Katholiken schauen sich bei „Konkurrenz“ um

Von: ehg
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Reger Austausch in evangelischer Kirche: Pfarrer Harry Haller (l.) und Presbyter Walter Sieber (l.) mit Gästen. Foto: W. Sevenich

Würselen. Auf die Frage am Ende des Besuchs einer Gruppe des Geschichtskreises der Pfarre St. Sebastian bei der Evangelischen Kirchengemeinde, Bahnhofstraße, was der liebe Gott darüber denken und sagen würde, gab es auf beiden Seiten der ökumenischen Begegnung nur eine Antwort: Er wird sich über den Besuch der katholischen Schwestern und Brüder gefreut haben.

Herzlich hatte Pfarrer Harry Haller die Gäste im Kirchenraum begrüßt. Er erläuterte zunächst den Leitspruch über dem Eingang der Martin-Luther-Kirche, der da lautet: „Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren.“ Im Inneren lenkte er den Blick auf Predigtstuhl, Altar und Taufbecken. Sie stammen vom ortsansässigen Künstler Albert Sous, geschaffen aus Materialien, die in der Industrie bereits Verwendung gefunden hatten.

Bei Kaffee und Gebäck gab Presbyter Walter Sieber im Gemeindesaal einen Überblick über die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde. Die Ursprünge gehen in das Jahr 1572 zurück, als die Jülicher Kirchensynode die Gründung zweier Kirchengemeinden beschließt, Vorweiden und Lürken. Ab 1918 fanden regelmäßige evangelische Gottesdienste in Würselen im Physiksaal der Schule an der Lehnstraße und im Antoniuskloster statt. Die Vereinigung der Kirche von Vorweiden und Lürken erfolgte 1927.

Erste Überlegungen für den Bau einer evangelischen Kirche in Würselen wurden 1938 angestellt, ihre Umsetzung durch den Zweiten Weltkrieg zunichte gemacht. Ab 1945 fanden die evangelischen Gottesdienste in einer Baracke der Pfarre St. Balbina und anschließend in der Zigarrenfabrik an der Haaler Straße beziehungsweise für Bardenberg in der Kapelle des Knappschaftskrankenhauses statt.

Ab 1950 wurden die Pläne zum Bau einer Kirche in Würselen wieder aufgelegt. Am 16. August 1953 erfolgte die lang ersehnte Grundsteinlegung. Eingeweiht wurde die Kirche an der Bahnhofstraße am 17. Januar 1954. Drei Jahre später wurde das Gemeindezentrum angebaut.

Fragen zum Glauben und zu den Strömungen in der evangelischen Kirche wurden von Pfarrer Haller beschrieben und beantwortet. Mit dem „Sonnengesang“ des heiligen Franz von Assisi endete ein sehr informativer Nachmittag.

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