Kirche oder Karneval? Beim Diaclown stellt sich diese Frage nicht

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Im Montagsgespräch: Diakon Willibert Pauels (l.) und Pfarrer Dr. Guido Rodheudt. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Entweder Kirche oder Karneval? Bei Willibert Pauels stellt sich diese Frage nicht. Der liebevoll „Diaclown” genannte Kölner ist gleichermaßen Geistlicher und Karnevalist mit Leib und Seele.

Da wundert es nicht, dass der berühmte Diakon schon lange ein Wunschkandidat in der Reihe der Montagsgespräche der Pfarre St. Gertrud war. Unter dem vielsagenden Titel „Kirche, Kölsch und Karneval” begeisterte Pauels nun sein Publikum im voll besetzten Gemeindezentrum. Mehr als 300 Gäste waren gekommen, um den aus Funk und Fernsehen bekannten Büttenredner live zu erleben.

1954 wurde er als „Bergischer Jung” in eine tiefkatholische Familie in Wipperfürth hineingeboren. Im privaten Umfeld fielen sein Humor und sein parodistisches Talent bereits früh auf. Seit 1975 war er im regionalen Karneval aktiv, heute ist er ein waschechter Rheinländer und Kölner Karnevalist. „In ihrer Seele sind die Menschen alle gleich. Doch einen gravierenden Unterschied haben Rheinländer und Westfalen, wenn sie morgens aufstehen”, sinnierte der Diakon. Während der Rheinländer überlege, wo er am Abend hingehen könnte, macht sich der Westfale Gedanken darüber, was er tagsüber zu arbeiten habe.

1995 wurde Pauels von der kölschen Gruppe „3 Colonias” für den Karneval entdeckt. „Nach meiner allerersten Fernsehsitzung 1996 erreichte mich ein Brief unseres Generalfakirs, pardon, Generalvikars”, erzählte Pauels. Doch der habe ihm nicht gratulieren wollen. „Eine Anzeige wegen Gotteslästerung habe ich bekommen”, sagt der tiefgläubige Kirchenmann, der stets Pappnase und Rosenkranz dabei hat. Als Geistlicher habe er es in der sündigen Welt des Karnevals anfangs schwer gehabt.

„Fromm und jeck sind für unseren Gast, der heute seine Brötchen als Büttenredner und Kabarettist verdient, kein Gegensatz”, betonte Pfarrer Dr. Guido Rodheudt. „Diakon und Clown verschmelzen zu einer wunderbaren Einheit.” „Das wichtigste Wort im Katholizismus ist ,und´”, betont Pauels. Denn für ihn gebe es kein entweder/oder, sondern nur ein sowohl als auch.
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