Kirche in Ofden wird für Kindergarten geopfert

Von: Karl Stüber
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Alsdorf. Die Evangelische Gemeinde Alsdorf hat kein Geld mehr, um ihren jährlichen Eigenanteil am Betrieb des Kindergartens an der Paul-Gerhradt-Kirche in Ofden und dessen Schwestereinrichtung in Alsdorf-Mitte in Höhe von exakt 76.818 Euro zu tragen. Sie will aber den Umbau des Ofdener Kindergartens mit Kosten in Höhe von bis zu 650.000 Euro stemmen, um zusätzlichen Raum für die Einrichtung von zwei Gruppen zur U 3-Betreuung zu schaffen. Wie passt das denn zusammen?

Pfarrer Ulrich Eichenberg, Vorsitzender des Presbyteriums, kann nachvollziehen, dass darin ein Widerspruch stecken könnte, wie er auf Anfrage sagte. Aber es geht um eine einmalige Investition auf der einen und laufende Kosten auf der anderen Seite. Letztere laufen der Evangelischen Gemeinde davon. Das strukturelle Defizit beträgt derzeit rund 150.000 Euro im Jahr, wie Eichenberg erläutert.

Deshalb hatte das Presbyterium – „begleitet“ vom Kirchenkreis Aachen – den schmerzlichen Entschluss gefasst, die Ofdener Kirche und die Immanuelkirche in Busch zu schließen. Damit wird sich das kirchliche Gemeindeleben weitgehend auf das Gemeindezentrum Alsdorf-Mitte und die Martin-Luther-Kirche dort konzentrieren. Zugleich soll der Kindergarten zukunftsfest und bedarfsgerecht gestaltet werden.

Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Alsdorf wird sich am Donnerstag, 20. Juni, in öffentlicher Sitzung (Beginn 18 Uhr im großen Saal des Rathauses, 1. Etage) mit dem Thema Kindergarten Ofden befassen. Denn der evangelische Kindergartenverein Alsdorf (eva), der als sogenannter „finanzschwacher Träger“ neben der Ofdener Einrichtung auch die Kindertageseinrichtung in Alsdorf-Mitte betreibt, hat in einem Schreiben Anfang Juni Bürgermeister Alfred Sonders offiziell mitgeteilt, dass sich „nach fast 20-jähriger intensiver und guter Zusammenarbeit zum Wohle unzähliger Kinder“ die Kirchengemeinde Alsdorf nicht mehr in der Lage sieht, den neunprozentigen Trägeranteil für den Betrieb der beiden Kindergärten aufzubringen.

Als Stichtag gilt der 1. Januar 2014. Der Verein bittet die Stadt, „die aus ihrer Sicht notwendigen Schritte zu unternehmen“, um die Fortführung der beiden Kindertagesstätten, die zudem als Familienzentrum im Verbund zertifiziert sind, zu gewährleisten. Das Ganze läuft auf einen Handel, ein Geschäft auf Gegenseitigkeit hinaus. Die Verwaltung schlägt dem Ausschuss vor, den Anteil des Vereins bzw. der Kirche am Betrieb der Kindertagesstätten zu übernehmen.

Im Gegenzug soll sich die Gemeinde dazu verpflichten, die Mittel zum Umbau der Kita Ofden „in eine zweigruppige Einrichtung mit zwei U 3-Gruppen aufzubringen“, womit wir bei den eingangs erwähnten bis zu 650.000 Euro angekommen wären. Die Evangelische Gemeinde will dies zum Teil durch Grundstücksverkäufe aufbringen. Zudem ist ein Zuschuss des Landes in Höhe von rund 200.000 Euro in Aussicht gestellt.

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