Kinder sollen Bewusstsein für die Natur entwickeln

Von: Margret Nußbaum
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Alte Technik neu entdeckt: Riham Lazrey, Zaynab und Mohammed El Majdoubi, Jamie Buttgenbach und Elias Seitz (von links) staunen über die Funktion der Dampfmaschine. Foto: Margret Nußbaum

Baesweiler. Die Dampfmaschine: bis in die 1960er Jahre noch ein beliebtes Geschenk, über das sich Jungen am Heiligen Abend freuten. Heute gehört sie eher zu den Sammelobjekten. Schade, findet der elfjährige Elias Seitz. Er war bei der Kinder-Ferienwoche zum Thema Energie im Haus Setterich dabei und hat im spielerischen Umgang mit einer Dampfmaschine gelernt, wie diese funktioniert.

„Einfach mit Grillanzünder Feuer machen. Das Wasser im Kessel beginnt dann zu kochen und verdampft. Der Dampf kommt aus dem Zylinder und wird über eine Leitung zu einem Kolben geführt. Auf der anderen Seite des Kolbens wird Dampf in den Zylinder gedrückt und schiebt den Kolben zurück. So kann er sich hin und her bewegen. Eine Schubstange überträgt die Bewegungen auf ein Rad, das sich dann dreht“, erklärt der kleine Experte begeistert.

Er und die anderen Teilnehmer der Energie-Woche konnten ein ähnliches Prinzip live im Settericher Blockheizkraftwerk erleben. „Im Kraftwerk wird gleichzeitig Energie und warmes Wasser erzeugt“, weiß Elias.

„Die Kinder haben in den fünf Tagen jede Menge Wissenswertes zum Thema Energie gelernt“, erklärt Umweltbildnerin Monika Nelißen vom Nabu Aachen, die 17 Mädchen und Jungen zwischen sieben und 13 Jahren eine Woche lang begleitete. Auch ein Besuch des Energeticon in Alsdorf gehörte dazu.

Als Anerkennung für ihren Lerneifer erhielten die kleinen Energie-Experten Urkunden. Diese und die Ferienfreizeit wurden vom Wohnungsunternehmen Vivawest gesponsert. Ein Höhepunkt war auch der Besuch des Carl-Alexander-Parks mit Besteigung der Halde.

„Kinder lernen dabei nicht nur die Natur kennen, sondern auch, wie sie mit dieser möglichst schonend umgehen“, erklärt Helmut Hager vom Nabu Aachen-Land. Der frühere Biologielehrer ist stolz, dass er den Mädchen und Jungen die Raupe eines Schwalbenschwanzes ,– einer seltenen Schmetterlingsart – zeigen konnte.

Dass sie die Abfälle ihres Picknicks nicht achtlos in der Natur liegen lassen, sondern zu Hause entsorgen sollten – auch das gehörte zur Lektion dazu. „Kinder lernen am besten durch Beispiele und eigenes Erleben“, sagt Hager.

Fasziniert waren die Mädchen und Jungen auch von Erzählungen über den früheren Bergbau in Baesweiler. Als Renner beim Ausflug erwiesen sich Kohlestückchen. Die werden ab sofort in die Sammlung von Schätzen in den Kinderzimmern aufgenommen.

Auch gebastelt wurde im Rahmen der Energie-Woche – passend zum Thema. Besonderen Anklang fanden Sonnen-Fingerheizungen: aus Pappe einen Trichter formen, ihn von innen mit Alufolie bekleben, unten ein Loch hineinstechen und den Finger durchstecken. „Wenn man ihn dann in die Sonne hält, wird er richtig warm“, erklärt Aliya Gannun.

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