Würselen - Kommen die Blaulicht-Oldtimer unter den Hammer?

Kommen die Blaulicht-Oldtimer unter den Hammer?

Von: Georg Pinzek
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Eines der akut gefährdeten Fahrzuge ist die Opel-Blitz-Drehleiter aus Alsdorf, später Baesweiler: Allein die Aufbewahrungskosten für den Oldtimer, Baujahr 1954, schlagen mit 250 Euro pro Jahr zu Buche.

Würselen. Der euregionale Blaulicht-Förderverein „euroBOS” schlägt Alarm: Möglicherweise kommen die liebevoll restaurierten Oldtimer-Brummis unter den Hammer.

Nachdem die Ehrenamtler bei der Euregionale 2008 mit ihrem Konzept für ein Erlebnis-Zentrum im ehemaligen Würselener Automuseum auf taube Ohren gestoßen sind und die Stadt grünes Licht für die Einrichtung von Büros für Anwälte und Steuerberater in der Immobilie im Stadtgarten gegeben hat, steht der Verein mit seinem Vorsitzenden Georg Keller an der Spitze vor erheblichen Problemen.

„Wir müssen dringend einen neuen Ansatz finden und brauchen dafür kommunale Partner”, sagt Keller besorgt. Der Blaulicht-Förderverein hatte sich bei seiner Gründung hehre Ziele gesetzt.

Obenan stand die Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements in den freiwilligen Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk, des Malteser Hilfsdienst, des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter Unfallhilfe.

Dabei wollte man gemeinsam Nachwuchsarbeit betreiben und einen außerschulischen Lernort „... aber mit Sicherheit” ins Leben rufen. Darüber hinaus die regionale, kultur-historische Entwicklung der Behörden- und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) begreifbar und erlebnisreich darstellen.

Überall in der Region, ob in Stolberg, Übach-Palenberg oder in Steckenborn, wo die rollenden Exponate von „euroBOS” auch auftauchen, ziehen sie die Blicke der Schaulustigen magisch an. Während die Euregionale nachhaltig zum Beispiel mit riesigen Graniteiern im Wurmtal oder einer defekten Klangbrücke etwas flussabwärts von sich Reden macht, bleibt es bisweilen für den Blaulicht-Förderverein bei lobenden Worten für das Ehrenamt.

Dabei ist der Ehrenrat des Vereins prominent besetzt mit Landrat Carl Meulenbergh, Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden und den Bürgermeistern Ferdi Gatzweiler (Stolberg) und Werner Breuer (Würselen). Viel „Urlaubsgeld” und noch mehr Zeit haben die Ehrenamtler nicht nur in den Fuhrpark investiert. Die historischen Brummis sind das Aushängeschild.

Seit 1989 hatten die Verantwortlichen damit begonnen, regionalen Bestand zu sichern. Darunter sind teils über 50 Jahre alte Feuerwehr- und Katastrophenschutzfahrzeuge der Marken Mercedes, Magirus, Hanomag Opel Blitz und DKW aus Aachen, Stolberg, Alsdorf Baesweiler, Inden und Würselen. Keller weiß: „Diese Sammlung ist unsere Trumpf-Karte mit hohem Sympathiefaktor.”

Egal, wo die Flotte des Vereins bislang aufkreuzte, immer wieder wurde bewiesen, dass breite Schichten der Bevölkerung diesseits und jenseits der Grenzen hinweg angesprochen werden. „Der Traum von einer öffentlichen Förderung ist zerplatzt und die Zukunft der Blaulicht-Oldtimer völlig ungewiss”, sagt Keller enttäuscht.

Solange der Förderantrag lief, habe die Oldtimer-Abteilung den Erhalt der Fahrzeuge teils mit eigenem Geldes irgendwie hinbekommen. „Aber wenn an höherer Stelle dieses ehrenamtliche Engagement in unserer Region auch weiterhin ins Abseits gedrängt wird und stets andere Projekte gefördert werden, dann können wir dieses Signal nicht übersehen”, sagt Keller.

„In letzter Konsequenz müssen alle Fahrzeuge verkauft werden. Dann hat sich unser Förderantrag an die Euregionale und unser ehrenamtliches Engagement in und für unsere Region nicht nur nicht gelohnt, sondern obendrein auch noch einige tausend Euro gekostet.”
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