Kiloweise Grüße hat er schon zugestellt

Von: Daniel Gerhards
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Vor Weihnachten haben die Briefträger eine Menge zu tun: Thomas Küppers sorgt dafür, dass die festlichen Grüße noch bis zum heilgen Abend ankommen. Foto: Daniel Gerhards

Würselen. Hölzerne Regale mit hunderten kleinen Fächern sind rund um den Schreibtisch von Thomas Küppers aufgebaut. In fast jedem Fach sind mehrere Briefe. Und Küppers sortiert an seinem Arbeitsplatz in der ersten Etage der Würselener Post-Filiale noch weiter Briefe und Zeitschriften ein.

So liegen die Sendungen in der richtigen Gangfolge für den Postzusteller. Kurz vor Weihnachten müssen die Briefträger viel Post in die Haushalte bringen.

Durchs Aachener Briefzentrum der Deutschen Post (zuständig für die Postleitzahlen 52...) laufen derzeit rund zwei Millionen Briefe täglich. An normalen Tagen sind es gerade mal 1,5 Millionen. Das merken auch die Briefzusteller. „Zur Weihnachtszeit haben wir schon mehr Post als sonst”, sagt Zusteller Thomas Küppers. Derzeit trägt Küppers sehr viele Briefe von Privatleuten aus. Weihnachtsgrüße versenden viele Leute doch noch gerne klassisch per Brief. In seiner Tasche sieht man viele grüne oder rote weihnachtliche Briefumschläge. „Da fühlt man sich nochmal wie ein richtiger Briefträger”, sagt Küppers. Denn übers Jahr verteilt er viele Werbebriefe. Privat- und Geschäftsleute ersetzen den Brief oft durch eine E-Mail.

Schnee und Eis kosten Zeit

In den Tagen vor dem Weihnachtsfest hat Küppers allerdings nicht bloß mit großen Mengen von Briefen zu kämpfen, auch das Wetter macht ihm zu schaffen. „Schnee und Eis halten uns schon auf”, sagt Küppers. So braucht er eine Stunde länger als gewöhnlich, um die Post in seinem Bezirk rund um die Würselener Oppener Straße zu verteilen. „Ich bin schon froh, wenn der Schnee wieder weggetaut ist.”

In seinem Bezirk hat Küppers drei „Ablagestellen”. Dort liegt für ihn weiter Post bereit. „Das könnte man gar nicht alles auf einmal mitnehmen.” Solche Mengen wären nicht zu Schultern. Noch mehr als das Gewicht macht den Briefträgern das Volumen mancher Sendungen zu schaffen. Die Boten müssen auch Bücher- und Warensendungen in die Haushalte bringen. Da viele Weihnachtsgeschenke noch auf den letzten Drücker im Internet oder Versandhaus bestellt werden, hat Küppers viele kleine Päckchen dabei.

Die viele Arbeit kann Küppers allerdings nicht die Laune verderben. In seinem Bezirk grüßt er jeden, den er trifft. Er kennt fast alle Leute, die auf dem Bürgersteig Schnee schippen oder in den Geschäften und Arztpraxen auf die Tagespost warten. Und für ein kurzes Schwätzchen nimmt er sich trotz voller Tasche Zeit. „Es gehört dazu, mit den Leuten zu reden. Das mache ich gerne. Sonst wird das Verteilen zu stumpfsinnig.” Seit acht Jahren verteilt er nun die Post im selben Bezirk: „Da kennt man die Leute.”

Als Küppers einen Brief in einem Haus an der Oppener Straße einwirft, bellt ein Hund bedrohlich. Davon lässt sich der Briefträger nicht abschrecken. „Bei manchen Hunden muss man zwar vorsichtig sein, aber ich habe selber auch einen Hund und meistens ein Leckerchen in Tasche”, sagt Küppers. Mehr Sorgen als die wachsamen Hunde machen Küppers glatte Treppenstufen und Eiszapfen an den Hausdächern. „Das ist schon gefährlich. Bei dem Wetter muss man höllisch aufpassen.” Da entschädigt es ein wenig, dass die Leute zur Weihnachtszeit besonders freundlich sind. Weniger festlich ist die Stimmung, wenn es ums Geld geht. „Früher wurden zu Weihnachten keine Briefe vom Gerichtsvollzieher verschickt. In den letzten Jahren nimmt darauf aber keiner mehr Rücksicht.”

Nach den Feiertagen kann sich Küppers nicht von den großen Postmengen erholen. „Dann geht es direkt weiter. Wir müssen die ersten Frühlingskataloge zustellen und jede Menge Werbung. Dann geht das Umtauschgeschäft los”, sagt Küppers.
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