Kita-Streik: Eltern appellieren an Politik einzugreifen

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Verstehen nicht, warum die Kita dicht ist: (v.l.) Stefanie Gilles, Beate Jakobs und Manuela Juschka-Mohr mit ihren Kindern. Foto: Ilona Rütten-Sieben

Herzogenrath. „Warum darf ich nicht in meinen Kindergarten? Ich möchte hier mit meinen Freunden spielen!” Das kann man auf Anti-Streik-Plakaten lesen, die die Mütter von Joschua (6), Marie (3) oder Antonia (3) stellvertretend für eine ganze Gruppe Eltern aufgestellt haben.

Im städtischen Kindergarten „Villa Kunterbunt” wird wieder gestreikt, verschlossene Türen am Montag und Dienstag. Das hat Auswirkungen. „Viele Eltern sind berufstätig”, sagt Beate Jakobs. „Es ist jedesmal ein Spagat, die Kinder kurzfristig woanders unterzubringen. Mein Mann und ich planen normalerweise Anfang des Jahres, wie wir kindergartenfreie Tage überbrücken.”

In eine benachbarte Einrichtung zu gehen, die im Notplätze anbietet, mag sie ihrer fünfjährigen Tochter nicht zumuten. „Sie hat Trennungsängste, will mich morgens nicht zur Arbeit gehen lassen.”

Einige Eltern haben sich nun zusammengetan, wechseln sich mit der Beaufsichtigung ihres Nachwuchses ab. Verständnis für die Situation der Erzieherinnen haben sie zwar, allerdings appellieren sie an die Politik einzugreifen, damit der Streik nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird.

So seien schon mehrere Vorschultreffen ausgefallen. Und Stefanie Gilles erlebt ihre drei Kinder zu Hause immer öfters schlecht gelaunt. Berufstätig ist sie nicht, aber auch kein Spielkameraden-Ersatz. „Ich kann meiner Tochter nicht klar machen, warum sie nicht in den Kindergarten darf”, sagt auch Manuela Juschka-Mohr. Die Mütter hoffen, dass nicht noch länger gestreikt wird: „Wir Eltern sind langfristig nicht in der Lage, ein Betreuungsnetzwerk aufrechtzuerhalten.”

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