Würselen - „Koch-Event”: Ein gutes Rezept gegen Vorurteile

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„Koch-Event”: Ein gutes Rezept gegen Vorurteile

Von: Lars Odenkirchen
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Spaß beim Kochen: Auch Jana und Till gefällt das ungewöhnliche „Koch-Event”. Foto: Lars Odenkirchen

Würselen. Die vom Gymnasium? Die sind sowieso alle eingebildet. Und die Hauptschüler? Die bringen es sowieso zu nichts. Solche Vorurteile sind gemein, unberechtigt - aber vor allem auch eins: In den Köpfen vieler Schülerinnen und Schüler präsent.

In Würselen gehen Schüler und Lehrer gegen Vorbehalte zwischen den einzelnen Schulformen schon seit längerer Zeit an, denn mit der „Stadt-SV” existiert ein Gremium, in dem alle aufeinandertreffen und sich austauschen können. Eben diese Stadt-SV organisierte nun auch zum dritten Mal ein „Koch-Event”, bei dem die Schülervertretungen und Vertrauenslehrer der fünf weiterführenden Schulen gemeinsam füreinander kochen.

Der Essensgeruch steht förmlich in der Küche der Albert-Schweitzer-Schule in Broichweiden. „Gerichte aus den Bundesländern” sind diesmal das Thema des Koch-Events, Kartoffeln stehen dabei gleich bei mehreren Gruppen auf dem Speiseplan.

Nicht jedoch bei Jana (16), Kathi (14) und Janine (18), die heute in einer Gruppe gemeinsam kochen. „Wir bereiten hier gerade den Nachtisch zu”, erklärt Janine, „es gibt einen Schwarzwälderkirschquark.” Die Veranstaltung gefällt der 18-Jährigen gut: „Es macht Spaß, einmal mit Leuten zusammen zu arbeiten, die man nicht kennt.” Kathi pflichtet ihr bei: „Ohne solche Aktionen würden wir uns ja wahrscheinlich nie unterhalten. Wir kommen ja nicht nur von verschiedenen Schulen, sondern sind auch noch unterschiedlich alt.” Jana ergänzt: „Nach der Grundschule werden ja alle auseinandergerissen. Hier kann man über verschiedene Dinge reden, und manche Leute kennt man vielleicht sogar schon aus der Grundschule.”

Neue Ideen geschmiedet

Bemerkenswert ist auch die Atmosphäre, die in der Küche herrscht: Niemand ist hektisch, viele Schüler plaudern miteinander, und natürlich packt auch jeder mit an, gerade auch dann, wenn mal etwas nicht auf Anhieb klappt. Locker nehmen es da auch Till (17) und Jana (16), dass ihre Vorspeise nicht so recht zu kochen beginnen will.

„Wenn das so weitergeht, wird unsere Kartoffelsuppe wohl eher zum Nachtisch werden”, scherzen die Beiden. Bastian und Dustin, die ebenfalls an der Suppe mitwirken, nutzen die Wartezeit derweil, um schon einmal den Tisch zu decken. „Man lernt andere Schüler besser kennen”, stellt auch Dustin fest, und Bastian wünschen sich: „Es macht Spaß, wir könnten so was gerne öfter machen.”

Das hört Bernhard Wiesemann gern, der die Veranstaltung mitorganisiert. „Es ist immer eine tolle Atmosphäre hier”, meint der Vertrauenslehrer des Würselener Gymnasiums, „uns ist es dabei sehr wichtig, dass Vorurteile zwischen den Schülern abgebaut werden, denn die sind einfach nur Quatsch. Durch unser Schulsystem werden die Schülerinnen und Schüler in der Grundschule nun mal ausgesondert, aber das heißt ja nicht, dass Hauptschüler dümmer oder Gymnasiasten hochgestochener sind.” Vorteile bietet die Aktion aber auch für die Lehrer selbst, wie Wiesemann weiß: „Man lernt sich kennen, kann dann vielleicht auch manches auf dem kurzen Dienstweg regeln.”

Und ganz nebenbei Ideen für neue gemeinsame Aktionen sammeln, wie auch Thomas Scharnhorst von der Gemeinschaftshauptschule festhält: „Wir veranstalten ja schon jedes Jahr eine Unterstufendisco, die super ankommt. Aber es gibt auch viele andere Ideen, über die wir laut nachdenken: Public Viewing während der WM, gemeinsame Band-Räume oder eine Mittelstufenparty.”

Abgeneigt wären da auch die Vertrauenslehrerin Juliane Heine und die Schulsozialarbeiterin Ute Jungherz von der Albert-Schweitzer-Schule nicht, die als zufriedene Gastgeber ein Fazit ziehen: „Es hat noch besser geklappt als im vergangenen Jahr - die Stimmung war wirklich gut.”

Vier Schulen sind mit von der Partie

Es beteiligen sich am „Koch-Event”: die Albert-Schweitzer-Schule, die Gemeinschaftshauptschule, die Realschule, das Heilig-Geist-Gymnasium sowie das städtische Gymnasium.
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