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„Kids Blitz”: Grundschüler starten ihre eigene Zeitung

Von: Stefan Schaum und Julia Mull
Letzte Aktualisierung:
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Steht was Gutes drin? Klar! Schließlich haben Franka (l.) und Alina auch beim Gestalten der Schülerzeitung „Kids Blitz” mitgeholfen. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Das Internet? Schön und gut. Informationen kann man dort zuhauf finden. „Da muss man aber schon genau wissen, wonach man suchen muss und die richtigen Begriffe eingeben. In der Zeitung kann ich blättern und immer etwas Neues entdecken”, sagt der achtjährige Kilian, „das ist viel schöner”.

Nicht nur er wirft morgens gerne einen Blick in die Aachener Nachrichten. Auch viele seiner Mitschüler freuen sich auf die Lektüre der Kinderseite „Karlo Klaro”. Jetzt sind 15 Kinder der Würselener Sebastianus-Grundschule selbst zu Redakteuren, Reportern und Fotografen geworden. „Kids Blitz” heißt das Resultat, mit dem sie Gleichaltrige fürs Zeitungslesen begeistern wollen.

Das ist ihnen geglückt. Die ersten Exemplare ihrer Schülerzeitung haben die Käufer ihnen regelrecht aus den Händen gerissen.Ê„Ich kam beim Verkaufen kaum zum Atmen”, erinnert sich Aaron (zehn Jahre). 200 Stück sind weggegangen, die ersten Themen für die nächste Ausgabe sind bereits gefunden. Und das alles wegen Sarah! Die Neunjährige blättert gerne in der Zeitung, doch mag sie keine schlechten Nachrichten. „Da geht es oft um Krieg und Tote”, sagt sie, „das ist doch traurig.”

Warum also nicht eine Zeitung machen, in der nur schöne Themen stehen, die die Kinder interessieren? Ihre Mutter Ellen Elbers konnte sie für diese Idee prompt begeistern und auch interessierte Mitschüler fanden sich zuhauf. Für ein Projekt, das an einer Grundschule durchaus ungewöhnlich ist. „Wir hatten hier mal eine Schülerzeitung”, erinnert sich Schulleiterin Adelheid Fröhlich. Ist aber lange her und allzu lange hat es sie nicht gegeben.

In Serie gehen

Der „Kids Blitz” soll hingegen in Serie gehen. Neben Ellen Elbers sorgen die Mütter Dagmar Wieland und Angelika Melander dafür, dass die wöchentlichen Redaktionskonferenzen nicht allzu turbulent ablaufen. Doch zu weit soll die Kontrolle nicht gehen. „Schließlich ist es eine Schülerzeitung von Grundschülern für Grundschüler”, sagt Ellen Elbers. Hier und da korrigieren die Erwachsenen zwar mal einen Rechtschreibfehler, doch sind auch handgeschriebene Texte in der Zeitung, die ganz unverfälscht sind und dem Ganzen ein sehr charmantes Aussehen geben. Larissa (neun Jahre) hat über die Umwelt geschrieben. „Über Autoabgase, die die Pflanzen töten”, sagt das Mädchen, das eine engagierte Botschaft vertritt: weniger Auto fahren - der Umwelt zuliebe. Kilian ist ein Tierfan. Zwei Hasen hat er, im „Kids Blitz” hat er eine ganze DIN A4-Seite mit Informationen über Katzen gefüllt. Andere im Team, wie Max, können prima zeichnen und haben Comics und Bilder für die Zeitung entworfen.

Backrezepte - natürlich für etwas SüßesÊ-, Rätsel und Interviews mit Lehrern füllen die übrigen Seiten im Produkt, für das viele Namen im Raum standen. „Buchstabensuppe”, „Blattlaus” oder „Polarexpress” waren ebenfalls heiße Anwärter auf den Titel. Das Rennen hat aber Alina Frank mit ihrem „Kids Blitz” gemacht. Über den Vorschlag hatten sämtliche Schüler der Schule abgestimmt. Mittlerweile gehört auch Alina zum Redaktionsteam, das noch viel vor hat. An der Finanzierung soll das Projekt nicht scheitern, hoffen alle. Die erste, komplett werbefreie Ausgabe hatte der Förderverein der Schule finanziert, für die zweite sind die Macher nun auf der Suche nach Sponsoren oder Inserenten. An Engagement mangelt es auch dabei nicht.

Vom Erlös der ersten Ausgabe haben die Kinder viel Papier und gute Stifte gekauft, mit denen sie die nächsten Hefte gestalten wollen. Damit es Spaß macht, darin zu blättern. Zeitung eben, stets griffbereit. So mag es der neunjährige Dela.Ê„Zum Fernsehen könnte ich ja zu spät kommen und etwas verpassen. Aber eine Zeitung kann ich immer in die Hand nehmen.”
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