Würselen - Kreuze als Wegebegleiter mahnen und erinnern

Kreuze als Wegebegleiter mahnen und erinnern

Von: ehg
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Eröffnung einer Fotoausstellung im Pfarrheim von St. Pius X unter dem Titel: "Das Kreuz - Ein Wegbegleiter" von Karl Heinz Klinkenberg. Die Einführung übernahm Pfarrer Rainer Gattys. Foto: W.Sevenich
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Eröffnung: Karl-Heinz Klinkenberg präsentiert seine Wegekreuz-Bilder in Pfarrkirche St. Pius. Foto: W. Sevenich

Würselen. Das Wegekreuz gilt seit jeher als Ausdruck der Volksfrömmigkeit und ist Zeugnis des Glaubens der Menschen ihrer Zeit. Sie wurden an unterschiedlichen Orten aufgestellt, vorwiegend aber an Weggabelungen. Wegekreuze, auch Flurkreuze genannt, waren sowohl Wegmarkierungen als auch Hinweis auf Gefahren. Sie wurden aufgestellt, wo Menschen verunglückten oder durch ein Verbrechen zu Tode kamen, aber auch aus Dankbarkeit. In neuerer Zeit markieren Kreuze Unfallorte im Straßenverkehr.

Sie mahnen und erinnern an die tödlichen Unfallopfer. Anlässlich des „Stabat Mater“-Konzertes des Jungen Chores Aachen in der Pfarrkirche St. Pius wurde jetzt eine Ausstellung „Das Kreuz – Ein Wegbegleiter“ mit farbigen Fotografien von Karl-Heinz Klinkenberg eröffnet. An allen Sonntagen bis einschließlich 30. Dezember, kann sie von 11 bis 13 Uhr in Augenschein genommen werden.

Eindrucksvolle Zusammenstellung

In der Ausstellung werden nicht nur Wegekreuze aus Würselen ins Bild gerückt. So stammt das älteste „verewigte“ Kreuz“, das Karl-Heinz Klinkenberg in St. Martin in der Pfalz am Wegesrand fand, aus dem Jahr 1604. Von dort wird in der Ausstellung der Bogen gespannt bis zum Jahre 2003. Da wurde an der Waldstraße in Würselen ein Kreuz errichtet. Insgesamt gibt es in der Stadt 70 Wegekreuze, elf Fotografien wählte Klinkenberg für die Ausstellung aus.

In die Ausstellung „Das Kreuz – Ein Wegbegleiter“ führte Pfarrer Rainer Gattys ein. Er erinnerte daran, dass es seinen Siegeszug als das Symbol für das Christentum erst nach dem Reichsedikt zu Mailand, in dem das Christentum zur Staatsreligion im Römischen Reich erhoben wurde, angetreten habe. „Aus dem Schandzeichen wurde ein Siegeszeichen, aus dem Symbol für Verfolgte wurde ein Segenszeichen.“ Gattys schilderte, welche Veränderung die Kreuzverehrung in den folgenden Jahrzehnten durch die Taufpraxis erfuhr. Im Zuge der Reformation gab es die ersten Darstellungen ohne Corpus. Der kleine geschichtliche Exkurs veranschaulichte, „dass im christlich geprägten Abendland zu allen Zeiten das Kreuz nicht nur ein christliches Identifikationssymbol, sondern auch ein Bekenntnis zu Gott, gerade in seiner tiefsten Erniedrigung war“. In zwei Epochen der jüngeren Geschichte sei dem Kreuz der Kampf angesagt worden, während der französischen Besatzung von 1794 bis 1814 und während der Nazi-Herrschaft von 1939 bis 1945. Gattys konstatierte: „Heute ist das Kreuz häufig zum Schmuckstück geworden, ohne Bekenntnis des Trägers oder der Trägerin.“ Wenn allein in Würselen über 70 Kreuze öffentlich davon zeugten, dass das Kreuz Wegbegleiter ist, dürften die vielen unsichtbaren Kreuze nicht übersehen werden: das kleine Kreuz mit dem Daumen auf die Stirn des Kindes, das mit dem Messer eingeritzte Kreuz auf dem frischen Laib Brot und das letzte Kreuz, das dem Toten auf die Stirn gezeichnet oder in die Hände gelegt werde.

Gattys dankte Karl-Heinz Klinkenberg für die eindrucksvolle Zusammenstellung des „Kreuzes als Wegbegleiter“, aber auch all denen, „die die noch erhaltenen Zeugnisse dieses Glaubens pflegen und erhalten“.

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