Karneval der Toleranz: Caritas-Behindertenwerke und KG Au Ülle feiern

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
4881361.jpg
Gemeinsam gefeiert in zweifacher Hinsicht: Bei der Karnevalssitzung des Caritas-Behindertenwerks und der KG Au Ülle aus Würselen feierten nicht nur die beiden Organisationen, sondern auch behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammen. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Zum elften Male hob sich in der Aula an der Klosterstraße der Vorhang zu einer großen barrierefreien Karnevalssitzung, gemeinsam in der Aula an der Klosterstraße veranstaltet vom Caritas-Behindertenwerk, von der Stadt Würselen und dem Komitee Würselener Karneval (KWK).

Wegen der winterlichen Straßenverhältnisse waren zwar nicht alle gekommen, die im Vorverkauf Karten erworben hatten. Dennoch freute sich der Geschäftsführer der Caritas, Michael Doersch, mehr als 350 ausschließlich kostümierte Behinderte aus sieben Werkstätten des ehemaligen Kreises Aachen zur Jubiläumsveranstaltung begrüßen zu können. Selbst aus Imgenbroich hatten sich einige unentwegte Karnevalsfreunde in die Düvelstadt „durchgeschlagen“, um ausgelassen – auch mit ihren Betreuern – zu feiern.

Winterwetter bremst Jecken

Einziger Wermutstropfen: Stephan Kriescher hatte seine „Rasselbande“ angesichts der Straßenverhältnisse nicht zusammenbekommen. Alle übrigen Auftretenden waren pünktlich zur Stelle und wurden für ihren ehrenamtlichen karnevalistischen Dienst mit einem Orden „entlohnt“.

Bürgermeister Arno Nelles begrüßte im Namen von Rat und Verwaltung die behinderten Gäste in der Düvelstadt. Herzlich bedankte er sich – auch im Namen seiner Amtskollegen Rudi Bertram (Eschweiler), Alfred Sonders (Alsdorf) und Christoph von den Driesch (Herzogenrath) – bei allen Akteuren auf und hinter der Bühne für ihr soziales Engagement. Ihm schloss sich Caritas-Geschäftsführer Doersch an: „Unsere Leute haben ohne Ende Spaß.“ Und das war ja auch der Sinn der Sache.

Die Regimentstrompeter Prinzengilde Eschweiler-Bergrath unter Dr. Alexander Kaul bereiteten mit ihren flotten Karnevalsklängen den Boden für das farbenfrohe Spektakel. Flott und souverän „serviert“ wurde es dem närrischen Auditorium von Ülle-Präsident Achim Mallmann, der innerhalb von zwölf Stunden zweimal den Rock gewechselt hatte. Ebenso sein „Vize“ Winfried Hahn, der im grün-gelben „Schwalbenschwanz“ Regie führte. Den gemischten behinderten und nichtbehinderten Elferrat „dirigierte“ Obmann Heinz Horbach.

Als er unter den Klängen des Bundestambourkorps „Alte Kameraden“ aufmarschiert war, nahm das karnevalistische Spektakel erst recht Fahrt auf. Einen ersten Augenschmaus bereitete die 16-köpfige, von Jasmin Horbach und Laura Sion betreute Kindertanzgruppe der KG Au Ülle. Mit ihrem „Besuch im Zoo“ begeisterte unter Regie von Meike Hahn und Hildi Graf-Thiel die toll kostümierte Jugendgarde.

Affen, Löwen und Eisbären trieben ihr tänzerisches Spiel. Mit einem riesigen Aufgebot rückte die Prinzengarde Alsdorf an. Sie präsentierte unter den Klängen des eigenen Fanfarenzuges (Leitung: Christian Müller) voller Stolz das Prinzenpaar 2013, Horst I. und Gerti (Jacobs), dem ein triumphaler Empfang bereitet wurde. Die Gäste aus Alsdorf rührten kräftig die Werbetrommel für den Karneval in der ehemaligen Bergbaustadt.

Dann eine artistische Show der Spitzenklasse in ausgefallenen Kostümen, rasant dargeboten von der Gruppe „Op Zack“ der Prinzengilde Eschweiler-Bergrath: 28 Mädchen und Jungen bauten Pyramiden in den Bühnenhimmel. Die Begeisterung bei behinderten und nichtbehinderten Karnevalsfreunden war ob der gebotenen Zirkusshow groß. Als Kontrast dazu die „Brüder Eifelschnüss“ – alias Peter (19) und Daniel Schmitz (15 Jahre) – mit ihrem humoristischen Vortrag. Einen fulminanten Schlusspunkt setzte die Sängerin Roberta, stimmungs-, temperament- und auch gefühlvoll in drei Sprachen.

Das „Sahnehäubchen“ auf einer rundum gelungenen mehrstündigen Karnevalssitzung, die von Lothar Mertens wieder bestens organisiert wurde. Schade wäre es, wenn sie nach dem Jubiläum keine weitere Auflage mehr erleben würde. Was derzeit jedoch noch in den Sternen steht!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert