Würselen - Konzept „Singer-Atrium”: Investor präsentiert Ideen

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Konzept „Singer-Atrium”: Investor präsentiert Ideen

Von: ehg
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Stadtentwicklungspolitische Großbaustelle: Ein Investor will auf dem Gelände der ehemaligen Nadelfabrik Singer eine Wohn- und Geschäftsbebauung errichten. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Die Stadt hat einen niederländischen Investor für die Entwicklung des seit 1999 brachliegenden Singer-Geländes gefunden. Er hat inzwischen eine grundsätzliche Einigung mit den Grundstückseigentümern erzielt und daraufhin ein städtebauliches Konzept erarbeitet, das den Fraktionsspitzen bereits vorgestellt wurde.

Das Konzept „Singer-Atrium” beinhaltet folgende Nutzungen: 2700 Quadratmeter Frischmarkt an der Bahnhofstraße und 6500 Quadratmeter für Ladenflächen an einer überdachten Passage zwischen der Kaiserstraße und der Bahnhofstraße sowie 1000 Quadratmeter für Gastronomie im Erd- und Obergeschoss der Passage.

An der Kaiserstraße soll eine Wohn- und Geschäftsbebauung neben und über den Eingängen der Passagen entstehen, wobei die Häuser Nr. 106 und 114 bis 118 abgerissen werden. Die vorhandene Apotheke soll in die Neubebauung integriert werden.

Zur Kreuzstraße hin ist eine neue Wohnbebauung mit zwei viergeschossigen und einem sechsgeschossigen zentralen Gebäude vorgesehen, dazwischen zweigeschossige Stadthäuser und eine Terrassenbebauung zur Kalkhalde hin. Ein Teil der Kalkhalde soll hierfür abgetragen und das Material auf dem restlichen Teil der Halde verteilt und modelliert werden. Das Kalkmaterial muss in ausreichender Stärke mit Mutterboden abgedeckt werden.

Optimum für die Stadt finden

Wie die Kooperation mit dieser Konzeption „umgehen” will, das erläuterte ihre Fraktionsvorsitzenden unserer Zeitung, nachdem sie sie in zwei Sitzungen einer ersten kritischen Würdigung unterzogen hat. Dabei soll sich - so Karl-Jürgen Schmitz (CDU) - einer vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW erstellten Arbeitshilfe bedient werden. In ihr sind Kriterien niedergelegt, die „bei der Planung und Umsetzung von innerstädtischen Einkaufszentren zu beachten sind”.

Dass das Konzept dem Bedarf und den Bedürfnissen der Stadt gerecht werden müsse, machte Schmitz zur obersten Maxime. Seine Umsetzung müsse langfristig dazu beitragen, Handel, Handwerk und Gewerbe an der Kaiserstraße zu sichern. Es müsse bei allen wirtschaftlichen Interessen des Investors das Optimum für die Stadt herausspringen.

Ein solches Filetstück wie das Singer-Gelände gebe es schließlich nur einmal in der Innenstadt. Die nötige Sorgfalt bei seiner Entwicklung walten zu lassen, mahnte der CDU-Fraktionschef an.

Dass es noch viele Kritikpunkte gebe, ließ die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen Renate Knauf anklingen. Die rund 10.000 Quadratmeter für Einzelhandel plus 2700 für den Frischmarkt hielt sie für überdimensioniert. Sie entsprächen der gesamten Fläche an der Kaiserstraße. Knauf: „Wir brauchen ein Konzept, das sich langfristig in gewachsene Strukturen eingefügt.”

Wichtig sei es - so der FPD-Fraktionsvorsitzende Hans Carduck - Einzelhandel und Wohnbebauung in dem zu erarbeitenden Konzept unter einen Hut zu bringen. Es müsse Ziel sein, dass verloren gegangene Kaufkraft zurück gewonnen werde. „Wir brauchen eine Stärkung der gesamten Kaiserstraße”, fügte er hinzu. Dass der Branchenmix stimmt, sei die Voraussetzung für das Gelingen dieses großen Vorhabens. Dass die Kooperation die Lösung dieser Aufgabe „zielorientiert” angehen wolle, daran ließ Carduck keine Zweifel aufkommen.

Die Bürger werden beteiligt

Für die am Dienstg, 12. April, stattfindende Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung erarbeitete die Kooperation einen über den Vorschlag der Verwaltung hinausgehenden, sechs Punkte umfassenden Beschlussentwurf: Demnach soll das vorgestellte städtebauliche Konzept zunächst durch ein die Bedürfnisse der Stadt Würselen berücksichtigendes Einzelhandels- und Verträglichkeitsgutachten überprüft werden. Dies soll unter den besonderen Kriterien, die in der vom Land für solche Projekte erstellten eingangs erwähnten Arbeitshilfe definiert sind, geschehen.

Die Beauftragung der Gutachten und die Auswahl der Sachverständigen erfolgt ausschließlich durch die Stadt Würselen. Schmitz: „Es soll gewährleistet werden, dass ein neutrales und objektives Gutachten vorgelegt wird.” Der Investor müsse sich vor der Vergabe des Auftrags für das Gutachten rechtsverbindlich zur Übernahme der Kosten verpflichten, zumal es sich um eine freiwillige Ausgabe handele, die die Stadt angesichts der derzeitigen Kassenlage nicht leisten könne.

Die Kooperation lehnt sowohl ein Abbaggern des Haldenfußes als auch ein Verfüllen des Abraums auf der Kalkhalde ab. Und das sowohl aus umweltpolitischen als auch wegen unkalkulierbarer Haftungsrisiken für die Stadt. Selbstverständlich ist es für die Kooperation, dass mit dem städtebaulichen Konzept zum Bebauungsplan 191 eine Bürgerversammlung stattfinden wird.

Schmitz rechnet damit, dass nach den Sommerferien die Gutachten vorliegen werden. Voraussetzung sei jedoch, dass der Investor unter den genannten Prämissen seine Planung fortführen wolle. Auch dann erst werde man sich über die Architektur der einzelnen Gebäude und die in die Planung einzuarbeitenden Wegeverbindungen unterhalten können.

Unvoreingenommen an die weitere Arbeit herangehen zu wollen, versicherte der CDU-Fraktionschef im Namen der Kooperation.
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