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Klare Absage an Kuschel-Wahlkampf

Von: mabie
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Hans Carduck: Er stellt sich als Kandidat der FDP der Wahl um das Bürgermeisteramt in der Stadt Würselen. Foto: Markus Bienwald

Würselen. „Wer austeilt, muss auch einstecken können“: Das meint Hans Carduck nicht nur über sich als Bürgermeisterkandidaten der FDP in Würselen, sondern auch über andere.

Denn mit dem, was aktuell in seinen Augen geschieht, und was er kurz als „Kuschel-Wahlkampf“ bezeichnet, will der 69-Jährige nichts zu tun haben. „Diese Einstellung nach dem Motto ‚Ich tu‘ Dir nicht weh, tu‘ Du mir auch nicht weh‘ ist weder für unsere Verwaltung noch unsere Stadt dienlich“, sagt der Liberale.

Für die Düvelstadt will er eine Wohnbebauung, wie sie beispielsweise aktuell in Richtung Herzogenrath auf der Agenda steht, verhindern. Der Familienvater und Opa von Zwillingen sieht vielmehr in Flächen wie dem „Helleter Feldchen“ hinter dem Spaßbad „Aquana“ eine Chance für die künftige Stadtentwicklung Würselens. Der erklärte Fußballfan und ehemalige langjährige Vorsitzende des VfR Würselen will aber auch eine Veränderung in der Verwaltungsstruktur erreichen. „Beigeordnete braucht man nicht mehr“, sagt er und meint, dass über motivierte Mitarbeiter im Rathaus, deren Aufstiegschancen nicht durch dünn besetzte Wahlämter gedämpft würden, auch in der internen Struktur mehr für die Stadt getan werden könne.

Fordern und fördern, Hierarchien durchbrechen will der gelernte Groß- und Einzelhandelskaufmann auf vielen Gebieten der Stadt. Beispielsweise mit einer Stabsstelle, die – ähnlich wie das Koordinationsbüro „Rund ums Alter“ in Herzogenrath – sich quasi als Marketinginstrument der Herausforderungen des demografischen Wandels stellt. Dazu will er ein integriertes Gebäudemanagement, dass im Zusammenspiel mit der Wirtschaftsförderung, die er zur Chefsache erklären würde, solche Vorgänge wie am „Singer“-Grundstück verhindern. „Es kann ja nicht sein, dass ein Investor fünf Jahre lang warten muss“, so Carduck. Einen „Aderlass“ der Würselener Verwaltung beispielsweise in Richtung der Städteregion Aachen, will er nicht, ganz im Gegenteil: „Wir brauchen einen Mitarbeiterstab, der sich fachübergreifend allen Problemen stellt.“

Offen sein für alles, zeichnet Hans Carduck auch nach seinen eigenen Worten aus. Eine andere Idee ist ein zum Sportzentrum mit Sporthalle umgestaltetes „Aquana“-Gelände, das beispielsweise dem hochklassigen Handball in der Düvvelstadt zupass kommen würde. Gleichmacherei ist ihm auch in Sachen Schullandschaft ein Gräuel. Ein klares Bekenntnis zur in seinen Augen bestens funktionierenden Schulstruktur in der Stadt fehlt ihm und zur Einrichtung einer Gesamtschule auf Kosten einer mit 800 Schülern gut funktionierenden Realschule kommt für ihn nicht infrage: „Es kommt doch kein Bauer auf die Idee, den Baum, der am reichsten Äpfel trägt, einfach abzusägen.“

Den Ast, auf dem er sitzt, lässt er sich auch im Falle einer Nichtwahl nicht gerne absägen. Zwar würde er als Bürgermeister nach sechseinhalb Jahren im Amt und dann mehr als 75 Lebensjahren keine zweite Amtszeit mehr ins Auge fassen. „Aber wenn ich scheitere, dann bin ich halt gescheitert“, so Carduck über seine Wahl, sich der Wahl zu stellen, „dann muss man halt neu anfangen.“

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