Kitas und Tagesmütter sind in Würselen stark gefragt

Von: Georg Pinzek
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Würselen. Klagen von Eltern, die einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung in einer Kindertagesstätte oder in der Tagespflege einfordern, sind beim Würselener Jugendamt aktuell kein Thema – der weitere Ausbau der U3-Betreuung hingegen schon. Denn im Rathaus wird eine wachsende Zahl von entsprechenden Anfragen registriert. Zuletzt erzielte die Stadt Würselen eine Versorgungsquote von rund 35 Prozent bei U3-Plätzen.

Hans Brings vom zuständigen Fachbereich informierte den Jugendhilfeausschuss über die Bedarfsplanung besonders mit Blick auf den Zuzug junger Familien nach Würselen. Dabei verwies er auf „Kapellenfeldchen“, das größte Baugebiet in der Stadtgeschichte, sowie der Zuweisung von Asylbewerbern. Brings betonte: „Wir brauchen in den nächsten Jahren dringend weitere Betreuungsplätze. Der Bedarf wird hoch sein. Wir werden dazu auch die Tagespflege weiter intensiv ausbauen.“ Der Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren sei seit 2010 in Würselen mit etwas über zwei Millionen Euro durch Bundes- und Landesmittel gefördert worden. Mit diesem Geld und erheblicher Aufwendungen der Träger von Kitas und Familienzentren seien insgesamt 185 Plätze in der U3-Betreuung geschaffen worden, davon 151 in Kindertageseinrichtungen und 34 in der Kindertagespflege.

Um- und Neubauten geplant

Die jüngsten Projekte: In diesem Jahr ist die Ausbaumaßnahme in der Kita „Im Winkel“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) beendet worden. Diese Einrichtung ist um eine Gruppe erweitert worden. Die Erweiterung der katholischen Kita St. Marien ebenfalls um eine U3-Gruppe steht kurz vor der Fertigstellung. In der DRK-Kita Zaunkönigweg wird in Kürze mit dem Um- und Ausbau begonnen. Im städtischen Familienzentrum Gerhart-Hauptmann-Straße werden derzeit neben zwei Ü3-Gruppen eine U3-Gruppe betrieben. Die Betriebserlaubnis laufe jedoch unter dem Vorbehalt, dass diese Einrichtung ebenfalls umgebaut werde, berichtete Brings. Insbesondere Schlaf- und Nebenräume müssten hier angebaut werden.

Im Etat 2014 stünden bereits Mittel für den Umbau zur Verfügung. Mit dem Umbau könne aber voraussichtlich erst im nächsten Jahr begonnen werden, wenn wieder Landes- beziehungsweise Bundesmittel zur Verfügung stünden. Die Bundesregierung habe ab 2015 weitere Mittel für den Ausbau von U3-Plätzen angekündigt. Die Ausbauanträge des DRK für die Kitas Mauerfeldchen und Birkenstraße seien vom Träger zurückgezogen worden, weil ebenfalls keine Zuschüsse mehr geflossen seien. Für die Kita Mauerfeldchen prüfe das DRK derzeit einen Neubau an anderer Stelle, da in dem alten Gebäude der Sanierungsaufwand recht hoch sei.

Eine weitere U3-Gruppe sei mit dem Neubau einer Einrichtung der AWO Kreisverband Aachen-Land geplant. Die AWO betreibt derzeit eine zweigruppige Einrichtung in Morsbach. Für das Gebäude sei aber ebenfalls ein sehr hoher Sanierungsaufwand festgestellt worden. Alternativ sei nun ein Neubau einer Einrichtung für drei Gruppen geplant, davon eine für U3-Plätze.

Bei der Ausbauplanung ist laut Brings zu beachten, dass durch die Umwandlung von Ü3-Gruppen in U3-Gruppen bestehende Plätze für die Betreuung von Kindern über drei Jahren wegfallen. Eine Ü3-Gruppe hat 25 Kinder, eine U3-Gruppe lediglich 20. Derzeit bestehe durch den Zuzug von Familien aber auch hier eine hohe Nachfrage. „Wir streben in Würselen eine 40-prozentige Versorgungsquote an. Ob wir die allerdings erzielen können, lässt sich noch nicht sagen. Wir sind im Gespräch mit den Kita-Trägern und ermitteln derzeit die genauen Zahlen“, erklärte Hans Brings auf Anfrage. Die Bedarfsplanung soll dem Jugendhilfeausschuss im Februar vorgelegt werden.

Das Jugendamt soll mit einem elektronischen Meldeverfahren für die Betreuungsanfragen und -angebote aufgerüstet werden; Kosten: rund 5000 Euro. Anders sind die gesetzlich vorgeschriebenen Fristen bei der Beantwortung der Anfragen auch nicht einzuhalten.

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