den zweiten Platz des BDK-Turniers in Düren.

Das ganze Jahr über wird geübt, eine neue Choreographie erarbeitet und an den Ausführungen bis ins Detail gefeilt. Zwei bis drei Trainingsinheiten in der Woche sind nötig, um am Ende des Jahres vorne bei Meisterschaften mittanzen zu können. Freundschaften können da schon mal leiden. „Bei meinen Freunden fehlt absolut das Verständnis für mein Hobby”, räumt Sven Bednorz ein. Darum hatte er für ein Jahr das Tanzen sein lassen. „Aber das Training, die Turniere und die Mittänzer fehlten mir”, erklärt er seine Entscheidung, sich wieder dem Tanzsport zu verschreiben. Bis heute bereut er seine Entscheidung nicht. Dafür übt er sein Hobby zu gerne aus.

Begeistert von ihrem Hobby sind auch Niklas Milewicz und Vanessa Gaedke. Gemeinsam bilden sie das Jugendtanzpaar des KTC. „Manchmal vertanze ich mich”, gibt der Zehnjährige einen kleinen Einblick. „Aber die Zuschauer merken das nicht.” Eigentlich wollte er in einem Fußballverein spielen. Doch das gefiel ihm nicht. Und als er Vanessa kennenlernte, steckte sie ihn mit ihrer Tanzbegeisterung an. Auch das Training, das seine Mutter Yvonne Milewicz leitet, mag er. „Manchmal machen wir Übungen im Pool oder auf der Wiese”, erzählt Niklas. Es deckt sich eben mit der Philosophie von Yvonne Milewicz: „Alles kann, nichts muss. Wenn die Kinder keinen Spaß an der Sache haben, macht das Tanztraining keinen Sinn.”

Aus diesem Grund werden die Trainingseinheiten beim KTC der verschiedenen Tanzgruppen - Jugendgarde, Aktivengarde, Tanzpaare und Mariechen - dem Alter entsprechend konzipiert. Bei der Jugendgarde, in der auch die ganz jungen Kinder ab fünf Jahren mittanzen, „wird mehr getobt und gespielt als getanzt”, erklärt Yvonne Milewicz.

Spielerisch die Schritte einstudieren, so lange bis sie sitzen, aber ohne Druck auszuüben, ist den Trainern wichtig. Dass die Grundgedanken richtig zu sein scheinen, spiegeln auch die stetig wachsenden Mitgliederzahlen wider: 47 Tänzerinnen und Tänzer zwischen fünf und 26 Jahren kann der Verein zählen. Eine der ältesten ist Monika Maischak. Seit 22 Jahren ist der karnevalistische Tanzsport ihr Hobby.

Ans Aufhören will sie nicht denken. „Ich habe mal gesagt, dass ich mit 30 Jahren den Deckel drauf mache”, gibt sie zu. „Aber so lange ich noch gut in die Gruppe passe und es mir gesundheitlich gut geht, schiebe ich das noch vor mir her.” Sie tanzt in der Aktivengarde, ebenso wie Manuela Kretschmann. Die 17-Jährige hat sich für den KTC entschieden, „weil hier der Fokus mehr auf dem Turniertanz und nicht auf dem Karneval liegt”. Tänzerischer Ehrgeiz hatte ihr in den vorherigen Vereinen, in denen sie tanzte, gefehlt. Beim KTC ist das anders, „hier wollen alle etwas erreichen”.
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