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Knappentag lässt Tradition aufblühen

Von: mabie
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Informativ und interessant: Willi Klaßen (l.) erklärte nicht nur dem limburgischen Kumpel Sjaak Stoffels die Funktionsweise der 100 Jahre jungen Dampfmaschine von Grube Adolf. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Es roch nach Arbeit am Wochenende auf dem Gelände des Grube-Adolf-Parks. Und viele hundert Gäste zeigten, dass der erste euregionale Knappentag des Vereins Grube Adolf die monatelange Vorbereitungszeit wert war.

Nicht nur die vielen ehemaligen Bergleute und Mitglieder von Knappenvereinen aus dem Aachener Revier, Belgien, den Niederlanden und dem Ruhrgebiet machten mit ihren Arbeits- und Festoutfits das ehemalige Zechengelände zum pulsierenden Zentrum des Interesses. Nicht zuletzt auch der treibende Rhythmus der Dampfmaschine zeigte, dass hier vor Ort die Bergbaugeschichte sehr aktiv ist. Maschinenexperte Willi Klaßen ließ den gigantischen Kraftspender ein ums andere Mal anlaufen, erklärte jedes noch so winzige Detail und zeigte die Faszination Dampfkraft im Fördermaschinenhaus.

100 Jahre Förderbeginn der Grube Adolf, 100 Jahre Dampfmaschine der Grube Adolf und 20 Jahre Verein Bergbau Adolf waren Anlass genug für den rührigen Verein, sich einmal ganz groß zu präsentieren. Und dafür gab es auch beim großen Empfang auf dem August-Schmidt-Platz ein ganz dickes Lob vom Vorsitzenden des Landesverbandes der Berg- und Knappenvereine NRW, Uwe Enstipp: „Obwohl es seit über 20 Jahren hier keine Kohleförderung mehr gibt, steht ihr noch zusammen, pflegt ein reges Vereinsleben, vermittelt den Menschen aus dieser Region das bergmännische Leben und zeigt ihnen, welche wirtschaftliche große Rolle der Bergbau in der Region gespielt hat.“

Der Besuch der im Gegensatz zu den deutschen Bergleuten (blaues Hemd, weiße Hose) ganz in Braun gekleideten Limburger Bergleute und der ganz in Blau gedressten Kumpel aus der Wallonie zeigte für Enstipp, „dass Bergleute schon europaweit zusammenstanden, bevor jemand überhaupt an eine Europäische Union dachte“. Zusammen gingen die Bergleute am ausgesprochen sommerlichen Samstag auch vom Park zum August-Schmidt-Platz und wieder zurück.

20 teilnehmende Gruppen mit ihren traditionsreichen Uniformen, Musikvereine unterschiedlichster Couleur und immer wieder Bergbaubegeisterte sorgten für volle Straßen beim Zug durch Merkstein. So war es auch auf dem eigens zum Festpark umgestalteten Grubengelände, wo nicht nur die in der Region einzigartige Lüfteranlage viele neugierige Blicke auf sich zog. Rund ums leibliche Wohl wurde alles aufgeboten, im Festzelt bot sich nicht nur die Chance, sich von der Wärme, die im Bergmannsdress auch nicht leichter zu ertragen war, zu erholen, sondern auch viel Live-Musik zu genießen.

Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch gehörte auch zu den Menschen, die sich am Wochenende gerne von der Tradition und dem Festprogramm mitreißen ließen. Er blickte bei seiner Ansprache auf die seit dem Mittelalter lebendige Tradition des Bergbaus in unserer Region.

Kraft für die Zukunft

Zwar präge heute Innovation die Region, aber „diese Entwicklung ist auf die Leistung des Bergbaus zurückzuführen, aus dem sich unsere Region auch ihre Kraft zur Bewältigung zukünftiger Aufgaben gezogen hat“, betonte der Erste Bürger. Amtskollege Jos Som aus Kerkrade, der trotz des laufenden WMC noch Zeit für eine Stippvisite fand, sah in der gemeinsamen Gruben-Vergangenheit beider Orte, die heute als Eurode zusammenarbeiten, einen Schlüssel zur grenzüberschreitenden Bindung. „Denn Untertage sind alle gleich, Untertage sind alle schwarz“, sagte er. Auch darum sei die Erinnerung an die Bergbaugeschichte in der Region so wichtig, um die Energie zu zeigen, mit der die Bergleute es schafften, mit ihrer gefährlichen Arbeit Wohlstand und Gemeinschaftsgefühl ans Tageslicht zu fördern.

Dem konnte der Vorsitzende des Vereins Grube Adolf, Dr. Hans-Joachim Helbig, nur nickend beipflichten. Zwar war es nicht an ihm, große Reden zu schwingen, aber wer ihn auch nur ein wenig beobachtete, wusste, dass er mit der Knappentags-Premiere außerordentlich zufrieden war.

So wurde auch der Sonntag mit weiterer Live-Musik und einem überaus gut besuchten Nachmittag der Offenen Tür zum krönenden Abschluss toller Festtage auf dem altehrwürdigen Grubengelände.

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