Kindern ein gutes Vorbild sein

Von: Beatrix Oprée
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Nordkreis. Der 18. April 2012 war ein schwarzer Tag auf den Straßen des Nordkreises. Gleich zwei Menschen kamen hier ums Leben. Noch ungeklärt ist, warum ein 32-jähriger Mann aus Broichweiden auf der Landstraße 223 zwischen Bardenberg und dem Kreisverkehr an Birk gegen einen Baum geprallt war.

In der Nacht fanden Zeugen den verunfallten wagen, die Rettungskräfte konnten nur noch einen Toten bergen. Wenige Stunden später, am frühen Morgen dieses Mittwochs, rammte ein Pkw auf der L 240 n auf Baesweiler Gebiet bei einem Überholvorgang einen entgegenkommenden Wagen, dessen Fahrer leicht verletzt wurde. Der Fahrer eines weitereren entgegenkommender Wagens, ein 55 Jahre alter Mann aus Aldenhoven, konnte dem Überholenden zwar noch ausweichen, schleuderte dabei aber über die Leitplanke hinweg. Der Wagen kam auf den Rädern zum Stehen, der Fahrer aber starb noch an der Unfallstelle.

Es sind tragische Momente wie diese, die die Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik Jahr für Jahr wieder in Erinnerung ruft. Noch zwei weitere tödliche Unfälle gab es in 2012 im Nordkreis, ein weiterer besonders tragischer in Baesweiler: Am 18. Juli kam ein 16-jähriger Kradfahrer ums Leben. Er war neben einem anderen Kleinkraftrad her gefahren, auf der Kuppe der Hubertusstraße nahe Beggendorf berührten sich die beiden Gefährte, der 16-Jährige verlor die Kontrolle, rutschte in einen entgegenkommenden Wagen und prallte mit dem Kopf gegen die linke Fahrzeugseite. Er starb im Aachener Klinikum.

Und am 28. September schließlich kam es zu einem Alleinunfall auf der L 223 zwischen Bettendorf und Siersdorf: Ein Pkw war mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum gerast, der 40-jährige Fahrer wurde mit dem Sitz auf das Feld hinausgeschleudert, wo ihn Rettungskräften tot fanden. Die Unfallursache ist bis heute ungeklärt, wie Polizeirat Bernd Kleefisch, Leiter der Direktion Verkehr, auf Anfrage mitteilt.

Insgesamt jedoch hat sich die Zahl der schlimmen Unfälle reduziert, was Polizeipräsident Klaus Oelze unter anderem auf die verstärkten Geschwindigkeitskontrollen zurückführt.

Auch die Präventionsprogramme für Junge Fahrer in den Berufskollegs und der drastische „Crash-Kurs NRW“ verfehlten ihre Wirkung nicht. Im laufenden Schuljahr soll eine 90-prozentige Abdeckung aller 10. Schuljahre abgedeckt sein.

Recht zufrieden sieht Oelze, dass die Zahl der Schwerverletzten, der verunglückten Erwachsenen und Kinder insgesamt zurückgegangen ist. Allerdings gab es auch im Nordkreis einen leichten Anstieg an Schulwegunfällen, die Oelze besonders beklagt. Hier mahnt er nochmals die Vorbildrolle aller Erwachsener, besonders der Eltern an.

In Alsdorf stagnierte die Zahl der Schulwegunfälle bei drei, insgesamt verunglückten 17 Kinder (-2) im Stadtgebiet.

In Baesweiler wurden 12 Kinder verletzt (-1), wie im Vorjahr verunglückten zwei auf dem Schulweg.

In Herzogenrath gab es fünf Schulwegunfälle (+4). Dreimal wurden dabei ordnungsgemäß querende Kinder von einem abbiegenden Pkw erfasst, zweimal liefen Kinder unachtsam über die Fahrbahn, als sie auf der gegenüberliegenden Seite ihre Eltern gesehen hatten.

In Würselen waren wieder 14 Kinder Opfer von Verkehrsunfällen, davon drei mit dem Fahrrad, zwei als Fußgänger und neuen als Mitfahrer in Pkw. Zwei wurden bei einem Schulwegunfall verletzt.

Die Polizei Aachen bietet diverse Präventionsprogramme für Kinder im Kindergartenalter und zur Schulwegsicherung an – von der Verkehrspuppenbühne bis Unfall-ortbesichtigung. Ansprechpartner ist Polizeihauptkommissar Dieter Wisniewski, Telefon 0241/9577-41200.

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